Aummmer 88
#e von mn — gehalten wer-Den
von der Lorstandschat geslellten
Ban 50 Mr. Jm Kriegerdentmalfonds aus
der Vereinstasse abzugeben, wurde zugestim'nr.
Ueubenern, 10. Febr. Die auf Sonntag
den 8. ds sesigesetzte Generalversammlung des
„Edelweic’ war
zahlreich besucht und wurde vom 2. Vorstand
Herrn Jos. Heiß als Vertreter des von hier
verzogenen 1. Vorstandes Hausstetter, eröffjnet.
Nach Jahres- und Kassenbericht, welch letzterer
ein größeres Defizit aufweist, was auf die
vielseitigen Veranstaltungen, Beteiligungen und
Neuanschaffungen zurückzuführen ist, wurde zur
Neuwahl übergegangen. Sie erbrachte“ soi. pendes
Resultat: 1. Vorstand Heiß Jos., 2. Vorstand
Martsteiner Jos., Schriftführer Wi-böd
Josef, Kassier Knoll Wilhelm, Vorplattler Pallauf
Peter, Beisitzer Pallauf Anton. Dem Vorschlag,
es möchte das im Herbst zur Aufführung
gebrachte Theaterstück „Das Sonntagelind“ in
nächsler Zeit wieder gespielt werden, wurde allgemein
zugesprochen. Die Spieler erllärten sich
dam bereit und gaben bekannt, den Reinertrag
der durch Adleben der Mutter von acht kleinen
Kindern in große Not geratenen Familie Thanner
in Langweid zu übergeben.
Bad Aibling, 10. Febr. Im Stalle beim
Schuhbräu verunglückte ein Fuhrknecht auf eigentümliche
Weise. Infolge Ausgleitens fiel er
zu Boden; gleichseitig trat ihm ein Pferd auf
eine Hand, sodaß ein Finger vollständig losgetrennt
wurde. Der Verunglückte mußte im Krankenhaus
Hilfe suchen.
Bad Aibling, 10. Febr. Der Hauptetat
der Distriktsgemeinde pro 1914 schlient mit
85 300 Mk. Ausgaben und 20 353.21 Einnah.
men. sohin mit 64 946.79 Mk. Fehlbetrag al.
Lunch Einstellung aller dem Distrilt aus Stoat-.
und Kreisfonds dewilligten Zuschüsse, wober
aus Staatssonds 5500 Mk., Kreisfonds 623322
Mark gewährt werden, mindert sich der Fehlbetrag
auf 53213.57 Mk., wescher durch Umlagen
zu decken ist.
Heufeldmühle, 11. Febr. Am Samstag
verunglückte hier der verh. Arbeiter J. Holzapfel
von Thalltam. Er wurde beim Auflegen des
Treibriemens erfaßt, so daß ihm der Arm dreimal
gebrochen wurde. Der Verletzte, der als
ruhiger und besonnener Arbeiter gilt, wurde ins
Krankenhaus in Kirchdorf a. H. verbracht.
Vagen, 11. Febr. Hühnerdiebe icheinen in
letzter Zeit in Tätigkeit zu sein. or einigen
Tagen wurde erst aus der Mühldorfer Gegend
gemeldet, daß sich dort „Hühnerliebhaber“ berumtreiben.
Nun lam auch aus unserer Ortschoft
die unerfreulichenunde. daß einem Gutsbesitzer
in Sterneck ein ganzer Hühnerstallausgeraubt
wurde. Doch die diebischen Elsiern sollten sich
ihrer Beute nicht lange erfreuen. Die Täter,
ein in NRosenheim wohnhaftes Liebespaar. -well.
ten einige Hühner veräußern, wurden aber erkannt,
so daß ihnen die Beute abgenommen
werden T Es handelt sich um einen gemissen
J. Ofenreiter und eine Maria Heilmeier
aus der Mühldorser Gegend.
Hrien, 10. Tebr. Die Eisfläche des Chiemsces
hatte am Sonntag beinahe ein Opfer gefordert.
Der Privatier Schachner non Prien
fuhr mit dem Rade über den See nach Grabenstätt.
Als er eine infolge des Eisschlages offene
Stelle überqueren wollte, stürzte er in das Wasser.
Mährend sein Rad in der Tiefe versank,
konnte sich Herr Schachner, wenn auch durchnäßt,
retten; sein Begleiter leistete ihm gute
Hilfe.
Egsstätt, 10. Febr. Unfer neuer Pfarrherr
ist in den letzten Tagen bei uns angekommen.
Die ganze Pfarrgemeinde mit mehreren Vereinen,
auch aus der Umgegend, bereitete ihm
einen freudigen Empfang. Zum Willkomm kichtete
Herr Schreinermeister Kiener herzliche Begrüßungeworte
an den neuen Seelsorger, den
vor der Kirchentür auch mehrere Mädchen begrüßten.
In der Kicche richtete der neue Pfarrherr
an die versammelte Gemeinde herzliche
Worte des Dankes mit der Versicherung, daß er
bestrebt sein werde, dieses gute Einvernehmen
auch in Zukunft hochzuhalten.
Marzoll, 11. Febr. Ein allseits beliebter
und geachteter Mam schied gestern vormittag
freiwuillig aus diesem Leben. Herr Eduard
stenmaier, Pächter der Wieningerschen Gnwirtschaft,
machte seinem Dasein durch Erhängen
ein jähes Ende. Der Bedauernswerte lich
in letzter Zeit vielsach Lebensüberdruß erlennen,
der in zerrütteten Familienverhältnissen begründet
ist.
mühldorf, 11. Febr. Eine erfreuliche Nachricht
wurde gestern den Mühldorfern zuteil. Die
Seaein wurden von den Metzgern durcho-
4—5 Pfg. erniedrigt. Man bezahit
ers #im“ Rindfleisch nicht arhn 90 Afg., sondern
86 Pfg.; zu gleichem Preis erhält masn
auch das Schweinefleisch, während das Kaidfleisch
statt 95 nur mehr 90 Pfg. kostet.
Cokalnachrichten.
Rosenheim, 11. Febr.
H#re#een Die silberne Medaillle
des Verdienstordens vom hl. Michael
wurde dem Sergeanten Georg Schmid in
Breitbrunn oerließen.
Bürgermeisterjubiläum.
April dieses Jahres sind 25 Jahre 6.
seitdem Herr R. Hofrat Bürgermeister Wüst.
an der Spitze der Stadtoerwalkung ĩeht. Am
14. März 1889 ist Herr Bürgermeister Fmedrich
Stoll gestorben uund am 29. Lprilf vereinigte
man sich zur Wahl des neuen Bürzer,
meisters. Wir lesen darüber in Nr. 98 des
„Rosenheimer Amzeiger“ pem 30. Aius 1889:
„Aus der für heute vormiktags 10 Uhr anberaumten
Wahl eines neuen Gürgermeisters ers für
Rosenheim ging unier acht Bewerbern derzeitige
rechtskundige Bürgermeister von Lauf
bei Nürnberg, Herr Josel Wüst, hervor, welcher
als ein ausgezeichneter, enntniereicher und gewiskenhafter
Verwallungsbeamter erprobt i# ist. Herr
Wuüst ist 1860 zu Forchheim geboren und- bekleidet
seit 31. März 1887 die Stelle eines rechtslundigen
Bürgermeisters der Skadt Lauf, deren
zerfohrene Verhältnisse er in kurzer Zeit in geordnete
Bahnen eu lenken verstanden hat. Durch
sein durchaus ovjeltives Wirken hat er sich rasch
die größte Achtung der gesamten Bücgerschuft
von Lauf erworben. Möge die Wahl dieses
Heurn auch unserer Stadt zum Segen gereichen!"“
Das Wahlresultat wurde dem neugewählten
Bi ürgermeister telegraphisch übermittelt. Er gab
darauf solgende Drahtanwort: „An Herrn Norstand
des Gemeindelollegiums Rosenheim. Mit
bestem Danle für das in mich gesetzte Vertrauen
sowie für den Glückwunsch atzepliere ich gerne die
Wahl. gez. Wüst.“ Herr Bürgermeister Wüst
ist am 21. Mai 1889 in unserer Stadt eingeirossen
und am 1. Juni von Herru Regierungsrat
Auer seierlich in sein Amt installier worden.
Herr K. Hofrat Bürgermeister Wüst ann also
demnächst das silberne Jubiläum als Bürgermeister
der Stadt Nosenheim begeben. Ein
schönes Zusammentressen ist es, daß Nosenheim
in diesem Jahre 1914 auch das goldene
Stadtjubiläum feiern kann.
Jrauenverein vom Roten Kreuz
für die Kolonien. Am 9. Februar sand
im Hotel „Deutscher Kaiser“ die satzungsgemaß:
Hauptversammlung siatt. Die überraschend
große Anzahl der Teilnehmerinnen bewies das
lebendige Interesse für den Verein, dessen Tätigleitebericht
Baronin Schacky in übersichtlicher
Form erstattete. Daraus war zu entnehmen,
daß der Verein im vergangenen Jahr außer
ordentliche Jortschritte zu verzeichnen hat. Die
Milglieder; zahl ist gewachsen, die Bestrebungen
des Vereins waren allseitig erfolgreich dank der
Werbetätigleit der Mitglieder, deren Zusammenhilfe
in ganz Bayern es ermöglicht hat,
daß ein Erholungsheim in Swakopmund am
Königs-Geburtetag eröffnet werden konnte. Die
Abteilung Rosenheim hat dafür die St#ftung
eines „Nosenheimer Zimmere“ beschlossen, das
den Namen unserer Heimatstadt führen soll;
Handarbeiten und Bilder wurden dafür gesiiflet.
Um all dieses lebensfähig und auebauend zu gestalten,
ist weitere rege Vereinstätigkeit unerplch.
Deshalb wurde auch für den
Februar im „Deutschen Kaiser“ ein Wohltät! gleilsfest
beschlossen, in dessen Programm ein intereisanter
Lichtbildervortrag über Deutich- Ostaft'ka
eine prominente Stellung einnehmen wird.
Aber auch die Fröhlichleit soll, da das Fest
in die Karnevalszeit fällt, zu ihrem Rechte kommen:
Masken, Buben und Deandlu werden
fröhlich das Tanzbein Ihwingen können; in den
Tanzpausen werden Damen die ledersten Er.
frischungen anbieten. Vielleicht hat mancher
besonderes Glück bei einem Griff in den „Krabbelsac“,
m dem wiederum um lleine Päckchen
beten wird, abzugeben Prinzregentensir. 20.
Der Nechenschaftebericht fand allseitigen Beifall,
und die Damen lonnten mit Befrieä##igung
auf den seitherigen Lohn ihrer vaterländischen
charitativen Bestrebungen zurückblicken.
Vom Orchesterverein erhalten wir folgende
Zuschrift: „In Ihrer Montag- Ausgabe
haben Sie die Faschingsunterhaltung unseres
Vereins in schmeichelhafter Anetlennung aufgeführt.
Vermutlich durch unrichlige Information
is: Ihnen hiebei insoferne ein Irrtum unterlaufen,
als Sie Herrn Michael Naemvfel als
den humoristischen Erfindungsgeist des Jweiakters
angaben; in Wirklichkeit stammt dis originelle
Idee ausschließlich von unserem Mitglied
Herrn Eisenbahnsekretär Fanschuh, der ja
auch mit der Hauptrolle als Peter Dufterl
nebst der sich ihm großartig anpassenden Frau
Dusterl, verkörpert durch Frau Hopfner, unbestritten
die Glanznummer dieses Theaterschwankles
bildete. Herr K. Postsekretär Michael
Kaempfel hat in liebenswürdiger Weise die
Ausarbeitung der bereits fertigen Gesamtidee
nach seinen bewährten Rczepten übernommen.“
Vom ländlichen Dienstbotenmarkt.
Vom legtzten Schlenglpfinsta haben wir bereits
berichtet, daß die Dienstbotenbörse überaus zahlreich
besucht war. Jetzt liegt noch folgende har
dung vor: Im Widerspruch zu der allgemeinen
Alage, daß nicht genug Leute für die Landwirkaft
vorhanden sind, steht die Tatsach-, daß
* Schlenglmarlt das Angebot die eNachfrage
weit ũberstieg. Es waren sehr viele Dienstboten
da. eine ungezählte Schar von Keechten, so dah
jeder Bauer seinen Bedarf leicht decken konnte.
Viel- 8 nechte blieben sogar noch stellungelos.
Acch be i den Dienstmägden war zu bemerken,
“vr die Verdingung trotz reichster Auswahl
zu t gherre lebhaft war. Wem man lonach
Betrieb des Schlenglmarktes als Maßsta#
m Bedarf und Nachfrage in landwirtschaft-
—
Je#n Berrieben betrachtet, so dürfte sich die beruhigende
Aiueiht ergeben haben, daß den
Bauein genug Arbeitskräfte zur Verfügung sleen.
Zu den Bahnhofdiebstählen legt
heute eine weitere Meldung vor. Das „Aibl.
Wochenblatt“ berichtet: Der verhaftete Hauplschuldige
ist der 36sährige verh. Stationsgehilee
Franz Taver Hiebl, der seit drei Jahren im
—x*“ der Stadt Rosenbeim bedienstet
war. In seiner Funktion hatte er, da er bei
Nachtdienst allein beschäftigt war, reichlich Gelegenheit
zu einer ungestörten Beraulung der
verschiedenen Behältnisse. Durch diese lleberführung
ist man auch zur sicheren Annahm: gelangt,
daß derselbe Mann auch vor #####i# Jahren
einige näch Aibling gehörende Reitelrk#
ösfnete und daraus Schmucksachen im Werte von
nahezu 300 Mk. entwendete. Einige derselben
baben sich bei ihm noch vorgesunden. Zu seiner
Entlastung versucht er auch einige seiner Dieuttklollegen
mit in die Asfäre hineinzuziehen, was
aber wenig glaubhaft erscheint. Das gerichtliche
Nachspiel wird eine Menge Diebereien zutage
sördern.
Gesunden. Eine Geldbörf: mit IJrhalt
und ein Handtäschchen wurden gefunden. Sie
önnen im maglstratischen Geschäftszimmer Nr. 2
abgeholt werden.
U#nerspork.
Die RosenheimerSkiwettläufe werden
heuer zum zueiten Male veranstaltet, nackdem
sie im vorigen Jahre einen so vortrefflicken
Erfolg errungen haben. Sie finden am Sonntag
den 15. Februar auf der Asten und am Sonntag
den 1. März auf der Hochries siatt. Soeben
ist das Programm dazu erschienen. Darnach
erfolgt am 15. Februar die gemeinsame Abfahet
nach Fischbach a. J. früht 6.07 Uhr. Im Anschiuß
daran beginnt der Aufstieg zur Asten. Die Wettläufe
an diesem Tage beginnen mit einem Eilbotenlauf,
zu dem der Start um 10 Uhr beim
Sattel oberhalb des Bichlersees und das Ziel
in der Nähe von Vorderasten ist. Es folgt ein
Jugendlauf mit Start um 1 Uhr beim Rehleitenkopf:
Startgeld wird nicht erhoben. Weiter
ist ein Damenlaus vorgejehen, ie nach Beteiligung
in zwei Klassen. mit Start um 11½ Uhr
beim Rehleitenkopf. Den Schluß dieses Tages
bildet der Sprunglauf, ebenfalls je nach Be—
teiligung in zwei Klassen, mit Beginn um 2
Uhr. Der erste Tag ist offen für Skiläufer
des Jnn-- und Chiemgaues. Für die Weltläuse
am Sonntag den 1. März ist zunächsl ein al.
piner Hindernislauf vorgesehen, für den der
Start um 91 Uhr morgens bei der Stihütle
auf dem Hochriesgipfel ist; Jiel isl oie Riesenalm.
Es folgt dann nachmitags 2 Uhr ein Langlauf
im Hochriesgebiet. Hiefür ist der Start
auf dem Gipfel der Hochries und das Ziel bei
Frasdorf. Uebernachtungsgelegenheit ist auf der
Rosenheimer Slihülte geboten. Der zweite Tag
ist offen für Mitglieder des Deutschen und Oesterreichischen
Slirerbandes. Programmänderungen
sind vorbehalten. An Preisen sind vorgesehen:
im Eilbotenlauf ein Mannschaftspreis (ein silberner
Becher) als Ehren= und Wanderpreis der
Bergsteiger= und Schneeschuhriege des Turnrereins
Rosenheim von 1860, im Jugendlauf
zwei Diplome und zwei stisportliche Werle. im
Damenlauf ein silberner Sli und zwei Kunstblätter,
im Sptunglauf eine Plakette und zwei
Diplome, im alpinen Hindernislauf eine Plalette
und zwei Diplome, im Langlauf zwei
Matetien und zmei Diplome. Veranstaltet werden
die Weitläufe von der Alpenvereinosektion
Nosenheim und der Bergsteiger= und Schneeschuhriege
des Turnvereins Rosenheim von 1860.
Die Oberleilung liegt in den Händen der Her.
ren Madl, Heliel und Jel lined; zum Wettlauf-
ausschuß gehören die Herren Berthold, Fellheimer,
Frank, Jelineck, Keller, Köppel, Kühbandner,
Langguth, Maier, Münnich, Schmeiger
u. Zischgl. Das Kampfgericht bilden die Herren
des Deutschen Slmerbandes, während das
Schiedögericht in den Händen des Herrn Rechtsanwalltes
Hauch liegt. Fur den Preßaueschuß
ist Hr. Joh. Finsterwalder tätig, in den Dienfst
der Sanität siellen sich Mitglieder der Sanitätskolonne
Nosenheim. Auskünfte und Anmeldungen
besorgen die Herren Heliel und Jelineck. Das
Nenn= und Reugeld beträgt für jeden Lauf
eine Mark; Nennungeschluß ist am Start. Jede
Hastung für Unglücksfälle wird nachdrücklichst
abgelehnt. Die Wettläufe werden nach den Vorschriften
des Deutschen Skiverbandes abgehalten.
Die Reunstrecken werden reichlich marliert
und von Nachläufern nachgefahren; Schanze
und Ablauf sind abgegrenzt. Die Bekanntgabe
der Sieger sindet am Abend der beiden Wettlauftage
slatt.
Rodelrennen in Oberaudorf. Das
Rodelrennen der Wintersportsriege des Turnvereins
Oberaudorf fand am 8. Februar auf der
sehr gut gepflegten Rodelbahn Schwarzenberg=Hocheck
statt. Insgesamt beteiligten sich 22
Rodler daran. ie Turnvereine von
Raubling, Rosenheim und Kolbermoor waren
dertreten. Die abends im Gasthof Seidl in
Oberaudorf stiattgehabte Preisverleilung hatte
folgendes Echebnte 1. Alois Pichelmaier in
Oberaudork 4,40 Min.; 2. Anton Stengel in
Oberaudo — 3. Georg Ladner in Oberaudorf
4,58½; 4. Georg Seebacher in Oberandorf
„59½; 5. Martin Baumann in Ober-
Dennerstaß, 12. Februar Ior
audorf 5, “ 6. Peter Eimer in Auerbach 5. 1:
7. J. in Rosenheim 5,12½; 8. Muois
Sechucher in Oberaudorf 5,21; 9. Artur Kaiset
in Oberaudorf 5,27; 10. Jailer in Mühlbach
bei Oberqudorf 332; 11. Wiesmeier in Oben
audorf 5,35; 12. Kirchhuber in Raubling 5,40
Minuien. Das Nemnen verlief ohne jeden Un,
sall.
Aus dem Gerichssaale.
Unter schwerer Anklage.
München, 10. Febr. Aus purem Egoismuz
und Rechthaberei brachte der 52 Jahre alte verwitwete
Bauer Joseph Aigner in Kleinseehan,
A.-G. Miesbach, seine ganze Familie ins Ver
derben. Am 21. Oktober 1911 zog der Rentamts.
bote Schmölzl in der Ransdorferschen Wirt,
schaft in Irschenberg die Steuern für diese Orl.
chaft ein. Der zusällig in der Wirtschaft an,
wesende Nigner frug den Rentamtsboten, ober
auch etwas für ihn habe, worauf dieser aus
seinen Mahnvorweisen feststellte, daß Aigne#-für
das zeite Halbjahr 1911 die Grund= und
Haussteuer im Vetrage von 34.07. Mark zu
zahlen habe. Weil Aigner sonst eigens nach
Sceham hälle gehen müssen. nahm der Rentamtsbote
das Anerbieten Aigners, die Steuer
sofort zu bezahlen, an. Der Rentamtsbote schrieb
nun auf den unteren Tell des für Aiger bestimmten
Mahnzettels: „Vorstehender Bettag
von 34.07 Mark wurde heute bezahlt. Miesbach,
21. 10. Schmölz!l“, und übergab den Zettel
Aigner als Quittung. Zwei Tage darauf hob
Schmölzli die Steuer in der Umgebung des Aignerschen
Anwesens ein. Am nächsien Tage lie—
serte er die einkassierten Gelder an das Nentkamt
ab. Dabei fkand er die für Aigner bestimmte
ordenkliche Steuerquittung vor. Er erinnerte
sich, daß er Aigner nur eine unvorschriftemäßige
Zwischenquittung ubergeben hatte und sandie
Nigner die sörmliche Quiltung, schrieb aber bel
sorglich mit Tinte auf die Nückseite dieser Quit.
tung den Vermerl: „Die Ihnen in Irichenberg
übergebene Interim#sauittung ist zu vernichten."
Aigner hatte nun also zwei Guittungen in Hän.
den. Anfang Januar 1912 erschien Ainner
auf dem Rentamt in Miesbach mit der Be—
hauptung, daß bei ihm die Steuer zweimal eingehoben
wurde, und behauptete, daß es nict
mit rechten Dingen zunegangen sei. Schmölz,
der die Ueberzeugung gewann, daß Aigner die
zwei Quittungen gegen ihn ausnützen wolle, L
riß die Interrimsquittung und warf sie min
den Worten: „Die gilt nichts mehr!“ in den
Papierkorb. Aigner holte die zerrissenen Teile
wieder heraus und erbob gegen den Rentamtsboten
Schmölzl beim Amtsgericht Miesbach Klaze
auf Zohlung von 33.07 Mark, da er für das
2. Halbiahr 1911 zweimal die Steuer eingehoben
habe. In der Verhandlung legte Aigner
die zwei Qusilungen vor und benannte seine
Tochter Katharina und den Taglöhner Mauitb.
Sedlmaier als Zeugen dafür, daß Aiger dbe
fällige Steuer auch zu Hause bezahlt habe. Die
beiden Zeugen wurden jevoch i in diesem Teimine
nicht beeidigt. Zum zmeiten Termin erschien der
Holzarbeiter Josef Rank als Zeuge, der die
Behauptungen Aigners unter Eid beflätigte.
Troßdem wurde die Klage Aigners abgewieien.
In der Berufungsverhandlung benannte Aigner
auch den Taglöhner Josef Schwablauser als
Zeugen für seine Behauptungen. Auch die
zweite Instanz kam zur Abweisung der Klage.
Nun siellte es sich heraus, daß Aigner die
Zeugen gedungen hatte, die Unwo#- ahrheit ausiusagen,
und daß sein Sohn Joses Aiguer sich
ebenfalls daran beteiligte, die Zeugen zur Abgabe
der Unwahrh zeit zu beeinslussen. Der junge
Aigner ging sogar so weit, daß er zwei Zeugen,
die zu Ungunsten seines Vaters ausfagten, 11.
lings übersiel und beide erschlug. Er wird sich
deshalb noch vor dem Schwurgericht zu verantworsen
haben. In der gleichen Sache wa: tin
weiterer Sohn des allen Aigner, namens Engelbeit,
tätig, der unter Erpressungen und Drohungen
die Jeugen zu Gunsten seines Vaters #
beeinflussen suchte. Auch dieser wird sich deshalb
vor dem Schmurgericht zu verantworten ha.
r
ben. Josef Aigner sen. und jun. haben si
nun in zweitätiger Verhandlung vor dem Laucgericht
München II wegen unternommener Mein
eidsverleitung zu verantworten. Sie leugnen
hartnäckig. Das Gericht verurteilte Josef Aig.
ner sen. zu 3 Jahren Zuchthaus und 5 Jahren
Ehrenverlust, Josef Aigner jun. zu on
Gefängnis.
Bächerschau.
Le Traducteur, The Translatol,
Il Traduttorc, drei Halbmonateschriftn
zum Studium der französischen, englischen, itolienischen
und deutschen Sprache. Diese Lehrschriflen,
deren erstere soeben den 22. Jahrgang
antritt, machen sich zur Aufgabe, das Stuoium
der fremden Sprachen, wenn Vorkenntnisse schon
vorhanden sind, auf interessante und unterhel
lende Weise weiterzusführen. Die dem Ucten
nebenan geslellte genaue Uebersetzung sührt dem
Leser in beiden GErrachen den richtig grröhlte
Ausdruck vor, wodurch der Wortschah vermeh
und die Genauigkeit in der Wiedergabe de-Sinnes
erlernt werden kann. Jede Nme
enthält neben einer durchlausenden jdweren n
zählung mannigfaltigen Lese- und Leh rion,
Gespräche, kaufmännische Briefe, Uebersetzung