Full text : Gesetze und Verordnungen für das Volks-, Mittel- und Privatschulwesen im Regierungsbezirk Breslau.

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Froschmänf.  2,  1,  4;  gewendet  auf  Betragen  und  Verfahren:
  sie  lumpen  sich  ja  miteinander,  n  coeno  /10—
5%½%  nof###kk%?.  Stieler;  jetzt  lumpen,  herumlumpen.
wie  ein  Lump  herum  steben,  nichts  thun,  unordentlich
leben;  —  in  anderm  Sinne  transitives  lumpen.  Lump
schelten,  wie  einen  Lump  behandeln:  jemanden  lumpen
Adelung;  besonders  in  der  Redensart  sich  nicht
lumpen  lussen,  nicht  nachsagen  lassen,  daß  man  filzig
oder  geizig  sei:  er  lässct  sich  nicht  lumpen,  conk#emmm“
4%  non  „ad  Stieler;  gieb  so  zu  verstehn,  es  gelte
jetzt,  sich  chre  machen,  sich  nieht  lumpen  lassen
Heyse  10,  143.  —  Lumperei,  f.  lumpiges  Wesen,  Armfeligkeit:
  es  ist  lauter  lumperei  mit  ihm  Stieler:
gewöhnlich  =  armseliges,  verächtliches  Ding;  im  Allgemeinen:
  alles  in  der  welt  lauft  doch  auf  einc  lumperei
  hinaus  Goethe  Werther  1;  wie  soll  ich  nach
18  jahren  noch  alles  von  diesen  lumpercien  und  gemeinheiten
  wissen  Bismarck  Reden  13,  254;  geringe
Geldsumme:  „wie  theuer  “  eine  lumperei.  sechzig  louisdors
  Schiller  4,  191;  unwichtige,  armselige  Arbeit:
alle  lumpereien  zu  thun.  die  sie  begehrten  Keller
Seldw.  2,  176;  —  Thun,  Verfahren  wie  eines  Lumpen:
aus  einer  lumperei  in  die  andere  geraten;  aus  den
lumpercien  nieht  herauskommen.  —  lumpicht,  in  jüngerer
Form  lumpig,  in  Lumpenart;  bezogen  auf  die  Kleidung,
im  16.  Ih.  auf  die  zerschnittene  Modetracht:  ein  lumpeehr
wol  zerhawen  kleidt  Grobian.  4666;  später  auf  abgerissenes
  Gewand:  deinen  lumpichten  mantel  Fr  Müller
2,  187;  daher  ein  alter  lumpichter  kerl  omo  annis
et  pannĩs«  obsitus  Steinbach;  ein  lumpiger  kerl
Eichendorff  Taugen.  59;  leute  von  allen  kalibern,
lumpige  und  wohlgekleidete  Seume  Spaz.  1,  72;  —
übertragen  auf  armselige,  geringe,  nichtswerte  Dinge
schkechthin:  um  eine  lumpige  adrienne  so  viel  umstünde
maeben  Lessing  Dram.  22;  lumpichte  zwei  groschen
Adelung;  es  ist  gar  keine  ehre  dabei,  aus  solch
lumpigem  gefängnisse  auszubrechen  Freytag  Val.
4,  2;  ein  lumpiges  lustspiel  Keller  Werke  8,  121;  von
Personen:  wo  hier  das  lumpigst’  hoffräulein  die  nase
sich  unterstand  zu  rümpfen  Heyse  10,  5.

