Die Diphthongen oder Doppellauter. 17
Ubung.— Bai, beiHai, hei Mai, meinen) Laib, LeibMaid,
meiden Waid, weiden Saite, Seite Hain, Hein! Main, mein
Mais, Meise] Waise, Weise| Kaiser, keiner] maischen, Meißel
Zain, zeihen Rain, rein laichen, Leichen.
§ 31. Der Artikel „ein, eine“ und die Ableitungssilben
„heit“ und „keit“ sind rhythmisch meistens leicht, letztere namentlich,
wenn sie auf eine schwere Silbe folgen und eine lange hinter sich
haben. (Klugheit kommt.) In diesen Fällen verliert der Diph-
thong leicht seine Dehnung und wird übereilt ausgesprochen, so
daß er wie ein schlechtes a klingt. Das muß vermieden und
der Laut in seiner Reinheit und Dehnung erhalten werden.
ÜUbung. — Ein Mann] Reinheit gleicht eine Pflicht Tollheit
bricht aus Menschheit fordertein Kind Klugheit schweigtes
kommt ein Pferd! Schönheit hebt es schießt ein Jäger Falschheit
schadet! es schlägt ein Tollkopf] Grobheit mißfällt er sieht eine
Frau ]Klarheit nützt Schlauheit glückt! Tollheit ekelt entsteht ein
Wind Gewohnheit nützt Verzagtheit schadet es geht eine Rede
Schalkheit lächelt] Feigheit widerlich! Kindheit glücklich Einheit
hilft es kräht ein Hahn es bellt ein Hund Geneigtheit schwer es
winkt eine Frau ’es lacht eine Bäuerin es freut einen Mann es
ziert einen Sohn es hilft einer Tochter.
§ 32. Die Diphthongen en und än sind in ihrem Laute
mit ci und ai verwandt; 7 tönen dumpf aus, während diese
hell austönen. In diesen giebt das helle i, in jenen das dumpfe
die Klangfarbe. Unter sich haben eu und äu einen kaum merk-
baren Unterschied, der von der Umgangssprache tand unbeachtet
gelassen wird. Dennoch ist für ein feines Ohr und eine feine
Zunge ein Unterschied da. Das en ist um eine Schattierung
heller als das än, der Umlaut von au. Z. B. Leuten, läuten;
heute, Häute. Es ist indessen nicht sehr wesentlich diesen Unter-
schied genau zu beachten, dagegen müssen en und äu von ei
und ai sorgfältig unterschieden werden.
übung.— Räuber, Reiber Breite, Bräute ] Feuer, Feier keifen,
Käufen zeugen, zeigen Eile, Eule räumen, reimen nein, neun
Mäuse, Meise bereichern, beräuchern Säule, Seile #bezeigen, be-
zeugeneuer, Eier Streit, streut dräuen, dreien Geleite, Geläute
fenern, feiern kneifen, Knäufen Sträucher, Streiche Beile, Beule
Reime, Räume Scheunen, scheinen Reiß, Reuß freuen, freien be-
reiten, bereuten ] Zeugen, Zeichen] heilen, heulen läutern, Leitern
Reisen, Reusen erzeugen, erzeigen leihen, Leuen Beute, beide
Benedix, Mündl. Bortrag. I. 7. Aufl. 2