Full text: Gesetz- und Verordnungs-Blatt für das Königreich Bayern. 1912. (39)

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3. Chlorkalkmilch. Diese wird aus Chlorkalk (Calcaria chlorata des Deutschen 
Arzneibuchs), der in dicht geschlossenen Gefäßen vor Licht geschützt aufbewahrt 
war und stechenden Chlorgeruch besitzen muß, in der Weise hergestellt, daß zu je 
1 Liter Chlorkalk allmählich unter stetem Rühren 3 oder 20 Liter Wasser hin- 
zugesetzt werden (dicke und dünne Chlorkalkmilch). Chlorkalkmilch ist jedesmal 
vor dem Gebrauche frisch zu bereiten. 
4. Verdünntes Kresolwasser (29/ prozentig) 1). Zur Herstellung werden 50 cem 
Kresolseifenlösung (Liquor Cresoli saponatus des Deutschen Arzneibuchs) mit 
Wasser zu 1 Liter Desinfektionsflüssigkeit aufgefüllt und gut durchgemischt. 
5. Karbolsäurelösung (etwa 3 prozentig). Zur Bereitung werden 30 cem 
verflüssigte Karbolsäure (Acidum carbolicum liquekactum des Deutschen Arznei- 
buchs) mit Wasser zu 1 Liter Desinfektionsflüssigkeit aufgefüllt und gut durchgemischt. 
6. Kresolschwefelsäurelösung (3 prozentig). Zur Herstellung werden zunächst 
2 Raumteile rohes Kresol (Cresolum crudum des Deutschen Arzneibuchs) mit 
1 Raumteil roher Schwefelsäure (Acidum sulfuricum crudum des Deutschen 
Arzneibuchs) bei gewöhnlicher Temperatur gemischt. Von dieser Mischung werden 
frühestens 24 Stunden nach ihrer Zubereitung 30 cem mit Wasser zu 1 Liter 
Desinfektionsflüssigkeit aufgefüllt und gut gemischt. Die Kresolschwefelsäuremischung 
ist hierzu binnen 3 Monaten nach ihrer Herstellung zu verwenden. 
Wird die Kresolschwefelsäurelösung zur Desinfektion von Plätzen im Freien 
(Hofräumen, Ladestellen usw.) verwandt, so ist sie bei Frostwetter zur Verhütung 
der Eisbildung zuvor mit Kochsalz (O0,, bis 1 kg auf 10 Liter Kresolschwefel- 
säurelösung) unter sorgfältigem Umrühren zu vermischen. 
Ställe, Höfe, Geräte usw., die mit Soda= oder Seifenlösung gereinigt 
wurden, sind vor der Desinfektion mit Kresolschwefelsäurelösung durch Abspülen 
mit Wasser von den Soda= oder Seifenresten zu befreien. 
7. Sublimatlösung (0, prozentig). Zur Herstellung wird je 1 g Sublimat 
und Kochsalz unter Zusatz einer kleinen Menge roten Farbstoffs oder eine der 
käuflichen rosa gefärbten Sublimatpastillen (Pastilli hydrargyri bichlorati des 
Deutschen Arzneibuchs) mit 1g Sublimat in 1 Liter Wasser aufgelöst. 
Ställe, Höfe, Geräte usw., die mit Soda= oder Seifenlösung gereinigt 
wurden, sind vor der Desinfektion mit Sublimatlösung durch Abspülen mit Wasser 
von den Soda= oder Seifenresten zu befreien. Desinfektionsarbeiten, bei denen 
größere Mengen von Sublimat verbraucht werden, wie die Desinfektion von 
  
1) Bei Schweineseuche und Schweinepest ist 6prozentiges Kresolwasser zu verwenden. Zu seiner Herstellung 
sind statt der oben erwähnten 50 cem Kresolseifenlösung 120 com dieser Lösung erforderlich.
	        
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