Full text : Gesetz- und Verordnungs-Blatt für das Königreich Bayern. 1918. (45)

Nr.  40.  329

Anlage  1.

Gewährung  von  Kriegsteuerungsbeihilfen  für  Beamte  des  Ruhestandes
und  Hinterbliebene  von  Beamten.
I.  Voraussetzungen  und  Höhe  dieser  Beihilfen.

1.  Den  Beamten  im  Ruhestand  und  den  Beamtenhinterbliebenen  (Witwen  und  Doppelwaisen)
  werden,  sofern  ihr  Gesamteinkommen  die  nachstehend  bezeichneten  Beträge  nicht  übersteigt,
sortlaufende  Kriegsteuerungsbeihilfen  gewährt.  Diese  Kriegsteuerungsbeihilfen  setzen  sich  bei  den
Beamten  im  Ruhestand  und  den  Beamtenwitwen  aus  der  allgemeinen  Beihilfe  und  gegebenenfalls
den  Kinderzulagen  zusammen.  #  ·  ·

Die  allgemeine  Beihilfe  wird  den  Beamten  im  Ruhestand  und  den  Beamtenwitwen  in  verschiedenen,
  nach  der  Höhe  ihres  Einkommens  abgestuften  Sätzen  gewährt  und  zwar

a)  den  ledigen  Beamten  im  Ruhestande,  dann  Beamtenwitwen,  die  keine  Kinder  zu
unterhalten  haben,  bis  zur  Erreichung  eines  Jahresgesamteinkommens  von  4452
b)  den  Beamtenwitwen,  die  Kinder  zu  unterhalten  haben,  bis  zur  Erreichung

 

eines  Jahresges  on  .  .  .  ·  .  .  .6552.«
c)denverheiratetenVeamtenimRuhestande,biszurErreichungeinesJahres-8352
  MA

gesamteinkommens  von  .  .  .·.  .  .  .  .  .
2.  Als  Kinderzulage  erhalten  für  Kinder,  bei  denen  die  nachstehend  unter  Ziff.  II  Nr.  5

bezeichneten  Voraussetzungen  gegeben  sind,
a)  die  Beamten  im  Ruhestande  monatlich  7  .X  für  jedes  Kind,

b)  die  Beamtenwitwen  monatlich  9  .¾  für  jedes  Kind.  »  «

Diese  Kinderzulagen  werden  bis  zu  einem  höheren  Jahresgesamteinkommen  als  die  allgemeinen

Beihilfen  gewährt,  nämlich  den  Beamten  im  Ruhestande  noch  bei  einem  Gesamtjahreseinkommen

von  8700  “  und  den  Beamtenwitwen  noch  bei  einem  Jahresgesamteinkommen  von  7500  .4.
3.  Ledige  und  unversorgte  minderjährige  Doppelwaisen  erhalten  eine  Kriegsteuerungsbeihilfe

  von  monatlich  10  #,  bis  zur  Erreichung  eines  Jahresgesamteinkommens  von  720  4
ledige,  unversorgte  Doppelwaisen,  die  volljährig  und  erwerbsunfähig  sind,  eine
Kriegsteuerungsbeihilfe  von  monatlich  12  44,  bis  zur  Erreichung  eines  Jahresgesamteinkommens

  von#  .  -  ·  —  -««—,-.·  -.-  -  -13.44s·-«s
4.  Der  Antrag  auf  eine  Kriegsteuerungsbeihilfe  ist  bei  der  staatlichen  Behörde  (Kasse)  einzureichen,
  die  den  Ruhegehalt  oder  den  sonstigen  Pensionsbezug  des  Antragstellers  oder  der  Antragtellerin

  oder  etwaige  Unterstützungen  auszuzahlen  hat,  falls  solche  den  Beteiligten  angewiesen  werden.

An  .  .  1.  .

mcgäknfcdzixensiBsseatkttärwerden  die  verwitweten  und  geschiedenen  Beamten,  die  keinen  eigenen  Haushalt
führen  und  keine  Kinder  zu  unterhalten  haben,  gleichgeachtet.  Die  lidigen,  die  verwitweten  und  die  geschiedenen
Beamten  sowie  die  Beamtenwitwen,  die  nachweislich  eiwerbsunfähige,  d  h.  im  Sinne  des  §  1255  der  Reichsversicherungsordnung
  invalide  Eltern,  Großeltern  oder  Geschwister  ganz  oder  vorwiegend  unterhalten,  bekommen  die
gleiche  allgemeine  Beihilfe  wie  die  Beamtenwitwen,  die  Kinder  zu  unterhalten  haben.  Das  gleiche  gilt  für  ledige,
verwirwete  und  geschiedene  Beamte  im  Rubestande  und  Beamtenwitwen,  die  einen  eigenen  Haushalt  führen  oder
Kinder  zu  unterhalten  haben,  auch  wenn  bei  diesen  Kindern  die  in  Ziff  11  Nr.  5  bezeichneten  Voraussetzungen  nicht
vorliegen.  Ein  „eigener  Haushalt“  ist  bei  solchen  Personen  als  gegeben  zu  erachten,  dic  eine  Wohnung  mit  eigener
Geräteausstattung  besitzen,  eigene  Küche  führen,  und  eine  Person  unterhalten,  die  durch  die  Besorgung  der  Hauswirtschaft
  ausschließlich  oder  vorwiegend  in  Anspruch  genommen  ist.  Dabei  ist  bei  weiblichen  Beamten  im  Nuhestand
  und  bei  Beamtenwitwen  von  dem  Erfordernis.  daß  eine  Person  unterhalten  wird,  die  durch  die  Besorgung
ihrer  Hauswirtschaft  ausschließlich  oder  vorwiegend  in  Anspruch  genommen  ist,  abgesehen  worden.  Zu  den  Kindern
im  Sinne  vorstehender  Bestimmungen  zählen  auch  Stiefkinder,  an  Lindesstatt  angenommene  Kinder,  uneheliche
Kinder  und  Pflegekinder,  vorausgesetzt,  daß  sie  von  dem  Beamten  oder  der  Beamtenwitwe  ganz  oder  überwiegend
unterhalten  werden.  Den  Beamten  im  Ruhestande  wird  die  Kinderzulage  auch  für  ihre  Ehefrau  gewährt,  wenn
diese  wegen  Gebrechlichkeit  oder  nichtvorübergehender  Krankhceit  pflegebedürftig  ist.

Verheiratete  weibliche  Beamte  im  Ruhestand  erhatten  nur  dann  die  allgemeine  Beihilfe  der  verheirateten
Beamten  (oben  Ziff.  1  Nr.  1c),  wenn  sie  den  Unterhalt  des  Ehemanns  bestreiten.  Führen  sie  einen  eigenen
Haushalt  oder  haben  sie  nur  Kinder  zu  unterhalten  oder  gewähren  sie  erwerbsunfähigen  Eltern,  Großeltern  oder
Geschwistern  den  Unterhalt,  so  erhalten  sie  die  allgemeine  Beihilfe  nach  obiger  Ziff.  1  Nr.  1  Alle  übrigen
weiblichen  Beamten  im  Ruhestande,  gleichviel  ob  verheiratet,  verwitwet  oder  ledig,  erhalten  die  allgemeine  Beihilfe

nach  obiger  Ziff.  1  Nr.  1a
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