La Valettes friedliche Rede. Englands ungewisse Haltung. 53
Ministers, die nicht völlig im Einklang mit der tatsächlichen Haltung der fran#ösischen Regierung
Konden, eine entscheidende Bedeutung nicht bei, hielt es aber für geraten (ogl. Tr. 1374), eine
abefriedlgte Akzeptation“ zu Schau zu kragen, in der Hoffnung, so zu einer Verwirklichung
der friedlichen Außerungen beitragen zu können.
Berlin, den 15. April 1869.
Sagen Sie dem AMlarqulis de Lavalette, daß seine friedliche Rede hier in allen Kreisen
einen sehr guten Eindruck gemacht hat, ulnd] daß die Wirkung des Inbaltes derselben
wesentlich erhöht wird durch das Vertrauen, welches die öffentliche Meinung in den unab-
bängigen politischen Character Lavalettes setzt.
* 1371. Erlaß an den Botschafter in London
Grafen von Bernstorff.
[Konzept von der Hand des Vortragenden Nats Abesen.)])
Vach einem Bericht Graf Bernstorffs vom 12. April batte Lord Clarendon ihm gegen-
Über in Bejzug auf die eventuellen Cntschlüsse Englands in der belgischen Angelegenbeit auch
westerhin ein ublalute Gurückhaltung an den Tag gelegt. Da nun der Votschafter leinerseits
sich gemäß den Direktiven Bismarcks (ogl. Tr. *— au den Standpunkt einer unbedingten
Reserve surückigejogen hatte, so war eine Situation entstanden, die mindestens doch von einem
Ceil der englischen Kabinettsmitglieder als eine auf die Dauer unerträgliche empfunden wurde.
ie Graf Vernftorff am Schlusse seines Verichts ausfübrte, fingen diese „gutgesinnten
ministeriellen Kreise“ an zu finden, daß „es besser wäre, wenn die beiden Mächte sich in Zeiten
verständigten, um nicht von den Eresonhssen überrumpelt zu werden, ebe sie eine gemeinsame
Haltung resp. Aktion verobreder bätten.
Vertraulich. Berlin, den 20. April 1869.
Aus Ew. pp. gefälligem Bericht Nr. 66 vom 12. d. M. habe sch die Reserve ersehen,
welche Lord Clarendon Ew. pp. gegenüber in betreff der eventuellen Entschlüsse SEnglands
bei einem etwaigen ungünstigen Verlauf der belgisch-französischen Differen; zu beobachten
fortfährt, wenn man gleich, wie Ew. pp. am Schluß des Berichtes erwähnen, in anderen
ministeriellen Kreisen den Wunsch m begen scheint, daß das englische Kabinett fselbst die
Initiative zu einer Verständigung mit Preußen für drohende Eventualitäten ergreifen
möge.
Inzwischen habe ich Ew. pp. meine neuliche Unterredung mit Lord Augustus Loftus
mitgeteilt; ich will die Möglichkeit nicht in Abrede stellen, daß seine in die Form einer Mah-
nung zur Vorsicht gekleideten Außerungen ein Sühler sein Jollten, um unsere Stimmung und
unsere Intentionen m sondieren; war dies der FSall, so war wenigstens der Sühler nicht ge-
schickt vorgebracht; denn er klang mir durchaus wie der entmutigende Ausdruck der Besorgnis
einer furchtsamen NRegierung, welche um jeden Preis verbindern möchte, daß wir etwa durch
eine mutige Politik sie jelbst vor eine Entscheidung stellten, ulnd) welche den Eintritt dieser
Eventualität selbst auf Kosten unfrer Würde verhindern möchten. Sollte es England wirk-
lich darum zu tun sein, sich zu vergewissern, wie weit es auf uns rechnen könne, so sind sowohl
meine eigenen Auberungen gegen Lord A. Loftus wie Ew. pp. ganze bisherige Haltung bin-
reichend gewesen, um das Kabinett von St. James über unfre eventuelle Haltung eine viel
größere Klarbeit ulnd) Sicherheit zu gewähren, als wir über die seinige bisher besitzen“. Sch
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