2. Geschichte und Quellen des Kanonischen Rechts. 167
ron den Nömischen Päpsten und in der Griechischen Kirche benutzt, sowie in
Hallien und Britunnien schon lange Zeit vor Karl d. Gr. gebraucht worden. Ja
de Ansehen der fog. collectio Dionysiane ist so bedeutend gewesen, daß einige
mder nach ihr entstandene Sammlungen nur geringe Verbreitung gefunden haben,
Dund daß fie selbst eine Anfang des sechsten Jahrhunderte in Gallien verfaßte Sammumg,
welche planlos mit ersichtlich dogmatischer Tendenz ein ähnliches Material
Nurbeitet, und die ihr erster Heransgeber Pasquier Quesnel (in den opp. Leonis
X tom. II. Paris 1675) irrigerweise als den ältesten, zu Rom offiziell gebrauchten
Coder canonum ecclesiae Romanne bezeichnet, verdrängt hat. Zur authentischen
Sammlung der gesammten Kirche ist aber auch die Dionysiana nie erklärt worden,
#emgleich sie in einer vermehrten, den Bedürfnissen der späterrn Zeit entsprechenden
Gesaltung im Jahre 774 in einem Koder von Papst Hadrian I. König Karl
de Eroßen (sog. collectio Dionyslo-Hadriana) zum Geschenk gemacht wurde und
demmächst in der Fränkischen Kirche sogar förmlich als coder canonum derselben
u# Fit worden zu fein scheint.
i#t mit späteren Zufäten dermehrie Ausgaben: Fr. Wendelstinus, Canones
etc., Mog. 1825; Franz Pithou, Cod. can. vet. ecclee., Rom. Par. 1609. 1687.
8 6. In Spanien, wo seit dem ältesten, uns erhaltenen Konzil von Elvira
d alten Liberris in der Nähe von Granada) um 305 oder 306 die Thätigkeit
der Synoden eine sehr rege war, wurden die Schlüsse derselben in Verbindung mit
denen der wichtigeren Griechischen, sowie der Afrikanischen und Gallischen Synoden
füh in einem codex canonum zusammengestellt, dessen Eristenz für das sechste Jahrwundert
sicher bezeugt ist. Mehr#ach durch spätere Stücke erweitert und wol nach
dem Uebergang der Westgothen vom Arianismus zum Katholizismus (589) revidirt,
au#thält diese im Anfang des achten Jahrhunderts in ilder jetzigen Gestalt firirte
Sammlung (die sog. collectio Hispana) zwei Abtheilungen, einen Konzilien= und
einen Dekretalen-Theil. Nach einer, auch in die Etymologige des h. Isidor, Bischois
den Sevilla, hinübergenommenen Einleitung, welche die Veranlaffung gegeben hat,
dicken irriger Weise als Urheber und die Sammlung selbst als collectio Isidoriana
lubezeichnen, weist der erste Theil die Griechischen Konzilien in der S. 165 beiptochenen
versio Iispana, daun die Afrikanischen Konzilien, serner 16 Hallische
Konzilien (vom ersten von Arles im Jahre 314 ab bis zum Konzil von Anvergne
in Jahre 549) und eadlich 36 Spanische (vom Konzil v. Elvira bis zum fiebzehnten
onzil von Toledo im Jahre 694) auf. Wie dieser Theil bei weitem umfangreicher
As der erste Theil der Dionyfiana ist, enthält auch der zweite, den päpftlichen
Tkretalen gewidmete, ein größeres Material, indem er mehr Briefe der schon bei
Tionys berücksichtigten Käpste aufgenommen hat, und die ganze Reihe schon mit
dem Vorgänger des Sirieius, mit Damasus (366—384) eröffnet, sowie mit Symnachus,
Hormiedas, Vigilius (538 —555) und Gregor I. (590 604) schließt.
Collect. Canon, eccles. Hispan. Matrit. 1503 eplet. decret etc. Roman. pontif. Matrit.
l. (Nachdruck: Migae Pas#olog. cursus. t. 841. Re nhrerht De cCanon. pent.
Hiep. Vratiel. zeSichbor . d. Ztschr. f. gesch. Rech chtswißen sch. XI. 2,
na in d. theol. Wh35 49. H. 1, 8; ##e#eie Kirchengeschichte v. Spanien n
Mtgendburg 1874) S. 460 ff.
ß 7. Im Frankenreiche kurfirten neben der vorhin gedachten Dionysischen und
Qumnel'schen Sammlung eigens für einzelne Provinzen und nach den Beschlüssen
2 bezüglichen partikulären Synoden und den an die Bischöfe derfelben gerichteten
len angefertigte Zusammenstellungen. Daneben verarbeiteten manche Bischöfe
5n allgemeine und kirchliche Material für den praktischen Gebrauch ihrer Dibzesen,
ia der Weise, daß sie aus demselben gewifsermaßen kurze Instruktionen jur den ihnen
vitergebenen Klerus (sog. capitula opiscoporum) ansertigten. Ferner hat auch schon
achten Jahrhundert die Spanische Sammlung und zwar in der ihr im fiebenten
Ahchundert in Spanien eigenen Gestalt Verbreitung gefunden, zweijellos deshalb,