Full text : Gesetz- und Verordnungs-Blatt für das Königreich Bayern. 1908. (35)

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9.  Die  Zahl  der  zu  ziehenden  Loose  muß  der  Zahl  der  an  der  Loosung  theilnehmenden  Militärpflichtigen
  (Ziffer  5  a)  entsprechen.

Sie  werden  in  Gegenwart  der  Kommission  in  ein  geeignetes  Gefäß  eingezählt.  Letzteres  wird
sodann  gehörig  umgeschüttelt.

Die  Militärpflichtigen  loosen  in  der  Reihenfolge  der  alphabetischen  Liste.  In  welcher  Weise  die
Loose  für  abwesende  Militärpflichtige  zu  ziehen  sind,  bestimmt  der  Civilvorsitzende.  Jedes  gezogene
Loos  wird  laut  verlesen  und  sogleich  in  die  alphabetische  Liste  eingetragen  und  zwar  durch  den
Militär=  und  Civilvorsitzenden  eigenhändig.

Unterbrechungen  der  Loosung  dürfen  nur  ausnahmsweise  stattfinden.  Während  der  Dauer  der
Unterbrechung  ist  das  Gefäß  mit  den  Loosen  unter  sicherem  Verschluß  aufzubewahren.
Betreffs  Ausstellung  von  Loosungsscheinen  siehe  8.  67.

Die  Ueberzähligen  früherer  Jahrgänge  rangiren  nach  der  Reihenfolge  ihrer  im  ersten
Militärpflichtjahre  gezogenen  Loosnummern.

Sind  sie  nach  anderen  Aushebungsbezirken  verzogen,  so  werden  sie  dort  nach  dem  Werth
ihrer  Luosnummer  im  Verhältniß  zu  den  Abschlußnunmnern  einrangirt.“)

.  Militärpflichtige  des  laufenden  Jahrgangs,  die  nach  der  Loosung  überwiesen  werden  (§.  47,  8),  sind
nach  dem  Werth  ihrer  Loosnummer  im  Verhältniß  zu  den  höchsten  Loosnummern  einzurangiren.  **)

.Militärpflichtige  früherer  Jahrgänge,  für  welche  ohne  ihr  Verschulden  nicht  geloost  ist,  loofen
mit  dem  laufenden  Jahrgang  und  werden  nach  dem  Werth  der  gezogenen  Nummer  im  Verhältniß
zur  höchsten  Loosnummer  des  laufenden  und  ihres  Jahrgangs  in  den  letzteren  einrangirt.“)

Abweichungen  von  der  Rangirung  dürfen  nur  von  der  Ober-Ersatzkommission  verfügt  werden,  sofern
für  einzelne  Waffengattungen  (Garde,  Kürassiere,  Fußartillerie,  Pioniere,  Eisenbahn-  und  Luftschiffertruppen,
  Oekonomiehandwerker,  Marine)  vie  erforderliche  Anzahl  Nekruten  innerhalb  der
Fugelmäßigen  Reihenfolge  nicht  zu  finden  ist  (§.  73,).

Die  Mbschußmummer“  wird  hierdurch  nicht  b#clsigerüch.
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S.  67.

Loosungsscheine.

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—
#

—
-

*4•

Den  gemusterten  Militärpftichtigen  des  laufenden  Jahrgangs  werden  nach  der  Loosung  Loosungsscheine
  ertheilt.

*)  Beispiel:  Ein  lleberzähliger  besitzt  in  dem  Musterungsbezirk  A,  woselbst  die  Abschlutmmmen  seines
Jahrgangs  „1200“  ist,  die  Loosnummer  „1500“.  Derselbe  verzieht  in  den  seningeben,  „oselst  die  Abschlußmummer
  desselben  Jahrgangs  „400“  beträgt.  Er  wird  demnach  im  Verhältniß  1500;  400,  k  =  500,
mithin  hinter  dem  leberzähligen  einzurangiren  sein,  welcher  in  dem  „sternngs  bezirk  B  in  Insel  „500“  besitzt.

llebersteigt  die  bei  solcher  Berechnung  gewonnene  Zahl  die  höchste  Loosnummer  des  Musterungsbezirks,  so
würde  der  zugezogene  Militärpflichtige  unmittelbar  hinter  demjenigen  zu  rangiren  haben,  welcher  die  höchste  Loosnummer
  gezogen  hat.

*#v)  Beispiel:  Ein  Militärpflichtiger  bat  bei  der  Loosung  in  dem  Aiusterungsb#irk,  woselbst  die  höchste
Loosnummer  „160|0“  beträgt,  die  Loosnummer  „1200“  gezogen.  In  dem  Minsterungabezirk  B  ,  wohin  derselbe  verzieht,
  ist  die  höchfte  Loodnummer  „2000“.  Er  wird  demnach  im  Verhältniß  1200:  1600  X:2000,  J  =  1500,
mithin  hinter  —  miiii  vini  der  Loosnummer  „1500“,  einzurangiren  sein.

*%  Lipael  Ein  im  Jahre  1867  geborener  Fe  hat  ohne  sein  Verschulden  im  Jahre  1887
keine  zae  gcho  lien;  er  loost  erst  im  Jahre  1888  mit  dem  olansend  en  Sahnpa,  für  welchen  die  höchste  Loosnummer
  „2500“  ägt,  und  erhäll  hierbei  die  Loosnummer  „.1200“.  pochfe  Loosmmmer  seines  Jahrgangs
(1867)  betrug  an  *  Die  GEinrangirung  in  den  letzteren  Wes6s000  daimd  im  erhältniß  1200:  2500  =  7:2000,
x  -  ⁊  W  hinter  dem  Militärpflichtigen  des  Jahrgangs  1867,  welcher  im  Jahre  1887  die  Loosnummer  „b960“
gezogen  ha

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