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Außen ist die Glasröhre von einer Blechhülse (de) umgeben. Diese hat in der Mitte oben
einen Ausschnitt (k g), damit hier die Blase sichtbar wird. Die Blechhülse ist auf einem
kleinen linealförmigen Brettchen (h i) befestigt. Halte das Brettchen auf einen Tisch, der
rechts höher ist als links! Wo liegt der höchste Punkt der Röhre? Wo befindet sich daher
die Blase? Wie ist es umgekehrt? Wann nur ist die Blase in der Mitte sichtbar?
24. Verbundene Röhren. Nimm eine Glasröhre von der Gestalt eines
lateinischen U und gieße in das eine Röhrenende Wasser (oder irgend eine andre
Flüssigkeit). Es steigt in beiden Armen gleich hoch. Neige jetzt die Röhre, ohne das
Wasser ausfließen zu lassen. Es stellt sich heraus, daß in dem einen Arme zwar
mehr Wasser steht als in dem andern — aber die Oberflächen des Wassers beider
Röhrenarme liegen in derselben wagerechten Ebene. (Ahnliche Versuche lassen sich
mit einer Gießkanne, Kaffeekanne u. s. w. anstellen.) In verbundenen Röhren
steht das Wasser (sowie jede andre Flüssigkeit) stets gleich hoch.
25. Wasserleitung. Um eine Wasserleitung anzulegen, leitet man das Wasser
aus hochgelegenen Quellen durch unterirdische Röhren in die Häuser. Hier sucht
es nun ebenso hoch zu steigen, wie es in der Quelle steht. (Warum? § 24.)
In ebenen Gegenden wird das Wasser durch Maschinen hoch oben auf den Wasserturm
getrieben und von hier aus durch Leitungsröhren das Steigen des Wassers
in den Häusern u. s. w. herbeigeführt.
26. Der Springbrunnen erklärt sich aus demselben Gesetze wie die Wasserleitung.
Wir stellen uns einen solchen in folgender Weise her. Die Röhre eines
Trichters wird etwa 60 cm lotrecht abwärts verlängert. An das lotrechte Ende
ist eine kurze wagerechte Röhre gelötet, die am andern Ende etwa 2 cm senkrecht
emporsteigt und eine möglichst enge Offnung hat. Gießt man in den Trichter
Wasser, so springt es aus der kurzen, senkrecht emporsteigenden Röhre wieder
empor. Warum? Die großen Springbrunnen in Parks u. s. w. sind meist so
angelegt, daß
durcheine Röhre
das Wasser aus
einem hochgelegenen
Teiche in
die Ebene geleitet
und hier
durch eine senkrechte
Fortsetzung
nach
oben gerichtet wird. Auch die — nach der Grafschaft Artois (artoah) so benannten
— artesischen Brunnen (s. Abb.) sprudeln von selbst, so lange das Wasser
in der Sandschicht (bei b b) höher steht, als das Bohrloch ist.
27. Die Kanalwage gründet sich ebenfalls auf das Gesetz der verbundenen
Röhren. Sie wurde früher von Feldmessern angewendet; jetzt wird sie meist nur von
Bauhandwerkern benutzt, um die wagerechte Richtung zu ermitteln. Der wesentlichste
Teil der Wasserwage ist eine 40—60 cm lange, wagerechte Metallröhre, die an beiden
Enden mit lotrechten Glasröhren versehen und mit gefärbtem Wasser angefüllt
ist. Befestigt man die Röhre wagerecht auf einem Gestelle, so hat man eine Kanalwage.
Will man mit Hilfe dieser Wage berechnen, wie viel z. B. eine Straße an
einem Ende höher ist als am andern, so steckt man an den Endpunkten der Straße
gleichmäßig eingeteilte Maßstäbe (S. 301 A u. B) bis zu dem ersten Striche in
die Erde. Dann stellt man die Wasserwage zwischen beiden so auf, daß von ihr
aus beide Stäbe sichtbar sind. Da nun das Wasser in beiden Endröhren gleich
hoch steht, so erhält man eine wagerechte Richtung. Nun visiert man eine wagerechte
Linie bis zum ersten und dann bis zum zweiten Stabe. Um diesen Punkt,
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