in Wien, promevlene 1875 zum Doktor, wurde 1851 ausserord.. 1854 ord. Prof.
als Rachlolger Hochsielters, mil dem er (1872) Oberschlesien und Russland (besonders
aber den mitlleren Ural) bereiste. Er unlernahm im Auftrag der Akademie der issenschalten
zu Wien 1875, 1530, 1554, 1588 und 18396 die Durchführung geolagischer
fintersuchungen in den Balkarsiaaten. Toula war in den Jahren 1390 — 93, 1896,
1397 und ist auch graenwärtig Dekan der chemischen Abteilung der Cochwischen Hochschule
in Wien und war im Studienfahre 1803-44 Rektor der genannten hochschule.
I Jahre 1897 wurde ihm der Aolratsinel verliehen.
Trabert, Wilhelm, Meieorolog, geboren am 17, Sepieinber 1863 zu Frankenberg in
Ressen, 153& in [len promoviert, 1893 Privatdaxeni an der ilmiwersitäl. Trai 1838
au der Zentralanstalt Tr Meteorologie und Erdmagneiismus in Wien ein, ist gegenwarig
Sekrelär derselben. Steine Arbeiten sind vorwiegend iheorelischer Nalur.
Grössere Arbeiten: „Der tägliche Gang der Teinperaiur und des Sonnenscheins aul
den Sonnblickgipfel“ dliener Denkschrikten 1802), „Zur Cheorie der elckirischen
Erscheinungen wuserer Almosphäre* (Wiener Sitzungsberichte 1804), „Donausindien“
I u. 11 (ffiitteiliingen der gesgraphischen Gesellschaft Wien 1893). „Meteorologie“ (1506).
Crendelenburg, Friedrich, Ebirutg, geboren am 24. Mai 1844 in Berlin, studierte
in Edinburgh, Glasgow und Berlin, wurde Assistent Laungenbecks, 1874 arzılicher
Direkior der chirurgischen Station des städtischen Krankenhauses zu Berlin, 1875 ord,
Prof, in Rostock, 1882 in Bonn, seit 1805 in Leipzig. Erhielt dem Cilel eines Geh.
Medizinalrats. Schrilten: „Werkeizungen und chirurgische Krankheiten des Gesichts"
(1880), ein Ceil der „Deutschen Chirurgie“ von Billrsth und Luecke und viele ver:
dienstvölle chirurgische Abhandlungen.
Trepiow, Emil, Bergingenieur. geboren am 20. Juni 1854 zu Danzig, 1879— #4
Freiberg h. 5, 180 Professor der Bergbaukunde au der Bergakademie daselbst. Er
schrieb: „Arundzüge der Hergbaukunde und Aufbereitung" (1802), war Mitarbeiter
am „Lexikon der gesamen Lechnik“ (1594- O9) und verkassie den halbband „Berg.
bau" für O. Spammer „Buch der Erfindungen, Gewerbe und Industrien“ (290).
trojan, Johannes, Dichter, geboren am 14. August [857 zu Danzig, studierte im
Göningen und Berlin Medizin, dann in Bonn und Berlin Philologie. wurde 1962
Redaktert am „Kladderadatsch”, den er seit 1536 als Chefredakteur leitet. on ihm u. a.:
„Beelichte” (2, Aufl. 1883, „Scherzgedichte“ (3. Aufl. 1894), „Kleine Bilder“ (1880), „Uon
drinnen umd draussen“ (1587). „Von Strand und Meide” (183, „Hriegsgedenkbuch
des Kladderadafsch“ (mit Julius Cohmeyer, 1861), „Für gewöhnliche Beute“ (1862,
„Jon einem zum andern“ (1303), „Hundert Kinderlieder" (1809), „Zwei iNonal
Festung“ (1809), Teinsirnmiger Lyriker, einer unserer hebenswilrdigsien Bumtöristen.
von köstlicher Drolerie, der einen grossen Kreis warmer Verehrer zählt.