Lunge,  f.  1)  innerer  Teil  des  Körpers  zur  Atmung;
gemeingerm.,  nur  goth.  und  altsächs.  nicht  überliefertes
Wort,  altnord.  lnga,  altengl.  lungen,  ahd.  lungunna,
lunginna  und  lunga,  mhd.  lungene  und  lunge;  ohne
urverwandte  Bezüge,  zusammengestellt  mit  dem  mhd.
Adj.  lung,  weich,  nachgiebig,  ahd.  lungar,  mhd.  lunger
hurtig,  rasch,  mhd.  ungen  vorwärts  gehen,  so  daß  in
dem  Subst.  der  Begriff  des  Leichten  und  Aufschnellenden
liegen  mag.  Als  Werkzeng  des  Atmens,  Sitz  der
Stimme,  besonders  in  Redensarten:  eine  gute  lunge
haben;  dasz  der  himmel  ihren  sohn  mit  so  vieler  weisheit
  und  lunge  ausgerustet  hat  Rabener  4,  366;  eurer
lunge  ..  zu  schonen  Schiller  Ränb.  Trauersp.  4,  2;
der  kanziler  hat  sich  jahre  lang  hindurch  die  lunge
aus  dem  leibe  gesprochen  Bismarck  Reden  13,  97;
bei  Erkrankung  der  lunge  heißt  es  im  gewöhnlichen
Leben  es  auf  der  lunge  haben;  mit  meiner  lunge  nur
i#ts  schlecht  bestellt  Heyse  10,  97;  die  lunge  aus
Flügeln  bestehend,  deren  einer  oder  der  andere  krankhaft
entarten  kann,  daher  mit  einer  halben  lunge  atmen.
leben;  der  Plur.  lungen  kann  auch  von  einer  Lunge
stehen  und  beide  Lungenflügel  zusammenfassen  (vgl.
lungenpaar):  was  für  sehrechliche  lungen!  (eincs  lant
Sprechenden)  Goethe  Rameans  Neffe;  allitterierende
Verbindung  longe  und  leber  (s.  d.);  lunge  und  luströhre
  Lohenstein  Armin.  2,  105b.  2)  anderes  lunge
in  älterer  Spr.  —  Roßkot,  Roßapfel,  ungewifser  Herkunft
  und  Beziehung:  mit  lungen  ich  ouch  werfen  kan
Murner  Narrenbeschw.  68,  43;  so  solt  man  uns  doch

mit  hunden  aushetzen,  und  mit  lungen  auswerfen
Luther  4,  3867;  vgl.  dazu  Zachers  Zeitschr.  24,  37  fg.
285  sg.  —  Zusammensetzungen  zu  1:  Lungenentzün-Lumperei

  Lunge.

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dung,  f.  Krankheitsname,  Entzündung  der  Lunge.  —
Lungenfäule,  k.  Faulung  der  Lunge,  Krankhert  bei
Pferden,  Schafen,  Rindern.  —  Lungenflügel,  m.  Teil
der  Lunge  (vgl.  füügel  2):  rechter,  linker  1.  —  Lungengeschwür,
  n.  Geschwür  in  der  Lunge.  —  Lungenhieb,  m.
Hieb  in  die  Lunge;  bildlich  für  einen  derben  Hieb,  der
gleichsam  den  Atem  stocken  läßt.  —  lungenkrank,  krank
auf  der  Lunge;  dazu  Lungenkrankheit,  1.  —  Lungenmus,
  n.  musartige  Speise,  ans  der  Lunge  eines  eßbaren
Tieres  bercitet;  sprichwörtlich:  klein  (durcheinander)
gehackt  wie  lungenmus;  soll  ich  dir  den  deinigen
(Herrn)  ganz  zu  einem  lungenmus  zusammenhauen?
Hebel  2,  187.  —  Lungenpaar,  n.  die  beiden  Lungenflügel:
  einer  .  den  gott  mit  waekrem  lungenpaar  gesegnet
  Heyse  3,  69.  —  Lungenprobe,  k.  Probe  mit  der
Lunge  eines  neugeborenen  Kindes,  die,  je  nachdem  sie
im  Wasser  schwimmt  oder  untersinkt,  anzeigt,  ob  das
Kind  geatmet  hat  oder  tot  zur  Welt  gekommen  ist.  —
Lungenschlag,  m.  Schlagfluß  mit  Lähmung  der  Lunge:
du  büättest  dir  einen  lungensehlag  holen  können  Wilbenbruch
  Opser  56.  —  Lungenschwindsucht,  k.  Schwindsucht
der  Lunge.  —  Lungensucht,  t.  Krankheit  der  Lunge,  besonders
  Schwindsucht.  —  Lungenwurz,  k.  Name  des
Mauerhabichtkrautes.

