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Minnei. Frühl. 213, 2, ist uhd. überall zurückgegangen;
schon mhd. kommt die Bed. mit Geben, Austeilen zurückbaltend
auf, die sich nhd. hält und ausbreitct: warumb
sint riche hrren kare, diez doch volenden möhten
mit ir guote? Minnes. 2, 1745; von Personen: pareus
karck. karg, karig. karich Dief.: im baus dahaim was
iederman clueg und karg. gegen anderen milt Aventin
1,588; übeln Beisinn annehmend, der auch in heutiger
Spr. teilweise dauert: von einem kargen fllze reder die
ganze stad ubel Sir. 31, 29; was sol geld und gut einem
kargen hunde? 11, 3; kein karger ists, dem ihr euch verpflichtet
Schiller Picc. 4, 4; sie war verschwenderisch
er war karg Hebel 2, 151; als wären wir zu karg
um gäste aufzunehmen Wieland Perv. 3, 128; — karg
sein mit einem oder erwas, gegen einen, auch bloß
einem: zwar war der kerl über sein ander geld.
überaus karg und zusammenhäbig Simpl. 4, 284; Ibr
gemahl war mein freund, ich war immer karg mit
diesem titel Lessing 1, 6, vgl. auch wortkarg: keinem
ist sie (die Natur) uberall karg. aber sie hat lieblinge.
an die sie viel verschwendet Goethe 50, 5; karg thun:
die götter thun mit dieser herrlichsten der herrlichkeiten
gegen wenschen karg Schiller Semele 386;
einen karg belohnen, abspeisen u. ä.; karg belohnte
hilfsmacht Oesterreichs Treitschke 1, 36; ist deiner
jugend die zeit so karg gemessen Schiller Tell 2, 1;
von der gebenden Hand: des schicksals karge hand
Hagedorn Fab. 1, 21; die baarschaft, die zu sehr an
kargen fäusten klebt die Glückseligkeit 175; — von
Dingen, = nur sparsam bemessen oder ausgebend, in
der älteren Spr. in Anfängen: es was dasselb jar gar
ain teure und karg jar D. Städtechr. 5, 219; erst in der
kargen — Karnickel.
neueren Spr. in gewählter Rede recht ausgebildet: deines
lebens karges lämpchen Schiller Melancholie an Laura;z
aus der kargen speise Grillparzer 9, 59; schwere
arbeit auf kargem erdreien Treitschke 1, 25; die
letzten kargen reste seines wohlstandes 131; karge
worte uber ein gleichgültiges geschäft Freytag Handschr.
1, 256; karge mauerreste Storm neue Nov. 1; in
diesen kargen zeilen C FMeyer Pesc. 59. — kargen,
farg sein, mhd. kargen: die herren kargent änc zil,
swar ich der lande var Minnes. 2, 3972; mancher karget
und sparet, und wird dadurch reich Sir. 11, 17; in
neuerer Spr. in freierem Sinne und gewählter Spr.:
mit dem flüchtigen worte des trostes zu kargen Gandy
Erz. 139; diese kammer, welche vor kurzem mit 30
millionen nicht gekargt hat Bismarck Reden 1, 131;
nun kargt sie wohl nicht mit dank Hevse 21, 53:
Preuszen muszte jetzt mit aufträgen kargen Treitschke
4, 162. — Kargheit, f. karges Wesen; von Personen:
tenacitas kargheit, karkheit. karigheit Dief.; pa,-imonia
vernunftig karkheit gegen im selbs ebd.; verführte
mich . die lust mit sparsamkeit und kargheit
in einem engen kreise viel zu wirken Goethe Tagb.
1786; die schneidergesellen, die über die kargheit ihrer
meister .. zurnten Treitschke 1, 179; von sachlichen
Begriffen: beklagten sie sich noch über die kargheit
der zeit Wieland Ag. 5, 8; wenn menschen . an
dem unentbehrlichen mangel leiden, so liegt es wahr-.
lich nicht an der kargheit der natur gold. Sp. 2, 11.
— kärglich, auf karge Art, in Kargheit (mhd. karclich,
kerclich gewöbnlich = schlau, listig, vgl. karg): pareimonia
kerklich plegunge Dief.; wer da kerglich seet,
der wird auch kerglich erndten 2. Cor. 9, 6; kärglich
leben, belohnen, bezahlen; nachdem sie sich schon
lange kärglich beholfen und gespart Keller Werke
, 26; das kärgliche brot, das dic welt mir gewährte
3, 74; das kärgliche licht des wintertages CF Meyer
d. Heilige 218.
Karnickel, n. verkleinernde Umformung zu kanin.
kaninchen, aus kanickel. dem lat. cuniculus noch nahe,
entstanden: in der Mark kanickel und karnickel
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Danneil, in Leipzig karnickel Albrecht; die mundariliche
Form: 15 hasen und 1 karnickel geschossen
Bismarck Brief 1364, allgemein geworden namentlich
in den spaßhaften Redensarten der gemeinen Rede: das
karnickel sein, unterdrückt werden; das karnickel hat
angefangen, niemand will es gewesen sein; mannslente
mussen immer karnickel sein und angefangen haben
Heyse 10, 276.
Karpfen, m. Art woblschmeckender Flußfische; abd.
charpho, mhd. karpfe, mittellat. carpo, dunkler Herkunft;
carpo karphe, karph, karpfe, mitteld. niederd. karpe.
karp Dief.; karpfen in flussen, teichen; als Speise
Karpfen blau, karpfen in polnischer brühe; in der
Form karpe: der feisten karpen satz (Brut) Hagedorn
die Elückseligkeit 253. — Zusammensetzungen:
Karpsenteich, m. Teich in dem Karpfen gehalten werden;
hecht im karpfenteiche, vgl. hecht. — Karpfenzucht, f.
Zucht von Karpfen.
Karren, m.. Karre, f. eine Art Fuhrwerks zum
Transport von Lasten; frühes Lehnwort aus lat. carrus
Transportwagen, das aber selbst auf keltischen Ursprung
(ir. carr. bret. karr) zurückgeführt wird; bereits in der
alten Spr. zwiegeschlechtig, ahd. charro und charra.
mhd. karre. das Fem. bis heute mehr im mitteldeutschen
Sprachgebiete, das Masc. im oberdeutschen: biga,
curruca, carraz, karre, karr, karren, karn, garre.
garren, niederd. kare Dief.; einrädrige, zweirädrige
karren, fuhrmanns-. hand-, last-, schub- stosz-, schinderkarren;
einen karren (eine karre) ziehen. stoszen; dic
karre war angespannt Immermann Münchh. 1, 195;
als schwere Strafe einen verbrecher zur karre verurteilen
(beim Festungsbau), ihn in die karre schmieden
Adelung; ich fürchte nur dasz wir im karrn (als
verurteilte Verbrecher) eine böse figur machen können
Gocthe die Aufgeregten 4, 1; ein karren (eine karre)
sand, steine; in Bildern, Vergleichen, sprichwörtlichen
Redensarten: daz min zorn über iuch gẽn wirt als der
karren, der vor swre krachen muoz Myst. 2, 414; darzu
thu das die ee gleich eim karren ist. der auf zweien
achsen ligt Herold Ee 20-; dasz wir an einem karren
ziehen wie stiere Schiller Räub. 4, 5; ich bin es auch
müde. ich lasse den karren stehen Kab. 3, 2; wer den
karren in den dreck geschoben hat, soll ihn auch
wieder herausziehen Simrock 288; schweizerisch: der
frau muszt du dich nicht achten, die ist dem tufel ab
dem karren gefallen JGotthelf Schuldenb. 66; —
karren bei den Buchdruckern, das Gestell an einer Presse,
worauf der Bogen ein= und wieder ausgeschoben wird;
bei Goldschlägern Werkzeug zum Schneiden der Goldund
Silberblättchen. — Zusammensetzungen: Karrenbüchse,
k. in der älteren Spr. ein kleineres fahrbares
Geschütz; bei Jägern auf Wagen oder Karren geführte
schwere Läufe, um Kraniche, Falken und Trappen zu
schießen. — Karrenganl, m. Gaul vor einem Karren.
Karrenschieber, w. der einen Karren schiebt, Schubkärrner.
— Karrenstrafe, f. Strafe für Verbrecher, bei Festungsbauten
den Karren zu ziehen. Z
Karren, mit dem Karren fahren, auf einem Karren
fortführen: karren, den wagen furen oder leiten. agereurrus,
avenhere, aurigare Maaler; als Festungsstrafe
er karrt Lessing Minna 3,.2; die wegebauer
karren schon bei der stadt Rossau Freytag Handschr.
3, 99; tranf.: sand, steine, güuter karren; eine menge
baugefangenc karrten den schutt heraus Gaudy Erz.
76. — Kärrner, m. der einen Karren fährt oder schiebt,
kleiner Fuhrmann oder Schubkärrner. Z
Karst, m. zweizinkige Hacke; hoch= und niederd. Wort
dunkler Herkunft, abd. mhd. altsächs. karst; mit der
Nebenform die karst Adelung, auch die kärst: ich
sage cuch .. von meiner kärsten, damit ich hacke
Simpl. 3, 160; Plur. die karste und kärste; bickenkarste,
karst, karscht Dief.; sich auf den karst er-197
Karpfen— Karst.