Uechiritz, Euno von, Bildhauer. geboren am 3, Juli 1850 zu Breslau, besuchte die
Wiener Akademie, war dann Schuler von Cilaner, hielt sih zu Sindtienzwecken in
Paris und Italien auf und hat Seinen Liohnsitt Seid 1887 in Berlin. Eine Anzahl
karbiger Bildwerke zeigen den Meister farbiger Plastik. Der Pifferaro wurde bei der
Ausstellung farbiger Skulpturen in der Nationalgalerie zu Berlin 1535 als die ge.
iungensie Cösung der Trage erkanm. Besonders eine gresse Zahl monumendaler
Beunien, &. B. der zierlich gestaltete Wandbrunnen im Schloss zu Berlin, entstammen
seiner Band. Sie zeigen alle phantasiereiche malerische STormen, ebenso wie seine
Gruppe in der Siegesaller, Kurfürst Georg Wilhelm. Schr bekanni sind seine graziösen
kunsigewerblichen Arbeiten, besonders seine Kandelaber und Brunnen. Das Molikedenkmal
in Breslau, schlicht und naiuralistisch, Zeigt die Schallenskraft des leintäihligen
Künsılers auch in dieser Richlung.
umde, Friiz von, Maler, geboren am 22, Mai 1848 in Wolkenburg (Sachsen), beiral
anfangs die militärische Laufbahn, in der er «s bis zum Rittmeister brachte, ging
1877 mach München. wurde 1879 Schüler Munkarsys in Paris, batte $einen ersten
Eriolg 1389 mil der „Ehanteuse” (Salon). liess dann neben eilrigem Rahutshtdam
niederländische Einflüsse Aaul sich wirken, wandte sich seit 1885 religiösen Stoffen
zu („Lasset die Kindlein zu mir kommen“ 1584 Museum zu beipzig; „Komm, Berr
Jesus, seh unser Bası“ 1885, Nationalgalerie zu Berlin; „Die heilige Nacht” 1889,
Galerie zu Dresden; „Ehristi Aimmellahrt“ 1397, Pinakothek zu München; „Das leizie
Abendmahl“ 1808, INuseum zu Stuttgart 1. a. und brach der Freilichtmalerei. sowie
der modernen Darstellungsweise der heiligen Geschichte in Deutschland Bahn.
Uhlhorn, Gerhard, Iuiberischer Cheolog, geboren am 17. Februar 1826 zu Osnabrück,
habilitierte sich 1852 in Göttingen, wurde 1855 nach Bannover berufen, 1862 Kon.
sistortalrat und Aofprediger. 1866 Mitglied des Landeskonsistorlums und Dberkonsistorialrai
und 1378 Abt von Lokkum. Haupischrilien: „Die Bomilien und
Rehognitionen des Clemens Romanus“ (1854), „Irbanuıs Rhegius“ 186. „Der Kampl
des Ehristenums ni dem Heidentum“ (874, 6. Full. 1898), „Die christliche Liebesihaligkell"
(1882-80, 2, Aufl, 1995), „Katholizismus und Protestantisınus gegenüber
der sozialen Frage“ (1887), „Die kirdhliche Armenpilege in ihrer Bedewiung kit die
Gegenwarl“ (1802),
Unlig, Gustav, Päidagog, geboren am 9. Jali 1633 in Gleiwitz, sindiere in Bonn
und Berlin altklassische Philologie, wurde 1866 Prof, an der Kantenschule zu Harau,
1869 Prof, am der Universität zu Zirich und ish sen 1872 Direktor des Aymmasiuns
und Prof, an der Universität zu Heidelberg. Auf ausgedehnien Studienreisen hal er
im fast allen Ländern Europas das höhere Schulwesen kennen gelemi. 1890 nahm
er an der nach Berlin berulenen Schulkonferenz teil. Sen demselben “Jahre ist er
Kerausgeber der von ihm beariindelen Zeitschnlt „Das bumanistische Gymnasium“.
His philelogischer Schriftsteller bethanigie er sich auf dem Gebiet der allgriechischen
Sprachlörschung und veröffentlichte ausser anderem 1583 eine kriiische Ausgabe der
Grammatik des Dionysims Ührax.
Wirich, Franz, Elsenbahndirektionspräsident, geboren am 3. März 1844 zu Bersfeld
(Provinz Bessen-Nassau), studierte Jura und Bameralia, irat 1872 als Assessor bei der
Eisenbahndirehlion zu Miälnster ein, wurde 1874 INiglied der Generaldirckliion der
Reichseisenbabmen zu Strassburg. 1881 Mitglied der Eisenbahndirektion Elberfeld, hieli
im Huftrag des Ministers der öllentlichen Arbeiten 18$2--86 Uorlesungen über
Nationalökonsmie in ihrer Anwendung auf Eisenbahnen an der Universität Born und
tn Köln, wurde 1886 in das Handelsministerium, 1857 als vorlragender Rat in das
Ministerium der öffentlichen Arbeiten berufen, 18%5 Präsident der Eisenbahndirekiion
zu Kassel, Schriften: „Lariterhöhung oder Reichseisenbahnen“ (1876), „Eisenbahn:
Biographien 52
tarifwesen“ (1880, in zweiter Auflage 1890 In das Französische übersenmt), „Personen.
tarifrelorm und Zönenlarif" (1892), „Ausbildung der höheren Verwallungsbeamien
in Preussen“ (1893), „Stalleliarife umd Wasserstrassen“ (1994), „Staatseisenbahnen
und $taatswassersirassen“ (1898, in das Französische überseizl).
