Full text: deutsches Wörterbuch. Zweiter Band H-O. (2)

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lohgar, durch Lohe gar gemacht: lobgares leder. — 
Lohgerber, w. Handwerker der mit Lohe Leder gerbt. — 
Lohgerberei, k. Gewerbe des Lohgerbers und Ort wo 
es getrieben wird. — Lohgrube, k. Grube worin das 
Leder mit Lohe gegerbt wird. — Lohhecke, k. Hecke zur 
Gewinnung von Lohe: aupflanzung von lohhecken 
Bismarck Reden 9, 43. — Lohkäse, m. die in Käse- 
form gepreßte Gerberlohe: setzt er auf einander stafels- 
weis vie die gerber jre lokäsz Garg. 99. — Loh- 
mühle, f. Mühle in der Lohe gemahlen wird. 
Lohen, als Lohe emporschlagen, mhd. in gleicher 
Form; lohen, ignescere, (lammescere, das feuer loher 
auf Stieler; der rothen wachtfeuer glut, die da 
vor jedem zelte lohten Freiligrath 1, 104; nie hat 
ein unstät zuckend fackelrot dir über deine kühle 
stirn geloht CF Meyer Ged. 18; übertragen: was so 
unlöschbar loht, ist liebe Heyse 9, 119; mag dann 
der abglanz auch erbleichen, im herzen lobt die 
schönre spur Keller Werke 9, 67. 
Lohn, u. m. Vergütung für Dienste; gemeingerm. 
Wort, goth. altnord. laun, altengl. leän, altsächs. ahd. 
mhd. lön; der Schlußlaut ist ableitend, in Urverwandt- 
schaft steht altflav. lovũ Jagdbeute, loviti jagen, erjagen, 
so daß die ursprüngliche Bed. des Wortes wohl — Er- 
beutetes, Erjagtes war und von da in den weiteren 
Begriff des durch Arbeit Erworbenen eintrat. In der 
alten Spr. ist das Geschlecht Neutrum, ahd. mhd. kommt 
dazu das Masculinum auf, das in der neueren Spr. 
vorwiegend geworden ist. Plur. dazu ist ahd. löna, 
mhd. aber leene, dem entsprechend uhd. löhne: die löhne 
verringern Bismarck Reden 12, 205. lohn, Vergütung 
für Arbeit der Dienstboten, Hand= und Feldarbeiter, 
Handwerker, vgl. arbeits-, boten-, dienst-, fuhr-, ge- 
einde-, handwerker-, tage-, wochenlohn u. a.; ein er- 
beiter ist seines lohns werd Luc. 10, 7; rufe den er- 
beitern, und gib jnen den lohn Matth. 20, 8; begert 
dannoch (für den Dienst) kein lohn dazu Garg. 103; 
(wenn er) dem knecht den lohn entzieht Cronegk 
2, 102; bei jemand in lohn und brot stehen, vgl. unter 
brot; in jemandes lohn und kost sein, vgl. unter kost; 
in älterer Spr. auch Vergütung für Dienste von Priestern, 
Arzten: ewer lohn für ewr ampt in der hütten des 
stilts 4. Mos. 18, 31; ärzt, welche ein gar ungerechten. 
lohn .. nemmen Schuppius 769; und sonst bis heute 
Entgelt für eine Dienstleistung: jre priester leren umb 
lon, und jre propheten warsagen umb geld Micha 3, 11; 
es messe der lohn streng an der mühe sich ab Schiller 
Glück 56; in unzüchtigem Sinne: das ist mein lohn, 
den mir meine buhlen geben Hohel. 2, 12; — von dem 
was Gott den Menschen als seinen Knechten für ihre 
Werke zuteilt: jr habt anders keinen lohn bei ewerm 
vater im himel Matth. 6, 1; in jener welt.. verteilt 
gott straf und lohn Gellert 2, 15; gottes lohn wird 
Wohlthätern gewünscht: dem fremden ritter gottes lohn 
zu wünschen Wieland Ob. 3, 49; Gott selbst als 
lohn: die gerechten werden ewiglich leben, und der 
herr ist jr lohn Weish. Sal. 5, 18; lohn aber auch 
Vergeltung für Ubelthaten, Strafe: das ist der lohn 
eines gottlosen menschen bei gott Hiob 20, 29; — Ver- 
geltung, die sonst unser Thun und Lassen trifft: lohn. 
der tugend, treue; der süszen liebe milden lohn 
PFleming 190; der Philaide herz sei deiner grosz- 
muth lohn Cronegk 1, 179; ihm ward ein kuss zu 
lohne Uz 1, 38; gibts einen andern schönern lohn als 
dich? Schiller der Kampf; lohns genug Grillparzer 
5, 279; Gegensatz zu strafe: sein ganzer lohn und seine 
strase Platen gläs. Pantoffel, Prolog; aber auch wie 
strafe selbst: den lohn jres jirthumbs Röm. 1,27; er 
ist ein spion . strick ist sein lohn Hebel 2, 161; 
oder mehr in ironischem Sinne: der welt lohn, mhd. 
der werlde lön (Kp Würzburg); undank war mein 
lohn; der kerker ward sein lohn Gellert Fab. 2, 21; 
lohgar — Lohn. 
