Full text : Der Weltbrand. Deutschlands Tragödie 1914-1918. Zweiter Band. (2)

arm,  und  eins  nur  bleibt:  Herzenodank.  So  viel  Hingebung,  so  viel  handelndes
und  duldendee  Heldentum,  wohin  das  Auge  schaut  —  und  dennoch  —!
Vom  Kanal  bie  zur  Schweizer  Grenze  Überall  das  gleiche  Bild  —  ein
Volk  in  Waffen,  dessen  Hand,  dessen  Herz  im  Übermaß  der  Opfer  zu  erlahmen
begann.  Und  in  diese  Wirrnie  drang  aue  dem  Osten  die  Heilebotschaft  „An

Alle“...  Sie  verhieß  Frieden  den  Völkern,  Abschüttelung  der  Zwingherrschaft
des  Kapitols,  des  Militariomus,  des  Offiziersachselstückes,  der  Krone,  deren
Träger  immer  mehr  als  der  Eine  erschlen,  der  all  diese  unsäglichen  Opfer  verlangte,
  um  seine  und  seines  Hauses  Herrschaft  zu  wahren  ...  Der  Eine,  zu
dem  doch  zwei  Drittel  aller  deutschen  Kämpfer  niemals  in  jenem  traulichpatrlarchallschen
  Verhältnie  des  Empfindens  gestanden  patten,  das  noch  1870/71
die  Masse  des  deutschen  Bolkes  mit  dem  Bilde  des  Monarchen,  mit  der  Sehnsucht
  nach  dem  Kaiser  als  Träger  des  deutschen  Einheitswollens  verdunden
batte.

Der  Boden  war  reif  für  die  Saat  der  Zwietracht,  für  die  Miasmen  der
Zersetzung.

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