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stahls als eines Dersuchs, die angeborenen Rechte der
Menschen wiederherzustellen, das Recht, sich geltend zu
machen, bestreiten will, wenn sie dazu die Kraft in sich
fühlen, ist mir nicht klar. Denn auch diese Ideen werden
von ihren Trägern für human gehalten, ja als die erste
Blüte der Humanität angesehen. Deshalb, meine herren,
schmälern wir dem Volke nicht sein Christentum, indem wir
ihm zeigen, daß es für seine Gesetzgeber gleichgültig sei,
nehmen wir ihm nicht den Glauben, daß unsere Gesetz—
gebung aus der Quelle des Christentums schöpfe und daß
der Staat die Realisierung des Christentums bezweckt, wenn
er auch diesen Zweck nicht immer erreicht. Wenn ich mir
als Repräsentanten der geheiligten Majestät des Königs
gegenüber einen Juden denke, dem ich gehorchen soll, so
muß ich bekennen, daß ich mich tief niedergedrückt und gebeugt
fühlen würde, daß mich die Sreudigkeit und das
aufrechte Ehrgefühl verlassen würden, mit welchen ich jetzt
meine Pflichten gegen den Staat zu erfüllen bemüht bin.“
Mit diesen Anschauungen, wenn sie auch die abstrakte
philosophisch-theologische Doktrin Stahls nicht durchweg
ins Draktisch-Gegenständliche übersetzten, fühlte sich Bismarck
zunächst heimisch im Kreise der Kreuzzeitung. Man kann
sich Ludwig v. Gerlachs Wohlgefallen daran denken, gegen
den er noch vor kurzem die volle Trennung von Staat und
Kirche vertreten hatte: „Hier ist nur Eine Stimme, daß er
auf das Entschiedenste dem König und Christo gedient“ .).
Doch trat auch jetzt die Kirche in seinen Argumenten zurück
und hielt er auch bei den Vorverhandlungen für die Begründung
der Nreuzzeitung „das Dermeiden jeden Scheins