Lungern,  aufpassen,  gierig  lauern,  erst  uhd.  aufgekommene
  Bildung  zu  dem  unter  lunge  aufgeführten
Adj.  ahd.  lungar,  mhd.  lunger  rasch,  hurtig;  nach
gnadenbrot  zu  lungern  Bürger  Mannstrotz;  zur
stunde  der  lungernden  magen  das  Lied  von  Treuc;
meist  übergegangen  in  die  Bed.  müßig  herumstehen,
faulenzen:  mir  däucht,  dasz  ieh  nun  einige  wochen
ehrlich  lungern  kann  Seume  Spaz.  2,  160;  dasz.  der
taule  landstreicher  nichts  thue  als  lungern  und  sich
mästen  Gandy  Erz.  130;  (Burschen)  welche,  die  hände
in  den  hosentaschen,  auf  der  strasze  lungerten  Freytag
  Soll  1,  37;  da  lungert  ja  .  ein  lakai  herum
Handschr.  2,  425.  Dazu  Lungerleben,  u.  Leben  in  Faulenzerei:
  wir  werden  .  .  dies  lungerleben  aufgeben
Heyse  9,  379.

Lünse,  k.  Achsnagel,  Weiterbildung  des  gleichbedeutenden
  ahd.  lun  und  luna,  mhd.  lun  und  lune,  in  der
Form  ahd.  lunisa,  altengl.  Unis.  mhd.  lunse,  lunse
mit  leicht  abweichenden  Nebenformen  (lunze,  lonze,  lunne
u.  ähnl.);  Wort  unsicherer  Abkunft:  zerbrochene  lunse
Voß  Luise  3,  2,  51.

Lunte,  k.  (früher  auch  m.)  Zündstrick;  erst  im  Nhd.
belegtes  Wort,  zunächst  mit  der  Bed.  Fetzen,  Lumpen:
die  lunten  pimmet  man  .  darausz  macht  man  pappir
Luther  Tischr.  2215;  dann  auch  Lampendocht:  ein
lünten  in  der  umpel  Wirsung  Arzneib.  566,  noch  jetzt
niederdeutsch:  ungewisser  Herkunft;  die  Bed.  des  Zündstrics
  für  Schießgewehr  und  Minen  hat  sich  aus  der
vorigen  seit  16.  Ih.  ergeben,  auch  niederl,  Ionte  Kilian;
musqueten  und  brennende  lunten  Schuppius  93;
ihre  lunten  so  anzulegen.  dasz  wo  möglich  alles  auf
einmal  feuer  fienge  Schiller  4,  161;  pulvertonnen.
wenn  eine  lunte  hinein  fällt  Fiesko  2,  5;  in  der  Redensart
  lunte  riochen,  Verdächtiges  oder  Gefahr  wittern,
bergenommen  von  dem  durchdringenden  Geruch  einer
glimmenden  Lunte:  er  reucht  lunten,  i#(4%#  /d  animadnertit
  Schottel;  ein  stick  von  geistlichkeit  hatte
lunte  gerochen  Seume  Spaz.  2,  43:  —  launte,  bei  den
Jägern,  der  breunend  rote  Schweif  des  Fuchses.

Lüpsen,  empor  beben;  abd.  nicht  nachgewiesen,  mbd.
lupfen  und  lupfen,  ungewisser  Herkunft,  mit  dem  gleichbedentenden
  lutten  unverwandt;  wesentlich  auf  die  oberdeutschen
  Mundarten  beschränkt,  in  der  Schriftspr.  verbältnismäßig
  selten;  unumgelautete  Form  in  älterer
Spr.:  da  danzten  schupften,  hupften.  lupften  (sie)
Garg.  154;  auch  in  neuerer,  z.  B.  bei  Goethe:  wie
jeder  doch  che  beine  luptt  Fanst  1;  gewöhnlich  umgelautet:
  einen  lupfen,  in  die  höhe  lüpfen,  so  beim

Lungenentzündung  —  lüpfen.