(148,)
rt. 139.
Beschränkung des richterlichen Verfahreus hierbet.
Verletzungen der Gesundheic aus Fahrlässigkeit, welche nicht die im Artikel 132 unter
3 und 4 erwähnten Folgen nach sich gezogen haben, sind nur auf Antrag des Beschädigten
in Untersuchung zu ziehen.
Art. 140.
Schmerzengeld.
Die mit einer absichrlich oder aus Fahrlässigkeit zugefügten körperlichen Verletzung
verbundenen Schmerzen sind dem Beschädigten auf dessen Verlangen von dem Verbrecher
durch eine von dem Richter zu bestimmende Geldsumme zu vergüten, zu deren Emrrichtung
die dazu verurkheilten Mitschuldigen solidarisch verpflichtet sind.
Art. 141.
Bei der Festsetzung derselben har der Richter die wahrscheinliche Grösse der von dem
Verletzeen erdulderen Schmerzen, sowie, insofern tetzrerer sich nicht deshalb die besondre
Ausführung vorbehält, die Folgen der Mißhandlung auf die Integrität des Körpers desselben
und dessen künftige tebensverhältnisse zu berücksichtigen.
Art. 142.
Durch Zuerkennung eines solchen Schmerzengeldes werden dem Verletzeen sonstige Entschädigungsansprüche
nicht entzogen.
Arl. 143.
Derjenige, welcher bei elnem entstandenen Srreite zuerst Thärlichkeiten gegen den Andern
verübt hat, ist niemals zur Forderung von Schmerzengeld berechtige.
Art. 444.
Selbstverstümmelung.
Eine Selbstverstümmelung, die Jemand in der Absicht verübt, um sich zu der Erfüllung
einer burgerlichen Pflicht untüchtig zu machen, zieht Gefängnißstrafe bis zu Acht
Wochen nach sich. Hat ein Militärpflichtiger auf diese Weise oder durch künstlich hervorgebrachte
Gebrechen sich zu dem Militärdienste unrüchtig gemacht, so trite Arbeitshausstrafe
bis zu Einem Jahre ein. War derselbe jedoch schon vor der Verstümmelung untüchtig,
so ist nur auf Gefängnißstrafe von Vier Wochen bis zu Drei Monaten zu erkennen.
Wer einen Andern mit dessen Einwilligung zu einem der vorangegebenen Zwecke verstümmele
oder gebrechlich macht, ist mit gleicher Strafe, in andern Fällen aber mit Gefängniß
bis zu Bier Wochen oder verhältnißmäsiger Geldstrafe zu belegen.
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