Full text: Handbuch der Politik. Zweiter Band. (2)

Josef Grunzel, Die Industrie. 385 
Liefmann Robert, Beteiligungs- und Finanzierungsgesellschaften. Jens 1909. 
Mannstaedt Heinrich, Die Konzentration in der Eisenindustrie und die Lage der reinen Walzwerke. ‚Jena 1906, 
Martin Rudolf, Die Eisenindustrie in ihrem Kampf um den Absatzmarkt. pzig 1 
Meerwarth Rudolf, Untersuchungen über die Hausindustrie in Deutschland. Veen 1906. 
Mohr Paul, Die Entwicklung des Grossbetriebs in der Getreidemüllerei Deutschlands. Berlin 1899. 
Müller Gustav, Die chemische Industrie. Leipzig 1909. 
Naumann Friedrich, Neudeutsche Wirtschoftepoltik, Berlin 1907. 
Poble Ludwig, Die Entwicklung des deutschen Wirtschaftslebens im letzten Jahrhundert. 2. Aufl. Leipzig 1908. 
Rathenau Kurt, Der Einfluss der Kapitals- und Produktionsvermehrung auf die Produktionskosten in der 
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Riesser J., Die deutschen Grossbanken und ihre Konzentration. 3. Aufl. Jena 1910 
Rosenhaupt Karl, Die Nürnberg-Fürther Metallspielwarenindustrie in geschichtlicher und sozialpolitischer Be- 
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Sax E., Die Hausindustrie in Thüringen. 3. Teile. Jena 1885—88. 
Schaefer F., Die voll i g inder Papierfabrikation. Leipzig1909- 
Schuchardt Theodor, Die volkswirtschaftliche Bedentung der technischen Entwicklung der deutschen Zucker- 
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Schultze Hermann, Die Entwicklung der chemischen Industrie in Deutschland seit dem Jahre 1875. Halle a. S.1908. 
Stillich O., Eisen- und Stahlindustrie. Berli In 
Stillich O., Steinkohlenindustrie. Leipzig 1 
Stoepel K. Th., Die deutsche Kaliindustrie nd das Kalisyndikat. Halle 1904. 
Sombart Werner, Die deutsche Volkswirtschaft im neunzehnten Jahrhundert. Aufl. Berlin 1909. 
Verein f. Sozialpolitik, Die Störungen i. deutschen Wirtschaftsleben während d. Jahre 1900ff. 7 Bde. Leipzig 1903. 
Vorster Julius, Die Grossindustrie eine der Grundlagen nationaler Sozialpolitik. 2. Aufl. Jena 1896 
Wachs A., Die volkswirtschaftliche Bedeutung d. technischen Entwicklung d. deutsch. Wollindustrie.- Leipzig 1909. 
Wagner, Ägrar- und Industriestaat. 2. Aufl. Jena 1902. 
Wassermann Ludwig, Die deutsche Spiritusindustrie. Leipzig 1909. 
Wuppermann Hermann, Die Industrie emaillierter Blecbgeschirre in Deutschland. Karlsruhe 1907. 
Zöllner August, Eisenindustrie und Stahlwerksverband. ipzig 1907. 
Die moderne Industrie ist nicht, wie der Volksglaube annimmt, ein Kind der Technik, sondern 
ein Kind des Marktes. Erst die Möglichkeit, ein massenhaftes gleichartiges Bedürfnis befriedizen zu 
können, führte zu dem Bestreben, den gewerblichen Arbeitsprozess in einfache Phasen aufzulösen 
und für die rein mechanischen Leistungen Maschinen herzustellen. Die staunenswerten technischen 
Erfindungen der Neuzeit boten somit nur die Mittel zur Ausnutzung des Marktes. Der Markt selbst 
ist aber eine Schöpfung der Kultur und der Politik. Der Kultur insofern, als sie die Bedürfnisse 
steigert, ausgleicht und verallgemeinert. Der Politik insofern, als sie durch Erleichterung des Ver- 
kehrs den Markt erweitert; und durch Erhaltung der Ordnung sichert. 
. Der überraschende Aufschwung der deutschen Industrie im neunzehnten Jahrhundert 
erklärt sich daraus, dass Dsutschland verhältnismässig spät zur Schaffung eines grossen inneren 
Marktes gelangte, dann aber durch seine klare, weitausschauende Politik alle anderen europäischen 
Staaten weit hinter sich liess. Der Merkantilismus des 18. Jahrhunderts hatte in den vorgeschrittenen 
Ländern, besonders in Frankreich und Österreich, die Zwischenzollinien niedergerissen und den Weg 
für die Fabriksindustrie freigegeben. In Deutschland liess die Zersplitterung in zahllose kleine 
Wirtschaftsgebiete ein grosses Unternehmen nicht aufkommen. In Preussen bildete noch zu Be- 
ginn des 19. Jahrhunderts fast jedes Rittergut einen durch Zölle nach aussen abgesperrten Staat 
für sich. Da sich aber die Kulturbedürfnisse nicht zurückdrängen liessen, so wurde Deutschland 
mit französischen und — wenn man von der Unterbrechung durch die Kontinentalsperre Napoleons 
(1806—1814) absieht — englischen Waren überschwemmt. Die Bildung des deutschen Zollvereins 
(1834) war endlich ein Surrogat, aber zunächst ein genügendes Surrogat jenes Werkes, das Dezennien 
früher Colbert und Maria Theresia vollbracht hatten. 
Der innere Markt war somit geschaffen, aber die Mittel zu seiner Ausnutzung mussten noch 
gefunden werden. Sie wurden auch gefunden und von da ab beginnt eine wirtschaftliche Revolution 
in Europa, der Sieg des Binnenverkehrs über den Seeverkehr. Bis zur Erfindung der Eisenbahnen 
kam der Landverkehr für Güter wenig in Betracht, denn die Fracht eines Gutes auf der Landstrasse 
war zweihundertmal so teuer wie zur See. Der Handel war vorzugsweise internationaler Zwischen- 
handel, die grossen Hafenplätze dienten nicht so sehr der Gütervermittlung zwischen dem eigenen 
Lande und den überseeischen Gebieten als vielmehr dem Güteraustausch der in günstiger Lage am 
Meere befindlichen Städte unter einander. Jetzt begann mit Hilfe von Eisenbahnen und | ‚Binnen- 
Tandbuch der Politik. IT. Auflace. Band II. 
 
	        
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