Full text : Leitfaden für das Preußische Jäger- und Förster-Examen.

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und  3  Stickstoff;  daneben  finden  sich  noch  in  wechselnden  Quantitäten
zahlreich  Gase,  z.  B.  Wasserstoff,  Kohlensäure,  Ammoniak,  Salpetersäure
  2c.  Von  größter  Bedeutung  für  den  Wald  ist  ferner  ihr  Wassergehalt,
  der  großen  Schwankungen  unterworfen  ist.  Von  ihm  rühren
alle  Niederschläge:  Thau,  Nebel,  Regen,  Reif,  Schnee,  Hagel  her.

105.
Nedingungen  des  Witterungswechsels.

Bekanntlich  wechselt  das  Wetter  beständig.  Die  Ursache  davon  liegt
in  der  ungleichen  Erwärmung  der  Erde  durch  die  Sonne.  Die  Sonne
erwärmt  am  stärksten,  wenn  sie  ihre  Strahlen  senkrecht  entsendet,  je
schiefer  die  Sonnenstrahlen  auffallen,  desto  mehr  büßen  sie  an  Kraft
ein;  daher  ist  es  am  Aequator  am  wärmsten,  an  den  Polen  am  kältesten.
Die  größte  Wärme  wird  an  der  Erdoberfläche  hervorgerufen,  hierdurch
dehnen  sich  die  erdauflagernden  Luftschichten  aus,  werden  leichter  und
steigen  in  die  Höhe,  die  kälteren  Luftschichten  sinken  nieder,  um  dann
denselben  Proceß  durchzumachen.  Hierdurch  entsteht  die  Bewegung  der
Luft,  sie  ist  ein  stetes  Auf=  und  Niederwallen,  das  durch  die  Gestaltung
des  Bodens,  die  Erdumdrehung,  ungleiche  lokale  Erwärmung  u.  s.  w.
auch  seitliche  Abweichungen  erhält,  welche  die  Winde  hervorrufen.  Die
erste  Ursache  der  verschiedenen  Wärmeeinwirkung  ist  der  Tag=  und
Nachtwechsel,  ferner  der  Wechsel  der  Jahreszeiten,  bedingt  durch  die  verschiedentliche
  Stellung  der  Erde  bei  ihrem  Laufe  um  die  Sonne,  schließlich
die  verschieden  starke  Erwärmung  am  Aequator  und  an  den  Polen.

§  106.
Tuftwärme.

Wie  aus  dem  Vorhergehenden  erhellt,  wird  die  Luftwärme  durch
die  Jahres=  und  Tageszeit  bedingt,  ferner  durch  die  geographische  Lage
(beiße,  gemäßigte,  kalte  Zone)  schließlich  durch  die  Höhe  über  dem  Meeresspiegel.
  Die  Temperatur  nimmt  erfahrungsmäßig  bei  größerer  Erhebung
  über  den  Meeresspiegel  allmählich  ab,  bis  sie  bei  etwa  2900  m
(in  unseren  Alpen)  die  Region  des  ewigen  Schnees  erreicht;  in  heißeren
Gegenden  in  höherer  Lage  und  umgekehrt.

Mit  dieser  Temperaturabnahme  in  den  Höhenlagen  hängt  das
Gedeihen  des  Pflanzenwuchses  auf's  Innigste  zusammen.  Die  Grenze
des  deutschen  Waldbaues  liegt  bei  einer  Jahres-Durchschnittstemperatur
von  3—40  R.