kanntlich auf den Text geht: „So leben wir, so leben wir,
so leben wir alle Tage.“
Der Vater Bismarckanseinen Sohn Bernhard.
Berlin, 19. Juli 1838.
Otto hat während seines hierseins der Mutter sein ganzes
herz aufgeschlossen. Ihr nicht allein gesagt, welchen Ekel
er für die ganze Beschäftigung bei der Regierung hätte, daß
er dadurch sein Leben ganz überdrüssig wäre, und wenn er
sich fast sein ganzes Leben gequält hätte, dann würde er
vielleicht zuletzt Dräsident mit 2000 Thaler Einkommen, von
Lebensglück wäre aber nie etwas zu hoffen. Er hat die
Mutter sehr dringend gebeten, ihm eine andere Stellung zu
geben, er hat sich erboten, wenn wir noch eine Suckerfabrik
anlegten, nach Magdeburg zu gehen und die Fabrikation
praktisch zu erlernen und die Fabrik alsdann in Nniephof
zu dirigieren. Da es mich doch sehr nahe geht, daß er sich so
unglücklich fühlt, und ich mit inniger Freude bei meiner
Anwesenheit in Kniephof gesehn, welch großes Interesse die
Landwirtschaft für Dich hat .. . und da ich einsehe, wenn
ich hier in Berlin bleiben muß . . . daß wir sämtlich zu
Grunde gehen müssen, so habe ich mich entschlossen, Euch
beiden die dortigen Güter lin Dommern] als Eigentum zu
übergeben und meine Subsistenz nur allein auf Schönhausen
zu beschränken. [Der Vater meint, Bernhard solle Kreisdeputierter,
dann Landrat werden; ein Examen sei auf alle Fälle
für beide Söhne wünschenswert.]
Marcks, Bismarck.
Otto von Bismarck an die Gräfin Bismarck-Bohlen.
Konzept eines Briefes an Bismarcks Cousine, die Eräfin
Karoline Bismarck, geb. Gräfin Bohlen auf Karlsburg, die ihren
vetter brieflich zum Derbleiben im Staatsdienst ermahnt hatte.
Bismarck schickte diesen Entwurf der Antwort auf „Cienchen“ Bismarcks
Brief am 15. Sebruar 1847 seiner Braut als „Belag zu der
Geschichte ihres zukünftigen Lebensgefährten“.
37