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der räuber ist gefallen, er bat den blutgen lohn 
Uhland 203. — Zusammensetzungen: Lohnarbeit, k. 
Arbeit um Lohn. — Lohnarbeiter, m. der um Lohn 
arbeitet. — Lohnbedienter, m. Bedienter ohne fesie An- 
stellung, der nur auf Zeit um Lohn dient. — Lohn- 
diener, m. Lohnbedienter. — Lohnfuhre, f. Fuhre die 
von einem Mietfuhrwerk um Lohn geleistet wird. — 
Lohnhandwerker, m. Handwerker der nur Arbeiten auf 
Bestellung macht. — Lohnkutsche, k. Mietkutsche. — 
Lohnkutscher, m. der eine Lohnkutsche führt. — Lohn- 
lakei, m. auf Zeit gemieteter Lakei (vgl. lohnbedienter): 
ich zahlte einem lohnlakai für zwei stunden einen 
kleinen thaler Seume Spaz. 2, 136. — Lohnsatz, m. 
was an Lohn für einen Arbeiter Satz ist: dasz die 
lohnsätze damals höher gewesen seien Bi Smarck Reden 
2, 180; da der fabrikherr allein nach seinem vorteil 
den lohnsatz bestimmt 184. — Lohntag, m. Tag an 
welchem Lohn gezahlt wird. 
Lohnen, mit Lohn versehen; gemeingerm., nur goth. 
nicht belegte Ableitung von lohn, altnord. launa, alt- 
engl. leänian. altsächs. ahd. 15n5n, mhd. lönen; Lohn 
für eine Arbeit gewähren; absolut: heute wird gelohnt, 
Lohn ausgezahlt; mit Dat. der Person: sie . lohnen 
dem goldschmide, das er einen gott draus mache Jes. 
46, 6; Sie werden dem boten lohnen Rabener 3, 183; 
in älterer Spr. mit ursächlichem Gen.: des wil ich dir 
150en Nib. 1091; später einem für etwas lohnen; mit 
Acc. der Person: nun soll ich zahlen, alle lohnen 
Goethe Faust II 1; — von Gott gesagt: der herr 
lohne inen, wie sie es verdient haben Sir. 35, 24; so 
wird es der himmel lohnen Freytag Ahnen 5, 125; 
mit sächlichem Dat.: solchen gottseligen thaten kann 
nur golt lohnen Goethe 43, 286; als Wunschformel: 
gott lohn euch eure gutthat Schiller Tell 4, 1; auch 
— strafen: gott wird ihm dessen lohnen fein Opel- 
Cohn 11, 33; — von sonstiger Vergeltung eines Thuns 
oder Lassens, in mehrfacher Fügung: thue ichs gerne, 
so wird mir gelohnet; einem für etwas lohnen, alt 
und altertümelnd mit Gen.: sie lohnten desz der lieb 
und mir Wieland Vogels. 211; einem für etwas lohnen; 
wie lohn ich dir Schiller Jungfr. 3, 4; lohnst du mir 
also für meine schlaflosen nächte? Kab. 1, 7; mit Acc. 
einen lohnen: deine mutter, lohne mit deinem leben 
sie Gleim 5, 278; sie, die meine liebe lohnt Goethe 
Juny; einem etwas lohnen: wie lohn ich dir so viele 
schöne thaten? Göckingk 3, 129; etwas lohnen: ge- 
mäht ist die wiese, das lohn ich mit reichlicher spende 
Uhland 239; — mit dem sächlichen Subj. einer That 
oder eines Verfahrens, in denselben mannigfachen 
Fügungen: das lied ist lohn, der reichlich lobnet 
Goethe der Sänger; der freudentaumel seiner gäste 
lohnte dem erhabnen wirth Schiller 6, 21; als 
suszer gottesfrieden noch der reinen seele lohnte 
Lenau 101; mit Acc.: wer hohes muths sich rühmen 
kann, den lohnt nicht gold, den lohnt gesang Bürger 
Lied vom brav. Mann; etwas lohnt sich, eine arbeit; 
des vaters untergehende sonne lohnt das neue tage- 
werk nicht mehr Schiller Karl. 5, 9; welche ab- 
weichung zu beweisen nicht die muhe lohnte Goethe 
53, 195; häufig in der Fügung etwas lohnt der mühe 
(wobei der mühe nach alter Weise ursächlicher Gen., 
wegen der muhe, für die mühe ist): die dienste der 
groszen . . lohnen der muhe, des zwanges, der er- 
niedrigung nicht, die sie kosten Lessing Minna 5, 9; 
refl.: dann lohnt es nimmer sich der mühe mehr, sich. 
zu vertheidigen Grillparzer 9, 39; auch nur es lohnt; 
das lohnt nicht; wenn ihr geht, lohnts einem hier 
nicht Klinger Theater 4, 120; — lohnen im ironischen 
Sinne (vgl. dazu lohn a. E.): wie liebe mit leide zu 
jungest lönen kan Nib. 17; dasz sie (die Welt) für 
dein verschonen dir schändlich wurde lohnen PGer- 
hard 257; dein blick wägt ein leben eitler tugend auf, 
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Lohnarbeit — lohnen.