818 B. Dispensir-Anstalten.
mission zu Stettin, wonach beobachtet worden ist, dass eine Lage von Kiessand und
kleinen Kieselsteinen in dem Anfbewahrungsgefäss der Blutegel überaus heilsam sei,
eine besondere Beachtung. Schon bei Gelegenheit der von dem Ober-Btabsapotheker
zur bestmöglichen Conservation der Blutegel angestellten früheren Versuche ist von
demselben festgestellt worden, dass diese besonders durch solche Mittel zu erreichen
sei, welche das Wasser vor der Fäulniss schützen, und hat sich ergeber, dass hiarzu
von allen in Versuch genommenen Mitteln vorzugsweise Marmorgruss, Kohle und
Wiesenmoos geeignet sind; denn sie conserviren das Wasser ungemein, verhüten das
rzeugen von Infusionstbierchen und worden dadurch die durch das Absterben der
letzteren sich entwickelnden, den Biutegeln tödtlichen Gasarten — Schwefel- und Phospbor-Wasserstoffgas
— verhütet. In gleicher Weise wie Marmor wirkt nun auch, wiewohl
weniger kräftig, Kiessand und kleine Kieselsteine, und da solche eher, wie Marmorgruss,
sowie auch Wiesenmoos überall zu erlangen sind, so werden genannte Conservationsmittel
des Wassers den Lazarethen zur besseren Erhaltung der Blutegel um
so mehr empfoblen, als den Blutegeln dadurch zugleich eine Gelegenheit gegeben wird,
sich beim Häuten die Netzhaut abatreifen zu können, und so weniger der Erze
der Knotenkrankheit unterworfen zu sein. Euer etc. ersuche ich, den Lazareth-Kommissionen
gefälligst anzuempfehlen, diese Conservatinnsmittel ohne Verzug in Anwendung
bringen zu lassen, um die Blutegel schon in diesem Jahre gegen die in den Monaten
Juli und August in der Regel stattfindende grössere Sterblichkeit geschützt zu sehen.
Kiessand und kleine Kieselsteine werden hierbei in abwechselnde Lagen mit dem Moos
gebracht, wobei die Lage mit erstern geschlossen wird. Ausserdem versche man den
übrigen Theil des Geflsses mit etwas losem Moos, damit sich die Blutegel zwischen
Moos und Wasser bewegen können. Bei Absonderung der todten werde das lose Moos
herausgenommen. In welchen Zwischenräumen eine Erneuerung des Mooses, sowie eine
grindilche Reinigung der Aufbewahrungs-Geflisse vorgenommen werden muss, werden
6 hierüber za sammelinden Erfahrungen an die Hand geben und ist darliber zu berichten.
V. Betreffend die zur Bemuneration in Vorschlag za
bringenden Lazarcetk-Gehülfen. Bei den zur Gewährung von Remunerationen
in Vorschlag gebrachten Lazareth-Gehülfen wollen Euer etc. gefälligst darauf
schten, dass neben dem Namen der Gehülfen such der betreffende Truppentheil, welchem
er angehört, angegeben ist.
VE. Ueher Berichte und zu führende Nachweisungen. Un
eine Gleichmässigkeit in der Verrechnung der wieder saugfühig gemachten Bintegel
zu erlangen, erscheint es angemessen, den Lazarethen die nachfolgende, zu diesem
Behufe hier entworfene Nachweisung zur Nachachtung zu überweisen. Solche Nachweisungen
würden für die Folge in den Dispensir- Anstalten über den Ankauf, Verbrauch
etc. der Bintegel zu führen und vierteljährlich davon eine Abschrift der tabellarischen
Medikamenten-Berechnung beizufügen sein.
Schems, welches in den Dispensir-Anstalten bei der Verrechnung der Biutegel zum
Grunde zu legen Ist.
n die Dispensir- t
An- Tr * sorlchgellefen während der Be- Be-Monat.
| Tag. Ordinallons- fgekauft.
buch. lebende. todte. bewabrung. | and. | merkungen.
"Bestand vom vorigen Quartal . . . . oo... W
Jannar 1 _ 4 3 1 _ p-')
2 10 18 15 3 2 4
4 — 6 _ 3 3
8 6 10 8 2 1 34
10 _ 6 5 | 1 32
12 —_ 4 3 \ _ 3
15 8 8 6 2 1 36
Summa 24 DT) 46 10 8
18 Stück gestorben.
Hiernach würde die Verrechnung in der tabellarischon Medikamenten-Berechnung
folgende sein: