Contents : Realienbuch Nr. 3 (3)

1  Ceschichte.  83

der  Führung  des  Fürsten  Leopold  von  Anhalt-Dessau  erwarben  sich  preußische  Truppen

im  Nampfe  gegen  Frankreich  hohen  Ruhm.

3.  Pflege  von  Kunst  und  Wissenschaft.  Wie  sein  vorbild  Ludwig  XIV.
förderte  auch  Friedrich  I.  Kunst  und  Wissenschaft.  In  Berlin  wurde  die  Straße

„Unter  den  Linden“  und

ein  neuer  Stadtteil,  das
Kriedrichsviertel,  angelegt.
  Unter  der  Leitung
des  Baumeisters  und
Bilbhauers  Schlüter  entstanden
  das  gewaltige
Königliche  Schloß  und
das  Seughaus.  Kuf  der
Brücke,  die  am  Schlosse
über  die  Spree  führt,  erhob
  sich  das  von  Schlüter
entworfene  und  in  Erz
gegossene,  herrliche  Denkmal
  des  Großen  Kurfürsten.
  Seiner  Gemahlin  -
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der  König  das  schloß  —
Charlottenburg  und  um—
gab  es  mit  einem  schönen

Das  Berliner  Schloß.

Parke.  Er  begründete  auch  in  Berlin  die  Akademie  der  Wissenschaften,  in  der  sich
die  gelehrtesten  Männer  seines  Landes  zu  gemeinsamer  Arbeit  vereinigten.  In  halle

wurde  eine  neue  Univerfität  errichtet,  an  der
berühmte  Lehrer  wirkten,  z.  B.  der  fromme
ugust  hermann  Francke,  der  Schöpfer
des  großen  Waisenhauses.

4.  Sophie  Charlotte.  Die  Gemahlin
Friedrichs  I.,  die  geistvolle  Sophie  Charlotte
von  Hannover,  liebte  das  geräuschvolle  Hofleben
  mit  den  häufigen  Hestlichkeiten  nicht  und
309  sich  nach  ihrem  stillen  Schlosse  Tharlottenburg
  zurück.  Dort  sammelte  sie  einen  Kreis
von  gelehrten  Männern  um  sich,  mit  denen  sie
sich  über  die  schwierigsten  Fragen  der  Wissenschaft
  unterhielt.

5.  Letzte  Regierungszeit.  In  den
letzten  Jahren  der  Regierung  Friedrichs  I.  wurde
Ostpreußen  von  einer  furchtbaren  Pest  heimgesucht.
  Sie  raffte  200  000  Menschen,  den
dritten  Teil  der  Bevölkerung,  hinweg.  Die  langen
Kriege,  zu  denen  der  König  seine  Truppen  entsandt
  hatte,  und  die  verschwenderische  Hof-Sophie

  Charlotte.