Full text : Lehr- und Lesebuch oder die Vaterlands- und Weltkunde.

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Bei  Wartburg  an  der  Elbe,  wie  fuhr  er  bindiurgl
Da  fchirmte  die  Sranzojen  nicht  Schanze  nod  Burg;
Sie  mußten  wieber  fpringen,  wie  Hafen  itber'd  Telb,
Und  heil  Kieß  erklingen  fen  Huflah  der  Selb.

Bei  Leipzig  auf  dem  Plane,  o  herrliche  Schlacht!
Da  brady  er  den  Franzofen  da3  Glüd  und  die  Mad!
Da  Iagen  fie  fo  fiher  nad)  blutigem  Fall,

Da  ward  der  Her  Blücher  ein  Feldmarfdhalll

Drum  blafet,  ihr  Trompeten:  Hufaren,  heraus!

Du  reite,  Herr  Feldinarfhall,  wie

Minde  im  Saußl

Dem  Siege  entgegen  zum  Rhein,  übern  Rhein,
Du  tapferer  Degen,  in  Frankreich  hinein!

(Urnbt.)

70.  Die  unecbten  Fahnen  von  der  Hanauer  Schlacht.

Kaifer  Napoleon
Da  er  dem  Rhein  zuyo
Und,  ald  er  war  ent  ob,
rs  zu  haben  log  —
Kieß  er  von  Damen
Imanzig  Kriegsfahnen
Tragen  nad)  Bartie
Zur  Raifrin  Marie  Luife*).

„Meine  Frau  Raiferin,
Die  Jahnen  fhid  ih  Eud),
Meil  id  der  Sieger  bin;
Sie  find  von  beutfchen  Beıtg.
Meil  hr,  indeifen
Ih  an  ber  EIb’  bin  gefefien,
Sp  gut  habt  hausgehalten
Solt  Ihr  zum  Dant  fie  behalten.“

Die  Raifrin  Sieht  fie  an
Spricht  mit  bevächt'gem  Muth:
„Ah  mancher  deutihe  Mann
Ließ  wohl  daran  fein  Blut.
Dod)  nein,  ad)  neine,

Sie  I  ja  ganz  reme;
Ich  jeh  e8  an  den  Nabten,

Die  find.  nicht  von  deutfchen  Faden.

„Du,  fag’  mir  an  geihmwind,
Wo  find  die  Yahnıen  Ber?

Bin  felbft  ein  deutjches  Find;
Mas  deutjch  ift,  fenn  ich  eh’r.*
„ac,  wenn  Shr  nicht  wollet
Bürnen,  jo  follet

hr  bören  alles  zufammen,
Moher  die  Fahnıen  ftammen.

Wir  waren  gar  zu  fchrell
Auf  unferm  Siegeslauf;
Kein  deutfcher  Kriegsgejell
Bot  uns  ’ne  Tahn  zum  Kauf:
Da  mußten  die  Sadıen
Wir  jelber  maden;
Wir  hatten  genug  am  Yliden
Und  daditen  nicht  dran,  fie  zu  fliden.

So  find  fie  uneht  zwar,
Mas  diefed  anbelangt;
Doc)  ‚mern  fo  ganz  und  gar
Nad)  echten  Euch  verlangt,
Sch  bit?  unterthänig,
DVerzieht  nur  ein  wenig:
Die  Deutfchen  werben  mit  nädjiten
Selbit  hier  fein  mit  den  edhtiten.”
(Rüdert.)

In  der  Neujahrsnacht  von  1813  zu  1814,  mit  dem  Schlage  12  Uhr,  zog

Blüchers  Heer  bei  Mannheim  und  er  selbst  freudig  bei  Caub  über  den
Rhein,  während  der  rechte  Flügel  des  grossen  Heeres  der  Verbündeten
durch  Holland,  der  linke  (worunter  die  Bayern)  durch  die  Schweiz  in
Frankreich  eindrang.  Nach  manchen  Kämpfen  hielten  die  Verbündeten  am
31.  März  siegreich  ihren  Einzug  in  die  stolze  Hauptstadt  Paris.  Napoleon
wurde  abgesetzt  und  auf  die  Insel  Elba  verwiesen.  Am  30.  Mei  1814
wurde  der  erste  Pariser  Friede  geschlossen.

 

 

*)  Tochter  des  öfterreihifchen  Raiferd  Frans.