Contents : Spittler’s sämmtliche Werke. Fünfzehnter Band. (15)

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dann  wird  die  Nachwelt  kluͤger  und  besser  und  thaͤtiger
werden,  als  die  Vorwelt.  Allein  einen  weit  sichertren
  Maaßstab  des  GElücks  eines:  Volks  und  auch
zugleich  das  untrüglichste  Erhaltungsmittel  des
einmal  blühend  gewordenen  Zustands  eines  Volks  haben
wir  4)  am  Volks-Charakter  überhaupt:  und  zwar
an  der  Frugalität,  Arbeitsamkeit,  Liebe  zur
Ordnung  und  Reinlichkeit,  Gerechtigkeit  und
Menschlichkeit  —  nicht  gerade  auch  der  Fröômmigkeit,
  einer  Nation.  Es  braucht  nämlich  die  Frômmigkeit
nicht  die  Grundlage  zu  seyn,  auch  nicht  die  erste  Eigenschaft,
  worauf  gewirkt  wird;  sondern  sie  muß  erst  aus
der  übrigen  Gesundheit  entspringen;  kultibirt  man  sie  früher,
  so  entstehen  gewöhnlich  nur  Heuchler.  —

Doch  wenn  die  vorhin  erwähnten  Tugenden  in  einem
Volke  verbreitet  sind,  wenn  der  Volks-Charakter  eine  solche
Wendung  gewonnen  hat,  so  findet  sich  Wohlhabenheit
  und  Größe  des  Volks  von  selbst.  Dennoch  ist
es  keine  müßige  Frage:  ob  nicht  die  Erreichung  dieses
Zweckes  noch  durch  besondere  einzelne  Mittel  gefördert
  werden  könne?  —  Man  hat  in  dieser  Beziehung
neuerlich  einen  vorzüglichen  Werth  gelegt  auf  Volkefeste,
öffentliche  Belohnungen  und  ähnliche  auf  Weckung
eines  National-Sinnes  berechnete  Feierlichkeiten.  Allein
Dinge  dieser  Art  wirken  ihrer  Natur  nach  nur  auf  kurze
Zeit,  nie,  wenn  sie  in  bestimmten  und  noch  dazu  kurzen
Perioden  ordentlich  wiederkehren.  Sie  verfehlen  bald  ihres
Eindrucks  auf  die  Masse  der  Menschen,  arten  bald  in  Spielereien,
  in  ein  leeres  bedeutungsloses  Gepränge  aus;  es
wird  leicht  eine  gewisse  Eitelkeit  dadurch  genährt,  am  Ende
Betrügercicn  und,  besonders  hier  schädlichem,  Partheigeiste

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