Contents : Gesetz- und Verordnungsblatt für das Königreich Sachsen vom Jahre 1838. (4)

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rt.  139.
Beschränkung  des  richterlichen  Verfahreus  hierbet.

Verletzungen  der  Gesundheic  aus  Fahrlässigkeit,  welche  nicht  die  im  Artikel  132  unter
  3  und  4  erwähnten  Folgen  nach  sich  gezogen  haben,  sind  nur  auf  Antrag  des  Beschädigten
  in  Untersuchung  zu  ziehen.

Art.  140.
Schmerzengeld.

Die  mit  einer  absichrlich  oder  aus  Fahrlässigkeit  zugefügten  körperlichen  Verletzung
verbundenen  Schmerzen  sind  dem  Beschädigten  auf  dessen  Verlangen  von  dem  Verbrecher
durch  eine  von  dem  Richter  zu  bestimmende  Geldsumme  zu  vergüten,  zu  deren  Emrrichtung
die  dazu  verurkheilten  Mitschuldigen  solidarisch  verpflichtet  sind.

Art.  141.

Bei  der  Festsetzung  derselben  har  der  Richter  die  wahrscheinliche  Grösse  der  von  dem
Verletzeen  erdulderen  Schmerzen,  sowie,  insofern  tetzrerer  sich  nicht  deshalb  die  besondre
Ausführung  vorbehält,  die  Folgen  der  Mißhandlung  auf  die  Integrität  des  Körpers  desselben
  und  dessen  künftige  tebensverhältnisse  zu  berücksichtigen.

Art.  142.

Durch  Zuerkennung  eines  solchen  Schmerzengeldes  werden  dem  Verletzeen  sonstige  Entschädigungsansprüche
  nicht  entzogen.
Arl.  143.
Derjenige,  welcher  bei  elnem  entstandenen  Srreite  zuerst  Thärlichkeiten  gegen  den  Andern
  verübt  hat,  ist  niemals  zur  Forderung  von  Schmerzengeld  berechtige.

Art.  444.

Selbstverstümmelung.

Eine  Selbstverstümmelung,  die  Jemand  in  der  Absicht  verübt,  um  sich  zu  der  Erfüllung
  einer  burgerlichen  Pflicht  untüchtig  zu  machen,  zieht  Gefängnißstrafe  bis  zu  Acht
Wochen  nach  sich.  Hat  ein  Militärpflichtiger  auf  diese  Weise  oder  durch  künstlich  hervorgebrachte
  Gebrechen  sich  zu  dem  Militärdienste  unrüchtig  gemacht,  so  trite  Arbeitshausstrafe
  bis  zu  Einem  Jahre  ein.  War  derselbe  jedoch  schon  vor  der  Verstümmelung  untüchtig,
  so  ist  nur  auf  Gefängnißstrafe  von  Vier  Wochen  bis  zu  Drei  Monaten  zu  erkennen.


Wer  einen  Andern  mit  dessen  Einwilligung  zu  einem  der  vorangegebenen  Zwecke  verstümmele
  oder  gebrechlich  macht,  ist  mit  gleicher  Strafe,  in  andern  Fällen  aber  mit  Gefängniß
  bis  zu  Bier  Wochen  oder  verhältnißmäsiger  Geldstrafe  zu  belegen.

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