Wirikch, Panline, Schauspielerin, geboren am 19. Dezember 1835 zu Berlin, spielte
1857-59 zu Stettin und am Bollheater zu Hannover und gehört seit 1850 dem Uerbande
dies königl. holiheaters zu Dresden an, wo sie als Liebhaberin in der Komödie
md Beroine in der Eragödie ganz hervorragende Erfolge zu verzeichnen hat.
Unger, Willlan, Kadierer, geboren am Mi. September 1837 zu Hannover, Schliler des
kKupferstechers Keller in Dösseldorf und Chäters in Milnchen, isı Professor der Radlerkunst
an der Akademie der bildenden Hünste in Wien. Von Ihm vorzilgliche
Radierungen nach Rembrandi, Auisdael, Aobbema, waı Duck, Tranz Bals, Rubens,
Mäkarl. Seine besten Arbeiten die Ulerhe aus den Galerien zu Kassel, Braunschweig.
Amsterdam, „Die k. k. Gemäldegalerie in Wien“ (175 Blätter), aus der Liechtensteingalerie
In Wien, Galerie Weber, Galerie Strauss u. 5. w. Ausserdem existierl von ihm
eine grosse Zahl Onginalradierungen, meistens Porträts. Diele Blätter des hervorragenden
Künstlers enihalten die „Graphischen Künste“ und die „Zeitschrift Tür
bildende Hunsi“,
Uphuez, Josel, Bildhauer, geboren am 25. Mai 1856 zu Sassenberg in Westalen,
bis 1878 Bildschnilzer, hierauf drei Jahre lang Schiller der Kunstakademie zu Berlin,
dann Im Atelier von R. Begas ihätig. Yon ihm: Bogenschliuz (Nationalgalerie in
Sydney), Denkmäler Kaiser Wilhelms 1. und Bismarcks im Dilren, Denkmäler Kalser
Sriedrichs zu Homburg v. d. A. und Wiesbaden, Standbild des Markoralen Otto I. in
der Sieaesallee zu Berlin und Standbild Friedrichs des Grossen ebendaselbsi, Statuten
des Staatsschrelärs v. Stephan im Eichihofe des Reichspostmusenms zu Berlin, des
Physiologen Johannes Miller Tür Koblenz, Portätbüsien, Marmor-Grabdenkmäler,
Ein hochbegäabter und zukunlisteicher Künstler.
Uppenhora, Friedrich, Ingenieur. geboren am 29. Januar 1859 in Hannover, redigiere
ron 153194 das „Zentralblan für Elektrotechnik" bezw. die „Elektrische Zeitschrift“ und
giebt sent 1384 den „Kalender für Elektrotechniker” beraus. 1886—$9 Direktor der
elekirotechnischen VUersuchsstation in München. Seit 1894 in Dienste der Stadigemeinde
München als Elekirotechniker, erbante er die städtischen Elehrrizitädswerke und wurde
1899 zun Magisiratsmitglied mit dem Citel eines Baurates gewähl.
Wahl, Harl von, Geh. Überposirat und Oberpostdirektor, geboren am 31. Mai 1824
in Erkuırd, Horsteher der Überpostdireklionen zu Darmstadt 15677, zu Karlsruhe In
Baden I872--78, zu Kassel 1878---81 und zu Potsdam 188197. Beim Ueberirin in
den Kuhestand in den erblichen Adelsiand erhoben.
Jerdy Au Yernols, Julius von, preussischer General der Infanterie, geboren am
19, Juli 1852 zu Freistadt in Schlesien, 1866 als Major im Generalsiabe des Oberköomandos
der I. Armee, 1867 —72 Eehrer an der Kriegsahademie, 1870 Abteilungshet
im Grossen Beneralsiabe, als welcher er einen grossen Teil des Generalsiabswerkes
leitete; 1876 Generalmajor, 1879—$1 Direktor des Allgemeinen Kriegsdepantments
im Kriegsminisierivm, 1885 General der Inlanterie, 1880 Kriegsminister.
