Metadaten : Die Franzosenzeit in deutschen Landen 1806-1815. Zweiter Band: 1812-1815 (2)

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sicht  oder  zur  Ortsbegränzung  verurtheilten  inländischen  Gefangenen  der  Ortsobrigkeit
  seiner  Heimathsgemeinde  von  der  bevorstehenden  Entlassung  desselben  unter
Bezugnahme  auf  die  ebenerwähnten  Verhältnisse  Nachricht  zu  geben  und  dabei  zu  bemerken,
  womit  der  Gefangene  in  der  Strafanstalt  beschäftigt  worden  sei,  was  er  etwa
gelernt  habe  und  womit  er  sich  allenfalls  nach  erlangter  Freiheit  seinen  Unterhalt  verschaffen
  könnte.

Zugleich  ist  der  Ortsobrigkeit  die  erforderliche  Mittheilung  an  das  Pfarramt
anzusinnen.

Außerdem  hat  die  Strafanstalten-Verwaltung  bezüglich  der  zur  Stellung  unter  polizeiliche
  Aufsicht  oder  zur  Ortsbegränzung  verurtheilten  Gefangenen  dem  Heimath-Oberamte
  derselben  diejenige  Mittheilung  zu  machen,  welche  in  den  K#.  1  und  5,  beziehungsweise
  in  §.  26  der  Ministerial-Verfügung  vom  6.  d.  M.,  betreffend  die  Behandlung  der  zur
Stellung  unter  polizeiliche  Aufsicht  oder  zur  Ortsbegränzung  verurtheilten  Personen,  vorgeschrieben
  ist.

Ueber  diejenigen  Gefangenen,  welche  die  Fürsorge  des  Vereins  für  entlassene  Strafgefangene
  in  Anspruch  nehmen,  müssen  einige  Zeit  vor  der  Entlassung  dem  Central-Ausschusse
  dieses  Vereins  die  nöthigen  Notizen  zugestellt  werden.

2)  Die  betreffende  Ortsobrigkeit  ist  verpflichtet,  nach  Empfang  jener  Nachricht
wenigstens  für  die  vorläufige  augenblickliche  Unterkunft  des  Entlassenen  zu  sorgen,  auch  ihm
zu  seinerr  künftigen  Fortkommen  auf  zweckmäßige  Art  an  die  Hand  zu  gehen,  zu  welchem
Ende  der  etwaige  Ueberverdienst,  den  der  Gefangene  in  der  Strafanstalt  sich  erspart  hat,
oder  sein  sonstiges  dort  befindliches  Eigenthum  von  der  Verwaltung  der  Strafanstalt  an
die  Ortsobrigkeit  zu  übersenden  ist.

3)  Dem  Gefangenen  ist  bei  seiner  Entlassung  aus  der  Strafanstalt  ein  Entlassungsschein,
  welcher  zugleich  ein  Zeugniß  über  sein  Betragen  in  der  Strafanstalt  zu  enthalten
hat,  und  ein  zweiter  Schein  zu  behändigen,  worin  ihm  der  Weg  in  seine  Heimath,
von  dem  er  bei  Strafe  des  Ungehorsams  nicht  abweichen  darf,  genau  vorgeschrieben
  wird.

4)  Die  Ortsobrigkeit  der  Heimathgemeinde  des  Entlassenen  hat  der  Strafanstaltenverwaltung
  von  der  Ankunft  desselben  Nachricht  zu  geben  (vgl.  unten  Ziff.  11),  und
erst  nach  Empfang  vieser  Nachricht  ist  sein  Name  in  der  Liste  der  Gefangenen  zu  loschen.