Full text : Gesetz- und Verordnungs-Blatt für das Königreich Bayern. 1912. (39)

Nr.  28.  481

(4)  Die  Distriktspolizeibehörde  —  für  außerbayerische  Gebietsteile  des  Deutschen  Reichs
die  Ortspolizeibehörde  —  des  Schlachtorts  ist  von  dem  bevorstehenden  Eintreffen  der  Tiere
rechtzeitig  zu  benachrichtigen.  Sie  hat  sich  von  dem  Eintreffen  der  Tiere  zu  vergewissern
und  veranlaßtenfalls  über  den  Verbleib  Ermittlungen  anzustellen.

(5)  Die  Schlachtung  der  Schafe  muß,  sofern  sie  nicht  in  einem  öffentlichen  Schlachthause
  vorgenommen  wird,  wo  die  Schlachtvieh=  und  Fleischbeschau  durch  Tierärzte  erfolgt,
unter  polizeilicher  Aufsicht  stattfinden.

(6)  Die  zur  Beförderung  verwendeten  Fahrzeuge  sind  sofort  nach  dem  Entladen  zu
desinfizieren.

(7)  Mit  den  Häuten  der  geschlachteten  Schafe  ist  nach  der  Vorschrift  des  §  223
Abs.  1,  2  zu  verfahren.

§  226  (214).

Auf  die  Anzeige  des  Besitzers  oder  seines  Vertreters  von  der  erfolgten  Abheilung  der

Pocken  sind  die  Schafe  ohne  Verzug  amtstierärztlich  zu  untersuchen.

§  227  (215).
Nach  der  amtstierärztlich  festgestellten  Abheilung  der  Pocken  kann  die  Ausfuhr  aller

den  Absperrungsmaßregeln  unterworfenen  Schafe  zum  Zwecke  sofortiger  Abschlachtung  unter
den  im  §  225  angegebenen  Bedingungen  gestattet  werden.

§  228  (216).

(1)  Wird  die  Seuche  bei  Treibherden  oder  bei  Tieren  festgestellt,  die  sich  auf  dem
Transporte  befinden,  so  ist  die  Weiterbeförderung  zu  verbieten  und  die  Absonderung  der
Tiere  anzuordnen  (§  19  Abs.  1,  4  des  Gesetzes).

(2)  Wenn  die  Herden  oder  Tiere  binnen  24  Stunden  einen  Standort  erreichen  können,
wo  sie  durchseuchen  oder  abgeschlachtet  werden  sollen,  so  kann  auf  Antrag  des  Besitzers
die  Weiterbeförderung  dorthin  unter  der  Bedingung  gestattet  werden,  daß  die  Herden  oder
Tiere  unterwegs  weder  fremde  Gehöfte  betreten  noch  mit  anderen  Schafen  in  Berührung
kommen.  In  diesem  Falle  sind  die  Sicherungsmaßregeln  anzugeben,  unter  denen  die  Weiterbeförderung
  erfolgen  darf  (vgl.  §  225).

(3)  Vor  Erteilung  der  Erlaubnis  zur  Uberführung  der  Herden  oder  Tiere  in  einen
anderen  Polizeibezirk  zum  Zwecke  der  Durchseuchung  ist  bei  der  Distriktspolizeibehörde
—  in  außerbayerischen  Gebietsteilen  des  Deutschen  Reichs  bei  der  Ortspolizeibehörde  —
des  Bestimmungsorts  anzufragen,  ob  die  Tiere  dort  Aufnahme  finden  können.  Zutreffendenfalls
  ist  ebenso  wie  im  Falle  der  Uberführung  in  einen  anderen  Polizeibezirk  zum  Zwecke
der  Schlachtung  die  Polizeibehörde  des  Bestimmungsorts  von  dem  bevorstehenden  Eintreffen
der  Tiere  rechtzeitig  zu  benachrichtigen.

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