Full text : Gesetz- und Verordnungsblatt für das Königreich Sachsen vom Jahre 1838. (4)

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Bekanntmachung  mit  vorzuladen  sind,  verschritten,  hierbei  aber  das  9  11—  13  Vorgeschriebene
  analog  angewendet.

45.  Einsprüche  gegen  das  Wahlverfahren  sind  nur  innerhalb  der  ersten  Acht  Tage  Einsprüche  genach
  beendigrer  Wahl  zulässig  und  bei  der  Gemeindeobrigkeit  anzubringen,  die  sie  zu  er=  gen  das  Wahlörtern
  und,  dafern  sie  dadurch  sich  nicht  erledigen,  unter  Beifügung  der  Acten  und  etwa-  verfahren.
nigen  Seimmzettel,  zur  vorgesetzten  Kreisdirection  einzuberichten  hat.

46.  Nach  erfolgker  Bestätigung  und  Verpflichtung  des  Vorstandes  und  der  Ge-Einweisung  der
meindeältesten,  wird  der  Gemeinderath  oder  die  9  54  der  Landgemeindeordnung  vorgeschrie-  Gemeindever
bene  Gemeindevertretung  von  der  Obrigkeit  an  Ore  und  Stelle,  zu  einer  vorher  der  Ge-  «
meinde  bekannt  zu  machenden  Zeit,  oͤffentlich  eingesetzt  und  ist  hieruͤber  der  vorgesetzten
Kreisdirection,  sowie  der  Bezirksamtshauptmannschaft,  oder,  so  viel  die  Schoͤnburgschen
Receßherrschaften  anlangt,  der  Gesammtcanzlei  zu  Glauchau,  Anzeige  zu  erstatten,  auch
in  Orten  gemischter  Jurisdiction  den  uͤbrigen  betheiligten  Obrigkeiten  Mittheilung  davon

zu  machen.

&  17.  Nach  Einsetzung  der  Gemeindevertretung  ist  die  Uebergabe  der  vorher  von  Uebergabe  der
den  Gerichtspersonen  oder  sonstigen  zeitherigen  Gemeindevertretern  aufbewahrten  Gelder,  Gemeinde—
Schriften  und  andern  Effecten  der  Gemeinde  an  deren  Vorstand  zu  bewirken,  welchem  effecten.
hinfuͤhro  auch  die  Bestellung,  Auslegung  und  Aufbewahrung  des  von  der  Gemeinde  zu
haltenden  Exemplars  vom  Gesetz-  und  Verordnungsblatte  obliegt.

*#  18.  Ob  es  nöhig  sei,  eine  besondere  Gemeindelade  zu  halten,  wie  dieselbe  be-Gemeindelade.
schaffen  sein  und  verwahrt,  auch  von  wem  solchenfalls  die  etwanigen  mehrern  Schlüssel,
nächst  dem  Gemeindevorstande,  geführe  werden  sollen;  dieß  alles  ist  nach  örktlichem  Bedürfniß,
  unter  Berathung  mie  dem  Gemeinderathe,  obrigkeitlich  zu  bestimmen  und  hauptsächlich
  davon  abhängig  zu  machen,  ob  für  gewöhnlich  Geld  oder  Geldeswereh  von  einigem
Belange  für  die  Gemeinde  aufzubewahren  ist  oder  nicht.

§  19.  Das  Gemeindesiegel,  wo  ein  solches  noch  nicht  vorhanden,  wird  von  der  Gemeinde=Obrigkeit
  auf  Kesten  der  Gemeinde  angeschafft  und  dem  Gemeindevorskande  eingehändigt.  siegel.
Es  muß  jedenfalls  mit  der  Auf=  oder  Umschrife:
„Gemeinde  zu  N.  N.“
versehen  sein  und  kann  außerdem,  wenn  die  Gemeinde  es  wünsche,  ein  angemessenes,  der
obrigkeitlichen  Genehmigung  unterliegendes  Sinnbild  enthalken.

§J  20.  Ebenso  har  die  Obrigkeie  für  Anschaffung  des  Gemeindebuchs  auf  Kosten  Gemeindebuch.
der  Gemeinde  zu  sorgen  und  dasselbe  vor  der  Aushändigung  an  den  Gemeindevorstand  mie
einem,  auf  der  innern  Seite  des  Einbandes  anzustegelnden  Faden  dergestalt  zu  durchziehen,
daß  kein  Blatt  unbemerke  herausgenommen  oder  eingeschoben  werden  kann.  Eine  beglau-