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865.
Eines Waffenpasses bedürfen nicht:
a) die Vorgesetzten und Mannschaften der Polizeitruppe, bezüglich ihrer Dienstgewehre und
soweit sie sich im Dienst befinden;
b) die mit der Pflege des Viehstandes in Tinian betrauten Personen in Ausübung ihres Dienstes.
8 6.
Wer die in seinem Besitz befindlichen Feuergewehre und Munitionsvorräthe nicht innerhalb der
im § 1 genannten Frist nach Art und Menge richtig anmeldet, verfällt in eine Geldstrafe von 10 Mark
Gehn Mark) für jedes verheimlichte Gewehr; auch kann auf Einziehung der Waffen und Munition er-
kannt werden.
- 87.
Wer, ohne im Besitz des erforderlichen Waffenpasses zu sein, außerhalb seiner Wohnung mit einer
Feuerwaffe betroffen wird, wird mit einer Geldstrafe bis zu zwanzig Mark und Einziehung der Waffe
nebst Munition bestraft.
§ 8.
Die Ortsschulzen und Ausseher haben über die Ausführung der obigen Bestimmungen zu wachen
und mir jeden Uebertretungsfall alsbald anzuzeigen.
Saipan, den 16. Januar 1900.
Der Kaiserliche Bezirksamtmann.
(gez.) Fritz.
Verordnung, betreffend die Erhebung der Schlachtstener im Inselgebiete der
Marianen.
Auf Grund einer Verfügung des Kaiserlichen Gouverneurs von Deutsch-Neu-Guinea wird
Folgendes bestimmt:
81.
Die unter der seitherigen spanischen Herrschaft erhobene Schlachtsteuer bleibt auch ferner bestehen.
8 2.
Jeder, der eines der nachbenannten Thiere zu schlachten beabsichtigt, hat vorher bei dem Kaiserlichen
Bezirksamt Saipan, bezw. auf den übrigen Inseln bei dem Ortsschulzen eine schriftliche Erlaubniß zu erwirken.
83.
Als Steuer werden erhoben:
Für ein Stück Rindvieh 2 Mark, für ein Schwein oder eine Ziege 0,50 Mark.
8 4.
Das aus den staatlichen Beständen Tinians lebend bezogene und innerhalb dreier Tage geschlachtete
Vieh bleibt unbesteuert.
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§ 5.
Zuwiderhandlungen gegen § 2 werden mit dem doppelten Betrage der hinterzogenen Steuer
geahndet. Die Steuer selbst ist noch zu entrichten.
86.
Diese Verordnung tritt mit dem Tage ihrer Veröffentlichung in Kraft.
Saipan, den 7. Februar 1900.
Der Kaiserliche Bezirksamtmann.
(gez.) Fritz.
Bekanntmachung, betreffend den Ausschank und die Bereitung geistiger Getränke
im Inselgebiete der Marianen.
In Ausführung der Verordnung des Kaiserlichen Gouverneurs von Deutsch-Neu-Guinea vom
17. Oktober 1899, betreffend das Verbot der Verabfolgung von Waffen, Munition, Sprengstoffen und
alkoholhaltigen Getränken an Eingeborene der Karolinen, Palau und Marianen, wird unter Abänderung
der seitherigen spanischen Verordnungen bis auf Weiteres das Folgende bestimmt:
§ 1.
Sämmtliche zum Verkauf bestimmten Vorräthe an geistigen Getränken sind nach Art und Menge
binnen acht Tagen von heute an gerechnet, bezw. binnen acht Tagen nach der Anschaffung dem Bezirks-
amte anzumelden.