XVII.
Erzbergers Enklastungs-Offensive.
(Helfferich in der „Kreuz-Zeitung“ vom 26. Juli.)
Die beste Parade ist der Hieb. Nach diesem Satz hat Herr
Erzberger stets gehandelt. Auch gestern wieder. Er steht unter
der schweren Anklage, die ernsthafte Friedensmöglichkeit, die
unter dem Druck des U-Bootkrieges im Sommer 1917 heranreifte,
de facto sabotiert zu haben. Er steht noch unter anderen
Anklagen, die sich auf die Reinlichkeitseines politischgeschäftlichen
und geschäftlich-politischen Gebarens
beziehen. Und seine Verteidigung ist die Anklage
gegen alles, was er unter seiner Gegnerschaft begreift, selbst
die Friedensmöglichkeiten ausgeschlagen und das deutsche Volk
den Weg nach Versailles geführt zu haben. Der Kern seines
Gegenangriffs ist die Behauptung, England sei im August
und September 1917 ernsthaft bereit gewesen,
unter der Bedingung der Wiederherstellung
Belgiens und von Garantien für seine Unabhängigkeit
Frieden mit Deutschland zu machen.
Dieses Angebot Englands sei durch den päpstlichen Nuntius in
München Herrn Pacelli an den Reichskanzler übermittelt, aber
nach drei Wochen des Wartens am 24. September 1917 unter
alldeutschem, schwerindustriellem und militärischem
Druck vom Reichskanzler abschlägig beschieden
worden.
Ich möchte schon an dieser Stelle erklären, daß nach meiner
Kenntnis der Dinge dieser Kern der Erzbergerschen Entlastungsoffensive
eitel Schaumschlägerei ist, Schaumschlägerei,
die in der Zuversicht arbeitet, daß die Einzuseifenden gar nicht in
der Lage sind, Herknuft und Art der Seife zu kontrollieren.
Es wäre nur ein Hineinfallen auf die Erzbergersche Taktik der
Verschiebung des Gefechts von einem für ihn unhaltbaren Gelände
in eine geschickt ausgebaute Aufnahmestellung, wenn ich ihn
ohne weiteres die Aufnahmestellung beziehen ließe. Diesen Gefallen
tue ich Herrn Erzberger nicht. Ich halte ihn zunächst auf
dem Boden fest, von dem er zu entkommen sucht und werde ihm
dann erst an seine neue Festung folgen. Demgemäß gebe ich die
Daten, auf die es ankommt, im Zusammenhang: