Full text : Rosenheimer Anzeiger. 60. Jahrngang (60)

Aummmer  88

#e  von  mn  —  gehalten  wer-Den

  von  der  Lorstandschat  geslellten
Ban  50  Mr.  Jm  Kriegerdentmalfonds  aus
der  Vereinstasse  abzugeben,  wurde  zugestim'nr.

Ueubenern,  10.  Febr.  Die  auf  Sonntag
den  8.  ds  sesigesetzte  Generalversammlung  des
„Edelweic’  war
zahlreich  besucht  und  wurde  vom  2.  Vorstand
Herrn  Jos.  Heiß  als  Vertreter  des  von  hier
verzogenen  1.  Vorstandes  Hausstetter,  eröffjnet.
Nach  Jahres-  und  Kassenbericht,  welch  letzterer
ein  größeres  Defizit  aufweist,  was  auf  die
vielseitigen  Veranstaltungen,  Beteiligungen  und
Neuanschaffungen  zurückzuführen  ist,  wurde  zur
Neuwahl  übergegangen.  Sie  erbrachte“  soi.  pendes
  Resultat:  1.  Vorstand  Heiß  Jos.,  2.  Vorstand
  Martsteiner  Jos.,  Schriftführer  Wi-böd

Josef,  Kassier  Knoll  Wilhelm,  Vorplattler  Pallauf
  Peter,  Beisitzer  Pallauf  Anton.  Dem  Vorschlag,
  es  möchte  das  im  Herbst  zur  Aufführung
gebrachte  Theaterstück  „Das  Sonntagelind“  in
nächsler  Zeit  wieder  gespielt  werden,  wurde  allgemein
  zugesprochen.  Die  Spieler  erllärten  sich
dam  bereit  und  gaben  bekannt,  den  Reinertrag
der  durch  Adleben  der  Mutter  von  acht  kleinen
Kindern  in  große  Not  geratenen  Familie  Thanner
  in  Langweid  zu  übergeben.

Bad  Aibling,  10.  Febr.  Im  Stalle  beim
Schuhbräu  verunglückte  ein  Fuhrknecht  auf  eigentümliche
  Weise.  Infolge  Ausgleitens  fiel  er
zu  Boden;  gleichseitig  trat  ihm  ein  Pferd  auf
eine  Hand,  sodaß  ein  Finger  vollständig  losgetrennt
  wurde.  Der  Verunglückte  mußte  im  Krankenhaus
  Hilfe  suchen.

Bad  Aibling,  10.  Febr.  Der  Hauptetat
der  Distriktsgemeinde  pro  1914  schlient  mit
85  300  Mk.  Ausgaben  und  20  353.21  Einnah.
men.  sohin  mit  64  946.79  Mk.  Fehlbetrag  al.
Lunch  Einstellung  aller  dem  Distrilt  aus  Stoat-.
und  Kreisfonds  dewilligten  Zuschüsse,  wober
aus  Staatssonds  5500  Mk.,  Kreisfonds  623322
Mark  gewährt  werden,  mindert  sich  der  Fehlbetrag
  auf  53213.57  Mk.,  wescher  durch  Umlagen
  zu  decken  ist.

Heufeldmühle,  11.  Febr.  Am  Samstag
verunglückte  hier  der  verh.  Arbeiter  J.  Holzapfel
von  Thalltam.  Er  wurde  beim  Auflegen  des
Treibriemens  erfaßt,  so  daß  ihm  der  Arm  dreimal
  gebrochen  wurde.  Der  Verletzte,  der  als
ruhiger  und  besonnener  Arbeiter  gilt,  wurde  ins
Krankenhaus  in  Kirchdorf  a.  H.  verbracht.

Vagen,  11.  Febr.  Hühnerdiebe  icheinen  in
letzter  Zeit  in  Tätigkeit  zu  sein.  or  einigen
Tagen  wurde  erst  aus  der  Mühldorfer  Gegend
gemeldet,  daß  sich  dort  „Hühnerliebhaber“  berumtreiben.
  Nun  lam  auch  aus  unserer  Ortschoft
  die  unerfreulichenunde.  daß  einem  Gutsbesitzer
  in  Sterneck  ein  ganzer  Hühnerstallausgeraubt
wurde.  Doch  die  diebischen  Elsiern  sollten  sich
ihrer  Beute  nicht  lange  erfreuen.  Die  Täter,
ein  in  NRosenheim  wohnhaftes  Liebespaar.  -well.
ten  einige  Hühner  veräußern,  wurden  aber  erkannt,
  so  daß  ihnen  die  Beute  abgenommen
werden  T  Es  handelt  sich  um  einen  gemissen
  J.  Ofenreiter  und  eine  Maria  Heilmeier
aus  der  Mühldorser  Gegend.

Hrien,  10.  Tebr.  Die  Eisfläche  des  Chiemsces
  hatte  am  Sonntag  beinahe  ein  Opfer  gefordert.
  Der  Privatier  Schachner  non  Prien
fuhr  mit  dem  Rade  über  den  See  nach  Grabenstätt.
  Als  er  eine  infolge  des  Eisschlages  offene
Stelle  überqueren  wollte,  stürzte  er  in  das  Wasser.
  Mährend  sein  Rad  in  der  Tiefe  versank,
konnte  sich  Herr  Schachner,  wenn  auch  durchnäßt,
  retten;  sein  Begleiter  leistete  ihm  gute
Hilfe.

Egsstätt,  10.  Febr.  Unfer  neuer  Pfarrherr
ist  in  den  letzten  Tagen  bei  uns  angekommen.
Die  ganze  Pfarrgemeinde  mit  mehreren  Vereinen,
  auch  aus  der  Umgegend,  bereitete  ihm
einen  freudigen  Empfang.  Zum  Willkomm  kichtete
  Herr  Schreinermeister  Kiener  herzliche  Begrüßungeworte
  an  den  neuen  Seelsorger,  den
vor  der  Kirchentür  auch  mehrere  Mädchen  begrüßten.
  In  der  Kicche  richtete  der  neue  Pfarrherr
  an  die  versammelte  Gemeinde  herzliche
Worte  des  Dankes  mit  der  Versicherung,  daß  er
bestrebt  sein  werde,  dieses  gute  Einvernehmen
auch  in  Zukunft  hochzuhalten.

Marzoll,  11.  Febr.  Ein  allseits  beliebter
und  geachteter  Mam  schied  gestern  vormittag
freiwuillig  aus  diesem  Leben.  Herr  Eduard
stenmaier,  Pächter  der  Wieningerschen  Gnwirtschaft,
  machte  seinem  Dasein  durch  Erhängen
  ein  jähes  Ende.  Der  Bedauernswerte  lich
in  letzter  Zeit  vielsach  Lebensüberdruß  erlennen,
  der  in  zerrütteten  Familienverhältnissen  begründet
  ist.

mühldorf,  11.  Febr.  Eine  erfreuliche  Nachricht
  wurde  gestern  den  Mühldorfern  zuteil.  Die
Seaein  wurden  von  den  Metzgern  durcho-
  4—5  Pfg.  erniedrigt.  Man  bezahit
ers  #im“  Rindfleisch  nicht  arhn  90  Afg.,  sondern
  86  Pfg.;  zu  gleichem  Preis  erhält  masn
auch  das  Schweinefleisch,  während  das  Kaidfleisch
  statt  95  nur  mehr  90  Pfg.  kostet.

Cokalnachrichten.
Rosenheim,  11.  Febr.
H#re#een  Die  silberne  Medaillle
  des  Verdienstordens  vom  hl.  Michael
wurde  dem  Sergeanten  Georg  Schmid  in
Breitbrunn  oerließen.

 

Bürgermeisterjubiläum.

April  dieses  Jahres  sind  25  Jahre  6.
seitdem  Herr  R.  Hofrat  Bürgermeister  Wüst.
an  der  Spitze  der  Stadtoerwalkung  ĩeht.  Am
14.  März  1889  ist  Herr  Bürgermeister  Fmedrich
  Stoll  gestorben  uund  am  29.  Lprilf  vereinigte
  man  sich  zur  Wahl  des  neuen  Bürzer,
meisters.  Wir  lesen  darüber  in  Nr.  98  des
„Rosenheimer  Amzeiger“  pem  30.  Aius  1889:
„Aus  der  für  heute  vormiktags  10  Uhr  anberaumten
  Wahl  eines  neuen  Gürgermeisters  ers  für
Rosenheim  ging  unier  acht  Bewerbern  derzeitige
  rechtskundige  Bürgermeister  von  Lauf
bei  Nürnberg,  Herr  Josel  Wüst,  hervor,  welcher
als  ein  ausgezeichneter,  enntniereicher  und  gewiskenhafter
  Verwallungsbeamter  erprobt  i#  ist.  Herr
Wuüst  ist  1860  zu  Forchheim  geboren  und-  bekleidet
  seit  31.  März  1887  die  Stelle  eines  rechtslundigen
  Bürgermeisters  der  Skadt  Lauf,  deren
zerfohrene  Verhältnisse  er  in  kurzer  Zeit  in  geordnete
  Bahnen  eu  lenken  verstanden  hat.  Durch
sein  durchaus  ovjeltives  Wirken  hat  er  sich  rasch
die  größte  Achtung  der  gesamten  Bücgerschuft
von  Lauf  erworben.  Möge  die  Wahl  dieses
Heurn  auch  unserer  Stadt  zum  Segen  gereichen!"“
Das  Wahlresultat  wurde  dem  neugewählten
Bi  ürgermeister  telegraphisch  übermittelt.  Er  gab
darauf  solgende  Drahtanwort:  „An  Herrn  Norstand
  des  Gemeindelollegiums  Rosenheim.  Mit
bestem  Danle  für  das  in  mich  gesetzte  Vertrauen
sowie  für  den  Glückwunsch  atzepliere  ich  gerne  die
Wahl.  gez.  Wüst.“  Herr  Bürgermeister  Wüst
ist  am  21.  Mai  1889  in  unserer  Stadt  eingeirossen
  und  am  1.  Juni  von  Herru  Regierungsrat
  Auer  seierlich  in  sein  Amt  installier  worden.
Herr  K.  Hofrat  Bürgermeister  Wüst  ann  also
demnächst  das  silberne  Jubiläum  als  Bürgermeister
  der  Stadt  Nosenheim  begeben.  Ein
schönes  Zusammentressen  ist  es,  daß  Nosenheim
  in  diesem  Jahre  1914  auch  das  goldene
Stadtjubiläum  feiern  kann.

Jrauenverein  vom  Roten  Kreuz
für  die  Kolonien.  Am  9.  Februar  sand
im  Hotel  „Deutscher  Kaiser“  die  satzungsgemaß:
Hauptversammlung  siatt.  Die  überraschend
große  Anzahl  der  Teilnehmerinnen  bewies  das
lebendige  Interesse  für  den  Verein,  dessen  Tätigleitebericht
  Baronin  Schacky  in  übersichtlicher
Form  erstattete.  Daraus  war  zu  entnehmen,
daß  der  Verein  im  vergangenen  Jahr  außer
ordentliche  Jortschritte  zu  verzeichnen  hat.  Die
Milglieder;  zahl  ist  gewachsen,  die  Bestrebungen
des  Vereins  waren  allseitig  erfolgreich  dank  der
Werbetätigleit  der  Mitglieder,  deren  Zusammenhilfe
  in  ganz  Bayern  es  ermöglicht  hat,
daß  ein  Erholungsheim  in  Swakopmund  am
Königs-Geburtetag  eröffnet  werden  konnte.  Die
Abteilung  Rosenheim  hat  dafür  die  St#ftung
eines  „Nosenheimer  Zimmere“  beschlossen,  das
den  Namen  unserer  Heimatstadt  führen  soll;
Handarbeiten  und  Bilder  wurden  dafür  gesiiflet.
Um  all  dieses  lebensfähig  und  auebauend  zu  gestalten,
  ist  weitere  rege  Vereinstätigkeit  unerplch.
  Deshalb  wurde  auch  für  den
Februar  im  „Deutschen  Kaiser“  ein  Wohltät!  gleilsfest
  beschlossen,  in  dessen  Programm  ein  intereisanter
  Lichtbildervortrag  über  Deutich-  Ostaft'ka
  eine  prominente  Stellung  einnehmen  wird.
Aber  auch  die  Fröhlichleit  soll,  da  das  Fest
in  die  Karnevalszeit  fällt,  zu  ihrem  Rechte  kommen:
  Masken,  Buben  und  Deandlu  werden
fröhlich  das  Tanzbein  Ihwingen  können;  in  den
Tanzpausen  werden  Damen  die  ledersten  Er.
frischungen  anbieten.  Vielleicht  hat  mancher
besonderes  Glück  bei  einem  Griff  in  den  „Krabbelsac“,
  m  dem  wiederum  um  lleine  Päckchen
beten  wird,  abzugeben  Prinzregentensir.  20.
Der  Nechenschaftebericht  fand  allseitigen  Beifall,
  und  die  Damen  lonnten  mit  Befrieä##igung
auf  den  seitherigen  Lohn  ihrer  vaterländischen
charitativen  Bestrebungen  zurückblicken.

Vom  Orchesterverein  erhalten  wir  folgende
  Zuschrift:  „In  Ihrer  Montag-  Ausgabe
haben  Sie  die  Faschingsunterhaltung  unseres
Vereins  in  schmeichelhafter  Anetlennung  aufgeführt.
  Vermutlich  durch  unrichlige  Information
  is:  Ihnen  hiebei  insoferne  ein  Irrtum  unterlaufen,
  als  Sie  Herrn  Michael  Naemvfel  als
den  humoristischen  Erfindungsgeist  des  Jweiakters
  angaben;  in  Wirklichkeit  stammt  dis  originelle
  Idee  ausschließlich  von  unserem  Mitglied
  Herrn  Eisenbahnsekretär  Fanschuh,  der  ja
auch  mit  der  Hauptrolle  als  Peter  Dufterl
nebst  der  sich  ihm  großartig  anpassenden  Frau
Dusterl,  verkörpert  durch  Frau  Hopfner,  unbestritten
  die  Glanznummer  dieses  Theaterschwankles
  bildete.  Herr  K.  Postsekretär  Michael
Kaempfel  hat  in  liebenswürdiger  Weise  die
Ausarbeitung  der  bereits  fertigen  Gesamtidee
nach  seinen  bewährten  Rczepten  übernommen.“

Vom  ländlichen  Dienstbotenmarkt.
Vom  legtzten  Schlenglpfinsta  haben  wir  bereits
berichtet,  daß  die  Dienstbotenbörse  überaus  zahlreich
  besucht  war.  Jetzt  liegt  noch  folgende  har
dung  vor:  Im  Widerspruch  zu  der  allgemeinen
Alage,  daß  nicht  genug  Leute  für  die  Landwirkaft

  vorhanden  sind,  steht  die  Tatsach-,  daß
*  Schlenglmarlt  das  Angebot  die  eNachfrage
weit  ũberstieg.  Es  waren  sehr  viele  Dienstboten
da.  eine  ungezählte  Schar  von  Keechten,  so  dah
jeder  Bauer  seinen  Bedarf  leicht  decken  konnte.
Viel-  8  nechte  blieben  sogar  noch  stellungelos.
Acch  be  i  den  Dienstmägden  war  zu  bemerken,

“vr  die  Verdingung  trotz  reichster  Auswahl
zu  t  gherre  lebhaft  war.  Wem  man  lonach

Betrieb  des  Schlenglmarktes  als  Maßsta#
m  Bedarf  und  Nachfrage  in  landwirtschaft- 



—

Je#n  Berrieben  betrachtet,  so  dürfte  sich  die  beruhigende
  Aiueiht  ergeben  haben,  daß  den
Bauein  genug  Arbeitskräfte  zur  Verfügung  sleen.



Zu  den  Bahnhofdiebstählen  legt
heute  eine  weitere  Meldung  vor.  Das  „Aibl.
Wochenblatt“  berichtet:  Der  verhaftete  Hauplschuldige
  ist  der  36sährige  verh.  Stationsgehilee
Franz  Taver  Hiebl,  der  seit  drei  Jahren  im
—x*“  der  Stadt  Rosenbeim  bedienstet
war.  In  seiner  Funktion  hatte  er,  da  er  bei
Nachtdienst  allein  beschäftigt  war,  reichlich  Gelegenheit
  zu  einer  ungestörten  Beraulung  der
verschiedenen  Behältnisse.  Durch  diese  lleberführung
  ist  man  auch  zur  sicheren  Annahm:  gelangt,
  daß  derselbe  Mann  auch  vor  #####i#  Jahren
  einige  näch  Aibling  gehörende  Reitelrk#
ösfnete  und  daraus  Schmucksachen  im  Werte  von
nahezu  300  Mk.  entwendete.  Einige  derselben
baben  sich  bei  ihm  noch  vorgesunden.  Zu  seiner
Entlastung  versucht  er  auch  einige  seiner  Dieuttklollegen
  mit  in  die  Asfäre  hineinzuziehen,  was
aber  wenig  glaubhaft  erscheint.  Das  gerichtliche
  Nachspiel  wird  eine  Menge  Diebereien  zutage
  sördern.

Gesunden.  Eine  Geldbörf:  mit  IJrhalt
und  ein  Handtäschchen  wurden  gefunden.  Sie
önnen  im  maglstratischen  Geschäftszimmer  Nr.  2
abgeholt  werden.

U#nerspork.

Die  RosenheimerSkiwettläufe  werden
  heuer  zum  zueiten  Male  veranstaltet,  nackdem
  sie  im  vorigen  Jahre  einen  so  vortrefflicken
Erfolg  errungen  haben.  Sie  finden  am  Sonntag
den  15.  Februar  auf  der  Asten  und  am  Sonntag
  den  1.  März  auf  der  Hochries  siatt.  Soeben
ist  das  Programm  dazu  erschienen.  Darnach
erfolgt  am  15.  Februar  die  gemeinsame  Abfahet
nach  Fischbach  a.  J.  früht  6.07  Uhr.  Im  Anschiuß
daran  beginnt  der  Aufstieg  zur  Asten.  Die  Wettläufe
  an  diesem  Tage  beginnen  mit  einem  Eilbotenlauf,
  zu  dem  der  Start  um  10  Uhr  beim
Sattel  oberhalb  des  Bichlersees  und  das  Ziel
in  der  Nähe  von  Vorderasten  ist.  Es  folgt  ein
Jugendlauf  mit  Start  um  1  Uhr  beim  Rehleitenkopf:
  Startgeld  wird  nicht  erhoben.  Weiter
ist  ein  Damenlaus  vorgejehen,  ie  nach  Beteiligung
  in  zwei  Klassen.  mit  Start  um  11½  Uhr
beim  Rehleitenkopf.  Den  Schluß  dieses  Tages
bildet  der  Sprunglauf,  ebenfalls  je  nach  Be—
teiligung  in  zwei  Klassen,  mit  Beginn  um  2
Uhr.  Der  erste  Tag  ist  offen  für  Skiläufer
des  Jnn--  und  Chiemgaues.  Für  die  Weltläuse
am  Sonntag  den  1.  März  ist  zunächsl  ein  al.
piner  Hindernislauf  vorgesehen,  für  den  der
Start  um  91  Uhr  morgens  bei  der  Stihütle
auf  dem  Hochriesgipfel  ist;  Jiel  isl  oie  Riesenalm.
  Es  folgt  dann  nachmitags  2  Uhr  ein  Langlauf
  im  Hochriesgebiet.  Hiefür  ist  der  Start
auf  dem  Gipfel  der  Hochries  und  das  Ziel  bei
Frasdorf.  Uebernachtungsgelegenheit  ist  auf  der
Rosenheimer  Slihülte  geboten.  Der  zweite  Tag
ist  offen  für  Mitglieder  des  Deutschen  und  Oesterreichischen
  Slirerbandes.  Programmänderungen
sind  vorbehalten.  An  Preisen  sind  vorgesehen:
im  Eilbotenlauf  ein  Mannschaftspreis  (ein  silberner
  Becher)  als  Ehren=  und  Wanderpreis  der
Bergsteiger=  und  Schneeschuhriege  des  Turnrereins
  Rosenheim  von  1860,  im  Jugendlauf
zwei  Diplome  und  zwei  stisportliche  Werle.  im
Damenlauf  ein  silberner  Sli  und  zwei  Kunstblätter,
  im  Sptunglauf  eine  Plakette  und  zwei
Diplome,  im  alpinen  Hindernislauf  eine  Plalette
  und  zwei  Diplome,  im  Langlauf  zwei
Matetien  und  zmei  Diplome.  Veranstaltet  werden
  die  Weitläufe  von  der  Alpenvereinosektion
Nosenheim  und  der  Bergsteiger=  und  Schneeschuhriege
  des  Turnvereins  Rosenheim  von  1860.
Die  Oberleilung  liegt  in  den  Händen  der  Her.
ren  Madl,  Heliel  und  Jel  lined;  zum  Wettlauf- 



ausschuß  gehören  die  Herren  Berthold,  Fellheimer,

  Frank,  Jelineck,  Keller,  Köppel,  Kühbandner,
  Langguth,  Maier,  Münnich,  Schmeiger
u.  Zischgl.  Das  Kampfgericht  bilden  die  Herren
des  Deutschen  Slmerbandes,  während  das
Schiedögericht  in  den  Händen  des  Herrn  Rechtsanwalltes
  Hauch  liegt.  Fur  den  Preßaueschuß
ist  Hr.  Joh.  Finsterwalder  tätig,  in  den  Dienfst
der  Sanität  siellen  sich  Mitglieder  der  Sanitätskolonne
  Nosenheim.  Auskünfte  und  Anmeldungen
besorgen  die  Herren  Heliel  und  Jelineck.  Das
Nenn=  und  Reugeld  beträgt  für  jeden  Lauf
eine  Mark;  Nennungeschluß  ist  am  Start.  Jede
Hastung  für  Unglücksfälle  wird  nachdrücklichst
abgelehnt.  Die  Wettläufe  werden  nach  den  Vorschriften
  des  Deutschen  Skiverbandes  abgehalten.
  Die  Reunstrecken  werden  reichlich  marliert
und  von  Nachläufern  nachgefahren;  Schanze
und  Ablauf  sind  abgegrenzt.  Die  Bekanntgabe
der  Sieger  sindet  am  Abend  der  beiden  Wettlauftage
  slatt.

Rodelrennen  in  Oberaudorf.  Das
Rodelrennen  der  Wintersportsriege  des  Turnvereins
  Oberaudorf  fand  am  8.  Februar  auf  der
sehr  gut  gepflegten  Rodelbahn  Schwarzenberg=Hocheck
  statt.  Insgesamt  beteiligten  sich  22
Rodler  daran.  ie  Turnvereine  von
Raubling,  Rosenheim  und  Kolbermoor  waren
dertreten.  Die  abends  im  Gasthof  Seidl  in
Oberaudorf  stiattgehabte  Preisverleilung  hatte
folgendes  Echebnte  1.  Alois  Pichelmaier  in
Oberaudork  4,40  Min.;  2.  Anton  Stengel  in
Oberaudo  —  3.  Georg  Ladner  in  Oberaudorf
  4,58½;  4.  Georg  Seebacher  in  Oberandorf
  „59½;  5.  Martin  Baumann  in  Ober- 



Dennerstaß,  12.  Februar  Ior

audorf  5,  “  6.  Peter  Eimer  in  Auerbach  5.  1:
7.  J.  in  Rosenheim  5,12½;  8.  Muois

Sechucher  in  Oberaudorf  5,21;  9.  Artur  Kaiset
in  Oberaudorf  5,27;  10.  Jailer  in  Mühlbach
bei  Oberqudorf  332;  11.  Wiesmeier  in  Oben
audorf  5,35;  12.  Kirchhuber  in  Raubling  5,40
Minuien.  Das  Nemnen  verlief  ohne  jeden  Un,

sall.
Aus  dem  Gerichssaale.

Unter  schwerer  Anklage.

München,  10.  Febr.  Aus  purem  Egoismuz
und  Rechthaberei  brachte  der  52  Jahre  alte  verwitwete
  Bauer  Joseph  Aigner  in  Kleinseehan,
A.-G.  Miesbach,  seine  ganze  Familie  ins  Ver
derben.  Am  21.  Oktober  1911  zog  der  Rentamts.
bote  Schmölzl  in  der  Ransdorferschen  Wirt,
schaft  in  Irschenberg  die  Steuern  für  diese  Orl.
chaft  ein.  Der  zusällig  in  der  Wirtschaft  an,
wesende  Nigner  frug  den  Rentamtsboten,  ober
auch  etwas  für  ihn  habe,  worauf  dieser  aus
seinen  Mahnvorweisen  feststellte,  daß  Aigne#-für
  das  zeite  Halbjahr  1911  die  Grund=  und
Haussteuer  im  Vetrage  von  34.07.  Mark  zu
zahlen  habe.  Weil  Aigner  sonst  eigens  nach
Sceham  hälle  gehen  müssen.  nahm  der  Rentamtsbote
  das  Anerbieten  Aigners,  die  Steuer
sofort  zu  bezahlen,  an.  Der  Rentamtsbote  schrieb
nun  auf  den  unteren  Tell  des  für  Aiger  bestimmten
  Mahnzettels:  „Vorstehender  Bettag
von  34.07  Mark  wurde  heute  bezahlt.  Miesbach,
  21.  10.  Schmölz!l“,  und  übergab  den  Zettel
Aigner  als  Quittung.  Zwei  Tage  darauf  hob
Schmölzli  die  Steuer  in  der  Umgebung  des  Aignerschen
  Anwesens  ein.  Am  nächsien  Tage  lie—
serte  er  die  einkassierten  Gelder  an  das  Nentkamt
  ab.  Dabei  fkand  er  die  für  Aigner  bestimmte
ordenkliche  Steuerquittung  vor.  Er  erinnerte
sich,  daß  er  Aigner  nur  eine  unvorschriftemäßige
Zwischenquittung  ubergeben  hatte  und  sandie
Nigner  die  sörmliche  Quiltung,  schrieb  aber  bel
sorglich  mit  Tinte  auf  die  Nückseite  dieser  Quit.
tung  den  Vermerl:  „Die  Ihnen  in  Irichenberg
übergebene  Interim#sauittung  ist  zu  vernichten."
Aigner  hatte  nun  also  zwei  Guittungen  in  Hän.
den.  Anfang  Januar  1912  erschien  Ainner
auf  dem  Rentamt  in  Miesbach  mit  der  Be—
hauptung,  daß  bei  ihm  die  Steuer  zweimal  eingehoben
  wurde,  und  behauptete,  daß  es  nict
mit  rechten  Dingen  zunegangen  sei.  Schmölz,
der  die  Ueberzeugung  gewann,  daß  Aigner  die
zwei  Quittungen  gegen  ihn  ausnützen  wolle,  L
riß  die  Interrimsquittung  und  warf  sie  min
den  Worten:  „Die  gilt  nichts  mehr!“  in  den
Papierkorb.  Aigner  holte  die  zerrissenen  Teile
wieder  heraus  und  erbob  gegen  den  Rentamtsboten
  Schmölzl  beim  Amtsgericht  Miesbach  Klaze
auf  Zohlung  von  33.07  Mark,  da  er  für  das
2.  Halbiahr  1911  zweimal  die  Steuer  eingehoben
  habe.  In  der  Verhandlung  legte  Aigner
die  zwei  Qusilungen  vor  und  benannte  seine
Tochter  Katharina  und  den  Taglöhner  Mauitb.
Sedlmaier  als  Zeugen  dafür,  daß  Aiger  dbe
fällige  Steuer  auch  zu  Hause  bezahlt  habe.  Die
beiden  Zeugen  wurden  jevoch  i  in  diesem  Teimine
nicht  beeidigt.  Zum  zmeiten  Termin  erschien  der
Holzarbeiter  Josef  Rank  als  Zeuge,  der  die
Behauptungen  Aigners  unter  Eid  beflätigte.
Troßdem  wurde  die  Klage  Aigners  abgewieien.
In  der  Berufungsverhandlung  benannte  Aigner
  auch  den  Taglöhner  Josef  Schwablauser  als
Zeugen  für  seine  Behauptungen.  Auch  die
zweite  Instanz  kam  zur  Abweisung  der  Klage.
Nun  siellte  es  sich  heraus,  daß  Aigner  die
Zeugen  gedungen  hatte,  die  Unwo#-  ahrheit  ausiusagen,
  und  daß  sein  Sohn  Joses  Aiguer  sich
ebenfalls  daran  beteiligte,  die  Zeugen  zur  Abgabe
  der  Unwahrh  zeit  zu  beeinslussen.  Der  junge
Aigner  ging  sogar  so  weit,  daß  er  zwei  Zeugen,
die  zu  Ungunsten  seines  Vaters  ausfagten,  11.
lings  übersiel  und  beide  erschlug.  Er  wird  sich
deshalb  noch  vor  dem  Schwurgericht  zu  verantworsen
  haben.  In  der  gleichen  Sache  wa:  tin
weiterer  Sohn  des  allen  Aigner,  namens  Engelbeit,
  tätig,  der  unter  Erpressungen  und  Drohungen
  die  Jeugen  zu  Gunsten  seines  Vaters  #
beeinflussen  suchte.  Auch  dieser  wird  sich  deshalb
  vor  dem  Schmurgericht  zu  verantworten  ha.

 

r

ben.  Josef  Aigner  sen.  und  jun.  haben  si
nun  in  zweitätiger  Verhandlung  vor  dem  Laucgericht
  München  II  wegen  unternommener  Mein

eidsverleitung  zu  verantworten.  Sie  leugnen
hartnäckig.  Das  Gericht  verurteilte  Josef  Aig.
ner  sen.  zu  3  Jahren  Zuchthaus  und  5  Jahren
Ehrenverlust,  Josef  Aigner  jun.  zu  on

Gefängnis.
Bächerschau.

Le  Traducteur,  The  Translatol,
Il  Traduttorc,  drei  Halbmonateschriftn
zum  Studium  der  französischen,  englischen,  itolienischen
  und  deutschen  Sprache.  Diese  Lehrschriflen,
  deren  erstere  soeben  den  22.  Jahrgang
antritt,  machen  sich  zur  Aufgabe,  das  Stuoium
der  fremden  Sprachen,  wenn  Vorkenntnisse  schon
vorhanden  sind,  auf  interessante  und  unterhel
lende  Weise  weiterzusführen.  Die  dem  Ucten
nebenan  geslellte  genaue  Uebersetzung  sührt  dem
Leser  in  beiden  GErrachen  den  richtig  grröhlte
Ausdruck  vor,  wodurch  der  Wortschah  vermeh
und  die  Genauigkeit  in  der  Wiedergabe  de-Sinnes
  erlernt  werden  kann.  Jede  Nme
enthält  neben  einer  durchlausenden  jdweren  n
zählung  mannigfaltigen  Lese-  und  Leh  rion,
Gespräche,  kaufmännische  Briefe,  Uebersetzung