Metadata : Die Freimauerer, deren Ursprung, Geschichte, Verfassung, Religion und Politik.

ein  Meister  allein  durfte  einen  Gesellen  nicht  vom  Handwerk
  wegweisen,  er  mußte  hierin  nicht  nur  zwei  andere
Meister  beraten  und  mit  ihnen  einstimmig  sein,  sondern
auch  die  Mehrheit  der  Gesellen  mußte  ihre  Einwilligung
erteilen;  Streitigkeiten  der  Meister  unter  sich  durften  nur
von  Schiedsrichtern  aus  dem  Bunde  selbst  geschlichtet  werden.

In  den  Baubrüderschaften  spielte  überhaupt  die  brüderliche
  Geselligkeit  eine  hervorragende  Rolle.  Monatlich
fanden  Versammlungen  statt,  deren  Verhandlungen  mit
einem  Trinkgelage  endigten.  Jährlich  feierte  jede  Haupthütte
  ein  „Hauptgedinge",  und  als  Feste  des  Bundes  galten
die  Tage  Johannes  des  Täufers  und  der  sogenannten  „vier
Gekrönten".  In  der  spätern,  entarteten  Zeit  des  Bundes
hielten  Meister  und  Gesellen  besondere  Versammlungen,
Erstere  halb-  oder  vierteljährlich,  Letztere  monatlich.  Jede
Zusammenkunft  wurde  mit  Fragen  und  Antworten  des
Meisters  und  der  Hüttenbeamten  feierlich  eröffnet  und  geschlossen.
  Dem  Gesellen  wurden,  sobald  er  seine  Wanderschaft
  antrat,  die  geheimen  Erkennungszeichen  der  Brüderschaft
  mitgeteilt,  welche  in  einer  Grußformel,  einem  Zeichen
und  einer  besondern  Art  des  Händedrucks  bestanden.  Damit
wies  er  sich,  wohin  er  kam,  als  Bruder  Steinmetze  aus  und
hatte  so  das  Recht,  die  Kunst  unentgeltlich  zu  erlernen.
Wenn  er  zu  einer  Hütte  kom,  wo  gemeiselt  wurde,  machte
er  zuerst  von  außen  die  Thüre  zu,  um  nach  der  Weise  der
Steinmetzen  anklopfen  zu  können,  trat  dann  ein  und  fragte:
Arbeiten  deutsche  Steinmetzen  hier?  Sofort  räumten  die
Gesellen  in  der  Hütte  auf,  schlossen  dieselbe  und  stellten  sich
in  einem  rechten  Winkel  auf.  In  einen  solchen  stellte  der
Wanderer  auch  seine  Füße,  nahte  sich  den  Gesellen  mit  drei
Schritten  und  sprach:  Gott  grüße  den  ehrbaren  Steinmetz.
Die  Antwort  war:  Gott  danke  dem  ehrbaren  Steinmetz,
und  so  folgten  weitere,  oft  sich  wiederholende  Fragen  und
Antworten,  unter  anderen  auch  folgende:  Wer  hat  dich  aus-