Full text: Anschaulich-ausführliches Realienbuch.

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Schlag u. dgl. versetzt wird, erzeugen Verdichtungen und Verdünnungen der Luft, 
die man Schallwellen nennt. Diese pflanzen sich nach allen Richtungen hin fort 
und gelangen so an unser Ohr. (S. 2870). « 
MitdenSchallwelIenverhältessichgaan---szIN 
ähnlichwiemitdenWasserwellen,diesich—:- — 
um einen ins Wasser geworfenen Stein bildo — — .. 
(Nebenstehende Abbildung stellt die Schallwellen 
dar, die durch den Klang einer Glocke ver- — 
    
.. — 
ursacht werden.) — Legen wir eine tickende 
Taschenuhr auf das Ende einer langen Bank und horchen dann mit dem Ohre am 
andern Ende, so vernehmen wir das Ticken deutlicher, als wenn wir das Ohr 
wieder von der Bank entfernen. Die Wilden legen das Ohr auf die Erde, um 
das entfernte Pferdegetrappel ihrer Verfolger zu vernehmen. Karpfen eilen auf 
den Klang der Glocke, den sie durch das Wasser hindurch hören, herbei. — Aus 
diesen Beispielen ergiebt sic: Der Schall wird gewöhnlich durch die 
Luft, aber auch durch feste und flüssige Körper fortgepflanzt. 
b. In heitern, kalten Winternächten vernimmt man das Hundegebell aus 
weit entlegenen Dörfern, bei nebligem oder regnerischem Wetter nicht. Die Luft 
leitet den Schall um so besser fort, je trockner und dichter sie ist. 
47. Geschwindigkeit des Schalles. Sehen wir in der Ferne einen Jäger sein Gewehr 
abschießen, so bemerken wir Feuer und Dampf früher als den Knall. Eine ähnliche Be- 
obachtung machen wir beim Blitze und Donner. Der Schall pflanzt sich langsamer fort als 
das Licht. Man hat berechnet, daß sich der Schall bei Oo Wärme in der Sekunde 333 m 
fortpflanzt (das Licht dagegen etwa 320000 km). Nach wieviel Sekunden etwa wird 
man demnach den Donner eines Gewitters hören, das 10 km von uns entfernt ist? 
48. Schallrohr, Sprachrohr, Hörrohr. a. In Gasthäusern, auf Bahnhöfen, 
in Schiffen u. s. w. findet man zuweilen ein Schallrohr angebracht. Das ist 
eine lange Blechröhre, die an beiden Enden mit trichterförmigen Mundstücken 
versehen und z. B. von dem Speisezimmer nach der Küche geleitet ist. Spricht 
man an einem Ende in das Rohr hinein, so vernimmt man die Worte am andern 
Ende ganz deutlich, da die Schallwellen durch das Rohr zusammengehalten werden 
und so ohne wesentliche Abschwächung am andern Ende anlangen. 
b. Das Sprachrohr ist ein etwa 2 m langes Rohr, das an einem Ende 
eng und mit einem Mundstücke versehen, am entgegengesetzten Ende aber 20 bis 
30 cm weit ist. Spricht man in das Rohr hinein, so dringen die Schallwellen 
ziemlich weit vor, so daß sich z. B. vorbeisegelnde Schiffe auf dem Meere auf 
diese Weise noch etwas mitteilen können. 
c. Als Hörrohr benutzen Schwerhörige einen Kautschukschlauch. Der Schlauch 
ist an einem Ende mit einer spitzen Elfenbeinröhre versehen, die ins Ohr gehalten 
wird. In das andre, trichterförmig erweiterte Ende spricht man hinein. 
49. Echo. „Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es wieder her- 
aus!“ Recht deutlich geschieht das zuweilen im Gebirge, wo uns ein lauter Ruf 
(z. B. Hallo! Werdal) sehr oft noch einmal zu Gehör kommt, als ob ein Schelm in 
weiter Ferne ihn wiederholte. Diese Erscheinung hat ihre Ursache darin, daß die 
Schallwellen von einer Wand, einem Walde u. s. w. in ähnlicher Weise zurück- 
geworfen werden wie ein Gummiball. Wirft man diesen im rechten Winkel gegen 
die Wand, so wird er unter einem rechten Winkel zurückgeworfen — er springt 
nach dem Werfenden zurück. So werden auch die Schallwellen von einem Walde. 
einem Berge, einer Felswand zu dem Sprechenden in demselben Winkel zurück- 
geworfen, in dem sie auffielen. Ein solcher zurückgeworfener Schall heißt „Echo“. 
Ein deutliches Echo entsteht nur, wenn die zurückwerfende Wand mindestens 17 m 
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