Full text : Protokolle der im October 1873 im Königlich Preußischen Unterrichts-Ministerium über verschiedene Fragen des höheren Schulwesens abgehaltenen Conferenz.

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Prüfungszeugniß  so  lange  erforderlich  sein  werde,  bis  diese  Schulen
sich  hinreichenden  Credit  erworben  haben  würden.

Der  Minister  gab  hierauf  ein  Resümé  der  heute  und  gestern
gepflogenen  Debatte.

ezüglich  der  höheren  Bürgerschule  bezeichnete  er  sodann  als
den  Standpunct  der  Unterrichtsverwaltung,  daß  dieselbe  die  Durchführung
  eines  fest  bestimmten  Normalplanes  nicht  für  das  Richtige
erachten  könne.  Wie  noch  im  letzten  Jahre  viele  Schulen  entstanden
seien,  die  bezüglich  des  Unterrichtsplanes  sich  keineswegs  alle  deckten,
wenn  sie  auch  sämmtlich  ihr  Ideal  in  der  von  Dr.  Hofmann  befürworteten
  Schule  erblickten,  so  werde  auch  in  Zukunft  eine  große
Mannichfaltigkeit  erforderlich  sein.

Die  Berechtigung  zum  einjährigen  Militairdienst  allgemein
diesen  Schulen  zu  ertheilen,  werde  nicht  angehen;  man  müsse  vielmehr
  sehen,  wie  das  Privilegium  im  einzelnen  concreten  Falle  zu
erlangen  sei.

Fünfte  Sitzung,  13.  Octb.  1873.

Es  wurde  zunächst  die  Frage  1,  d  der  Vorlage  discutirt,  ob
die  Combination  von  Gymnasial=  und  Realclassen  nach  dem  sogenannten
  Bifurcationssystem  ferner  zulässig  sei.

Es  waren  zu  dieser  Frage  seitens  des  Dir.  Reisacker  und
des  Dir.  Fritsche  Stundenvertheilungspläne  vorgelegt  worden,  in
welchen  das  Bifurcationsspystem,  wie  dasselbe  nach  der  Absicht  der
Verfasser  dieser  Pläne  sich  gestalten  würde,  veranschaulicht  wird.

Der  erste  von  beiden  Entwürfen  (Rei  sacker)  ist  folgender: