Full text : Illustriertes Realienbuch.

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hat,  rein  und  dicht  geworden  ist,  wird  sie  in  Pfannen  des  Siedehauses  gekocht,
bis  das  Salz  in  Krystallen  an  der  Oberfläche  erscheint.  Mit  Körben  wird  es  abgeschöpft
  und  ins  Trockenhaus  gebracht.  Die  übrigbleibende  Flüssigkeit  heißt
Mutterlauge,  die  Kruste  an  den  Wänden  Pfannenstein,  die  an  den  Dornen  Dorn—
stein.  —  4.  Das  Salz  würzt  und  erhält  unsere  Speisen,  dient  als  Arznei-,
Futter=  und  Düngmittel,  wird  zur  Bereitung  der  Seife,  des  Glases,  der  Topfglasur
  u.  s.  w.  verwandt.

Aufgaben:  Wie  bedingt  die  Wärme  die  Lebensgemeinschaft  in  der  Winterstube:  Wie
hängt  eins  vom  andern  ab?  Wie  ist  jedes  zweckmäßig  zum  Nahrungserwerb  und  zum  Schutze
ausgerüstet!?  Wie  nützen  die  Metalle!?  Wärmeerzeuger,  Wärmemesser,  Wärmeleiter!?

Naturlehre:  Die  Wärme.  Die  Feuererzeuger.

IX.  Hochgebirgsbild.  (Im  Dezember.)

.  Aufbau  der  Alpen  aus  den  verschiedenen  Gesteinsarten.  Senner  weiden
ihre  Herden  auf  den  Alpenmatten.  Alpenveilchen  und  Alpenrosen
wachsen  an  steilen  Hängen.  Letztere  sind  Sträucher  mit  lederartigen  Blättern
und  roten  Trichterblüten.  Das  Edelweiß  mit  weißfilzigen  Korbblüten  wächst
hoch  auf  Felsen.  Der  Enzian  mit  heilsamen  Bitterstoffen  blüht  überall  in
vielen  Arten.  Das  Murmeltier  hält  in  Felsklüften  mit  vielen  Genossen
seinen  Winterschlaf.  (Katzengroß,  gelblichgrau;  buschiger  Schwanz,  gespaltene
Oberlippe;  lernt  nach  dem  Dudelsacke  tanzen.)  Die  Gemse  flieht  vor  dem  Jäger
auf  die  höchsten  Klippen.  (Braun,  wechselt  aber  nach  Jahreszeit  und  Umgebung
ihre  Färbung;  Ziegengröße,  angelförmige  und  rückwärts  gebogene  Hörner,
klettert  und  springt  auf  den  steilsten  Alpenhöhen.)  Lämmergeier  und  Steinadler
  horsten  auf  Felsen  und  bedrohen  das  Wild  und  die  Herden.  (Lämmeroder
  Bartgeier  der  größte  Raubvogel  Europas,  unten  rotgelb,  oben  braun,
der  Schnabel  vorn  vor  dem  Haken  aufwärts  gebogen.  Der  Steinadler  oder
„König  der  Vögel“,  ist  braun  und  thut  in  Gebirgsgegenden  großen  Schaden.)
Auf  den  Anden  Südamerikas  lebt  der  Kondor.

77.  Der  Granit.

1.  2.  Er  ist  ein  häufiges  Gestein  der  Hochgebirge.  Feldspat,  Quarz  und
Glimmer  sind  seine  Bestandteile.  Feldspat  ist  von  weißer  oder  rötlicher  Farbe
und  zeigt  stets  glatte,  manchmal  wie  Perlmutter  spiegelnde,  glänzende  Flächen.
Er  ist  leicht  spaltbar,  daher  heißt  er  auch  „Spat“.  Der  leicht  spaltbare  Glimmer
  trägt  schon  im  Namen  sein  Erkennungszeichen.  Als  Katzengold  und
Katzensilber  lugt  er  aus  zerklopften  Chausseesteinen  heraus.  Mit  einander

emengt,  geben  sie  den  harten  Granit;  von  ihnen  sagt  der  Bergmann:  Feldspat,
Buarz  und  Glimmer,  die  3  vergess'  ich  nimmer.  —  3.  4.  Die  Verbreitung  des
Granits  in  der  Erdrinde  ist  eine  sehr  große.  Berge  und  ganze  Gebirgszüge
bestehen  aus  diesem  harten  Gestein;  die  Alpen  und  Karpathen,  aber  auch  Har
und  Riesengebirge  weisen  es  auf.  Hin  und  her  mitten  im  Lande  finden  sch
ebenfalls  gewaltige  Granitblöcke,  vom  Volksmunde  Findlinge  genannt,  die  der
Erde  einfach  aufliegen.  Einen  großen  Stein,  den  jedes  Kind  kennt,  giebt  es
ja  fast  in  jeder  Gegend.  Gewaltige  Fluten  mit  Eisschollen  haben  ihn  in  alten
Tagen  dahin  gebracht.  Einen  solchen  Riesen  beherbergte  die  Gegend  von  Fürstenwalde
  in  der  Mark  Brandenburg.  Er  wurde  nach  Berlin  geschafft  und  von
Steinmetzen  in  eine  Wasserschale  verwandelt,  die  7  m  im  Durchmesser  hat  und
vor  dem  Berliner  Museum  steht.  Einen  Koloß  aus  rotem  Granit  von  53  m
Höhe  haben  die  alten  Agypter  bearbeitet  zu  einer  zugespitzten  Säule,  einem  Obelisken,
  den  Napoleon  I.  nach  Paris  schaffen  und  dort  aufstellen  ließ.  Kleinere
Granitsäulen  hat  heute  fast  jeder  Prunkbau  in  den  Straßen  der  großen  Städte,  und
zu  Stücken  zerschlagen,  giebt  der  Granit  das  beste  Straßenbaumaterial.  Warum?