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und dies stelle eine sehr ernsthafte Verletzung der
Neutralität durch Frankreich dar.
Wollen Sie unverzüglich diese rein auf Erfindung beruhende
Nachricht widerrufen und das Foreign Office auf den Feldzug
mit falschen Nachrichten, welchen Deutschland zu inszenieren
beginnt, aufmerksam zu machen.
Rene Viviani.
Nr. 147.
Schreiben, vom deutschen Botschafter in seiner Abschiedsaudienz
am 3. August 1914, abends 6 Uhr 45, überreicht an
Herrn Rene Viviani, Ministerpräsident, Minister des Aeussern.
Herr Präsident,
Die deutschen Verwaltungs- und Militärbehörden haben
eine Reihe von ausgesprochen feindseligen Handlungen festgestellt,
die von französischen Militärfliegern auf deutschem Gebiete
begangen wurden. Mehrere dieser Flieger haben offenkundig
die belgische Neutralität verletzt, indem sie belgisches
Gebiet überflogen; der eine versuchte, Bauten bei Wesel zu zerstören,
andere wurden über dem Eiffelgebiet gesichtet, ein dritter
hat bei Karlsruhe und Nürnberg Bomben auf die Eisenbahn
geworfen.
Ich bin beauftragt und habe die Ehre, Ew. Exzellenz mitzuteilen,
dass angesichts dieser Angriffe das deutsche Reich sich
mit Frankreich im Kriegszustand betrachtet und dies auf Grund
des Verhaltens dieser letztern Macht.
Gleichzeitig habe ich die Ehre, Ew. Exzellenz zur Kenntnis
zu bringen, dass die deutschen Behörden die französischen Handelsschiffe
in deutschen Häfen zurückbehalten, sie jedoch freigeben
werden, wenn innert 48 Stunden volle Reziprozität zugesichert
wird.
Da meine diplomatische Mission hiermit beendigt ist, erübrigt
mir nur noch, Ew. Exzellenz zu bitten, mir meine Pässe
zuzustellen und die von ihr als nützlich erachteten Massnahmen
zu treffen, um mir und meinem Botschaftspersonal, sowie dem
Personal der bayrischen Gesandtschaft und des deutschen Generalkonsulats
in Paris die Rückkehr nach Deutschland zu sichern.