Quertöèpie nenni man uns in weischen Landen.
wohlan, so schafsen wir dem Namen Ehrel
Friv Lienhard.
I. Vortrag auf dem Alldeutschen Verbandstag in Wiesbaden
am 8. Herbstmonat 1907.
Als Gast des Alldeutschen Verbandes soll ich hier über
meine Hemmat, das Elsaß, berichten. Ich kenne aber nur den
evangelischen Teil des Elsasses einigermaßen aus eigener Anschauung,
werde mich also notgedrungen darauf beschränken
müssen, von Beobachtungen bei der protestantischen Bevölkerung
zu sprechen, die etwa ein Fünftel des Landes
ausmacht. Uber Beobachtungen, die in katholischen Kreisen
gesammelt sind, liegt ein äußerst wertvolles Büchlein vor, das
ich nicht warm genug enipfehlen kann: Storck, Nationale
Not im Elsaß. (Berlin 1901. Heymann. 0,00.) Mein
Beric kann als Ergänzung dazu betrachtet werden.
ber die völkische Entwicklung meiner Heimat unter deutscher
Herrschaft soll ich berichten. Ich fasse diese Entwicklung
nicht als Entwicklung der Gesinnung, sagen wir der Zufriedenheit
mit den neuen Verhältnissen, denn diese wechselt bei
uns immer noch mit den jeweiligen Regierungsmaßregeln. Es
geht bei uns nicht nach dem schönen Dichterwort „Dochlese keiner
mir es im Gesichte, wenn nicht der Wünsche jeder mir gedeiht.“
Bei uns kann man es manchmal leider nur zu gut lesen.
Es gibt aber etwas, das viel weniger dem Wechsel unterworfen
ist, das ist die Sprache: die kann man nicht so schnell
wechselu, weil sie tiefer mit unserm Geist verwachsen ist und
sich darum viel langsamer entwickelt von Geschlecht zu Geschlecht.
Auch ist ihre Pflege nicht so leicht zu verheimlichen. Der
Gedanke, daß im Elsaß deutschredende Menschen wohnen,
die durch ihre Sprache befähigt wären, am deutschen Kulturleben
teilzunehmen, und deren Vorfahren dies früher auch
wirklich Jahrhunderte lang in heworragendem Maße getan,
dieser Gedanke hat den Wunsch erzeugt, das Elsaß auch wieder
politisch deutsch zumachen. Darum kaun es heute dem übrigen
Deutschland nicht gleichgültig sein, wie sich die Sprachverhältnisse
im Reichsland entwickeln, ob der junge Elsässer die
deursche Sprache seiner Vorfahren von den Lippen der Mutter