Full text : Gesetz- und Verordnungs-Blatt für das Königreich Bayern. 1913. (40)

Nr.  31.  387

bewilligung  behoben  werden,  oder  ist  in  der  Apotheke  bereits  die  zulässige  Höchstzahl  von
Eleven  beschäftigt,  oder  ist  der  Eleve  nach  dem  bezirksärztlichen  Gutachten  wegen  körperlicher
Gebrechen  für  den  Apothekerberuf  nicht  geeignet,  so  ist  er  auf  Anordnung  der  Distriktsverwaltungsbehörde
  zu  entlassen.

n  §  65  Abs.  I  der  Dienstanweisung  für  die  Bezirksärzte  vom  23.  Januar  1912  (M2Bl.
S.  153)  gilt  nur  mehr  für  die  Prüfung  der  körperlichen  Eignung  zum  Berufe.

IV  Die  Distriktsverwaltungsbehörde  hat  die  Austrittsanzeige  mit  dem  Tätigkeitszeugnisse
dem  Bezirksarzte  mitzuteilen;  dieser  beglaubigt  das  Zeugnis  oder  fügt,  wenn  er  den  Inhalt
für  unzutreffend  hält,  eine  entsprechende  Bemerkung  bei  und  gibt  alsdann  das  Zeugnis  mit
der  Anzeige  an  die  Distriktsverwaltungsbehörde  zurück.

38.

1  Zu  den  ständig  beschäftigten  approbierten  Apothekern  gehört  auch  der  Apothekenvorstand;
in  einer  Apotheke,  die  der  Apothekenvorstand  allein  oder  mit  einem  Assistenten  betreibt,  darf
hiernach  ein  Lehrling  gehalten  werden.

II  Die  Bewilligung  einer  vorübergehenden  Uberschreitung  der  zulässigen  Höchstzahl  von
Apothekeneleven  wird  im  allgemeinen  nur  bei  einem  Wechsel  der  Eleven  in  Betracht  kommen.

II  Der  Apothekenvorstand  hat  die  für  die  Ausbildung  erforderlichen  Lehrmittel  bereit  zu
stellen,  dem  Eleven  hinreichend  freie  Zeit  zur  wissenschaftlichen  Ausbildung  zu  gewähren,
ihn  entweder  selbst  oder  durch  eine  geprüfte  Hilfskraft  bei  der  Ausbildung  zu  unterstützen
sowie  in  den  Berufsarbeiten  zu  unterweisen  und  die  ordnungsgemäße  Eintragung  des  Verlaufs
  der  Arbeiten  in  das  Tagebuch  zu  überwachen.  Er  hat  ferner  dem  Eleven  während
der  in  Betracht  kommenden  Jahreszeit  ausreichende  Gelegenheit  zum  Sammeln  von  Pflanzen
zu  geben  und  dafür  zu  sorgen,  daß  der  Eleve  eine  Pflanzensammlung  anlegt  und  ordnet.

IV  Die  Ausbildung  der  Eleven  umfaßt  auch  die  Einführung  in  die  für  den  Apothekenbetrieb
  notwendigen  kaufmännischen  Kenntnisse,  insbesondere  die  Unterweisung  in  einer  entsprechenden
  Buchführung.

V  Von  Aufsichts  wegen  ist  strenge  darüber  zu  wachen,  daß  die  Haltung  und  die  Ausbildung
  der  Eleven  sachentsprechend  ist.  Ergibt  sich  bei  der  pharmazeutischen  Vorprüfung,
daß  ein  Eleve  ungenügend  vorbereitet  ist  oder  zeigen  sich  bei  der  Vorprüfung  wiederholt
Eleven  aus  der  gleichen  Apotheke  mangelhaft  ausgebildet,  so  ist  veranlaßtenfalls  unter
Zuziehung  des  Regierungsapothekers  (§  53  Abs.  II  der  Verordnung)  festzustellen,  ob  der
Apothekenvorstand  seine  Pflichten  gegen  den  Eleven  vernachlässigt.  In  gleicher  Weise  ist
vorzugehen,  wenn  Klagen  über  die  Haltung  und  Ausbildung  des  Eleven  zur  Kenntnis
der  Aufsichtsbehörden  oder  des  Bezirksarzts  gelangen.  Der  Bezirksarzt  und  der  Regierungs-Zu

  §8  80.