Schrälten: „Studien über Cruppenführung” {1873--83), „Beitrag zu den Havallerieübungsreisen”
11970). „Rriegsgeschichiliche Studien n nach der Z app ealen schen Neihede“
Methode in der Armee zu hoher Geltung-Vibrans,
Harl, Landwirt, geboren am 20. Oktober 1543 zu Kalvörde, studiere zu
Halle 180667. Butsbesitzer zu Ealwörde seit 1871 und Bürgermeister daselbst seit
1333, als 7. seiner Tamilie, deren Mitglieder das Ami seit 1727 bekleideten. Seit
1890 Vorsitzender der Dingerabteilung der Deutschen Tandwirschaftsgesellschaft.
Dierling, Georg, Komponist, geboren an 5. September 1820 in Frankenthal, 1847
Organist in Tranklurt a. O., dann Leiter der Singakademie daselbst, 1852 Dirigent
der Liedertafel in Mainz, 1853 Gründer des Bachvereins in Berlin, 1850 Musikdirekior,
danı Professor und Senatsmitglied der Berliner Akademie der Künste, Komposilionen:
Lieder. Klavierwerke, Orgelkonpesitionen, Duverturen, eine Symphonie, viele Ascappella-Chöre,
3 Oralorien.
Birchew, Kadolf, Palholog. Anthropoleg und freisinniger Parlamentarier, geboren
at 13. Oktober 1821 zu $chivelbein, habilitierie sich 1847 an der Berliner hochschule,
folgte im Herbst 154% einem Rui als rd. Prof, nach Wilrzburg und wurde 1850 ord.
Prof. und Direktor des Pathelonischen Instituts in Berlin. Mitglied der wissenschaft.
lichen Depulation dir das Medizinalwesen im Kalkusministerium, der technischen
Deputation für das Velerinarwesen im landweleschaftlichen Ministerium und der Ber:
Iiner Akademie der Wissenschaften, 1874 zum Geb. Medizinalrat ernanni. Virchows
epochemachende Gellularpalholonie („Vorlesungen Aber Eellularpathologte In ihrer
Begründung aul physiolögischer und patholagischer Gewebelehre” , 1850) schuf eine
neue Grmidlage Tlir die moderne Medizin. Die Aygieine verdankt ihm zahlreiche
bahnbrechende Untersuchungen über Kinalisafion, Städieerweilerungen, Desinfektion.
Schulhygieine, Lazarellwesen u. a; die Mnihropologie und Eihnographie viellache
Förderung. Von grösstem Einlluss waren seine Schädelmessungen, Schulerhebungen
über die Farhe der Faare, Augen und Kar. — Teransgeber des von Ihm und Reknhardi
1847 begründeten „Archivs für paihologische Anatomie und Physiologie und
hir klinische Medixin“, der von ihm und Boltzendorff 1566 begründelen „Sammlung
gemelnverständlicher wissenschafilicher Üoriräge”“. Mülbegründer der Deuischen und
der Berliner Anthropologischen Gesellschall, der „Zeitschrift Tür Eihnologie* (11868 FE).
Uirhow war auch einer der Begrilnder der Fortschrittspartei, 1830-93 Thitglied des
deutschen Reichstags ud ist seit 1861 Abgeordneier zum preussischen Landtag. Hauptwerke:
„Gesammelie Abhandlungen zur wissenschaftlicen Medizin“ (1856, 2. Aull.
1562), „handbuch der speziellen Pathologie und Cherapie”“ (185476), „Vorlesungen
iher Pathologie” (18063--67), „Gesammelie Abbandlungen aus dem Gebiete der Sfient-Ikchen
Ihedieim und der Seuchenlchre" (1879), „Beilräge zur phys. Anthropologie“
11876) u. a. Einer der vielsehigsien und erfolgreichsten Förderer der Ulissenschaft
und des Fortschritts im Leben der Gegenwar. Aus seinen Schillern sind eine grosse
Anzahl namhafter Herzie und medizinischer Lehrer hervorgegangen.
Jöchring, Hermann, Botaniker, geboren am 3. Tebruar 1847 zu Blomberg in Lippe,
zuerst Gärlner, studiere 1868-73 zu Berlin Naturwissenschalten und Mathematik,
habilitierte sich 1874 in Bomn, wurde daselbst 1877 ausserord. Prof. 1873 ord. Prof.