Full text : Kronprinz Wilhelm. Meine Erinnerungen aus Deutschlands Heldenkampf.

versah  Hauptmann  Pflugradt,  ein  treuer,  zuverlässiger  Charakter,  der
würdige  Sproß  einer  durch  Generationen  in  Pflicht  und  Stgabe  bewährten
  Soldatenfamilie.  Er  hat  später  auch  als  vorblldlich  tapferer
Truppenführer  auf  dem  italienischen  RKriegsschauplatz  seinen  Mann  gestanden.


Aufmarsch  der  7.  Armee.

Unter  dem  Schutze  der  frühzettig  marschbereiten,  am  I.  und  2.  Mobilmachungstage
  zwischen  der  Luxemburger  Südgrenze  und  Metz  aufmarschierten
  Grenzschutztruppen  des  XIII.  und  XVI.  A.  N.  vollzog  sich  der

#  u.  à.  planmäßige  Aufmarsch  der  5.  Armee  mit  ihren  fechtenden  Truppen  und
Ker#dem  großen  Truppen=  und  Derwaltungsapparat  der  Etappe  im  Raume
Diedenhofen—Metz—Saarbrücken—SOttweiler—erzlg.Aus  allen  Gauen
des  deutschen  Vaterlandes  rollten  Zzüge  um  züge  in  die  auegedehnten
Bahnhofeanlagen  des  Kothringerlandes,  die  Söhne  der  Drovinzen  Dosen
und  Schlesien  im  V.  A.  R.,  V.  R.  R.  und  VI.  R.  R.,  dle  tapferen
Württemberger  im  XIII.  A.  R.,  die  Elsaß-Lothringer,  durchsetzt  mit  Teilen
aller  deutschen  Länder,  im  XVI.  A.  R.  Ferner  nahten  gemischte  #andwehr-Brigaden,
  dle  13.  aus  der  Drovinz  Sachsen,  die  48.  aus  Zessen,
die  45.  aus  dem  Rönigreich  Sachsen,  die  53.  Agl.  Württembergische  und
die  9.  Rgl.  Baperische.  Dazu  traten  vier  Mörser-Bataillone  der  Regl—
menter  6  und  12  sowle  die  beiden  Dionier-Regimenter  20  und  29.  Als
Mronprinz  des  Deutschen  Reiches  freute  ich  mich  dlieser  glücklichen  Mischung
aller  vaterländischen  Stämme  unter  meinem  Rommando  und  nahm  mir

vor,  ihre  Waffenbrüderschaft  mit  warmem  Zerzen  zu  pflegen.

Die  täglichen  Vorträge  beim  Oberkommando  gaben  ein  anschauliches
Bild  von  dem  fortschreitenden  Aufmarsch  und  der  Überwindung  aller
Reibungen  der  gewaltigen  Maschine,  deren  einzelne  Glieder  sich  dem  einheitlichen
  Führerwillen  zur  Erzeugung  höchster  Arbeits-  und  Kampfkraft
anzupassen  hatten.  Es  hatte  den  Anschein,  als  ob  unser  Tatendrang
noch  auf  eine  harte  Geduldeoprobe  gestellt  werden  würde,  während  schon
bedeutsame  Nachrichten  über  die  ersten  Kriegsgeschehnisse  von  anderen
Stellen  einliefen.  Der  große  Schlag  der  überraschenden  Einnahme  LTüttichs
folgte  der  von  mir  längst  erwarteten  Meldung,  daß  England  une  den
Rrieg  erblärt  hatte.  Dagegen  erregte  das  Verharren  Italiens  in  angeb-8