242 Land und Natur.
Das Ries (Raetia siehe oben S. 133), der große von einem Kranz
von Jurakalkbergen umschlossene Kessel östlich von Bopfingen, mit dem
größeren Theil zu Bayern gehörig, wozu auch der Mittelpunkt des Rieses,
die ehemalige Reichsstadt Nördlingen, gehört.
Der Rosengarten (bekannter Name für „bepflanzte Versamm-
lungsplätze zu volksmäßiger Festeslust“" Uhland, Schriften 8, 519, auch
für altgermanische Todtenstätten in eigens dazu geheiligten Hainen, Jahrb.
d. Ver. v. Alterthumsfr. im Rheinl. L u. LI, 270), ein von den Wald-
bergen des Mainhardter Waldes und vom Kocher begrenzter Bezirk im
Oberamt Hall.
Die Steinlach, das Gebiet des Steinlachflusses am Fuße der Alb.
Der Taubergrund, die Hochfläche südlich des Tauberthales.
Das Teutschbuch (bei Zwiefalter Chronisten saltus teutonicus
aus älterem Tutisbuoch, Buchwald des Mannes Tato Buck 39), der große
Wald südlich von Zwiefalten.
Der Virngrund (alt Virgund, nach Grimm fairguni, Berg, oder
aus keltischem arcun — Hercynia — Bergwald, vergunna Wildnis), im
Ellwangischen.
B. Besonderer Theil.
I. Die vier natürlichen Gruppen mit ihren Gebirgen und Vergen.
Stellen wir uns auf die hohe Zinne des Asberges bei Ludwigs-
burg, des so ziemlich inmitten des Unterlandes, frei aus der Ebene
ragenden Berges, so sehen wir rings an seinem Fuß die fruchtbare, von
Saaten wogende Fläche des Muschelkalks, in welche der Neckarfluß mit
seinen Seitenthälern tief und in Schlangenkrümmungen sich eingenagt
hat und auf welcher die schöngerundeten milden, wein= und waldreichen
Keuper-Hügel und -Berge aufsitzen, fast unendlich abwechselnden Reiz
in die Landschaft bringend. Im Westen wird diese geschlossen durch die
langen blauen niedrigscheinenden Buntsandsteinhöhen des Schwarzwaldes,
im Süden und Südosten aber durch die felsenschroff ansteigende Kalkstein-
mauer der schwäbischen Alb, so daß wir schon von hier aus die drei ersten
Gruppen in ihrer eigenthümlichen Natur überschauen, wogegen die vierte
Gruppe, das aus Molasse und Gletscherschutt aufgeworfene oberschwäbische
Hügelland, vom Gebirgswall der Alb gänzlich verdeckt ist.
1. Schwarzwald.
Dieses Gebirge, das zugleich die urältesten Gesteinsarten unseres
Landes (Gneis, Granit, Todtliegendes, Buntsandstein) umfaßt, gehört mit
der kleineren östlichen und nordöstlichen Hälfte nach Württemberg, mit