Full text : Lehrbuch des Deutschen Staatsrechts.

Die  Zeit  des  alten  deutschen  Reiches.  $  20.  69

1.  die  beiden  Konstitutionen  Friedrichs  II.  über  die
Anerkennung  der  landesherrlichen  Rechte:  die  confoederatio  cum
principibus  ecclesiasticis  von  1220  und  das  statutum  in  favorem
principum  von  1232,

2.  die  Konstitution  Ludwigs  des  Bayern  (constitutio
de  iure  et  excellentia  imperii  oder  [nach  den  Anfangsworten]  const.
Licet  iuris)  von  1338,  betreffend  die  Unabhängigkeit  der  Kaieerwahl
  vom  römischen  Stuhl®.

3.  die  Goldene  Bulle  (aurea  bulla)  Kaiser  Karls  IV.
von  1356*,  sie  ordnet  neben  anderen  Bestimmungen  namentlich
die  Kaiserwahl  und  die  Rechte  der  Kurfürsten.

4.  der  Ewige  Landfriede  von  14955,  welcher  das  Verbot
aller  Fehde  enthält.

5.  die  Gerichtsordnungen  für  die  beiden  obersten
Reichsgerichte,  namentlich  die  Kammergerichtsordnungen  von
1495°  und  1555”  und  die  Reichshofratsordnung  von  1654®.

6.  Die  kaiserlichen  Wahlkapitulationen?,  welche
seit  Karl  V.  (1519)  zwischen  dem  Kaiser  und  den  Kurfürsten  ver-®

  Mon.  Germ.  (Weiland)  Tom.  II  86  ff.,  211  ff.;  Oertel  a.  a.  O.  11  ff.,  34ff.;
Lehmann  a.  a  O.  95ff.;  Altmann  und  Bernheim  a.  a.  O.  19ff.;  Zeumer,
Quellenslg.  42,  55.

®  Oertel  a.a.0.42ff.;  Lehmann  a.  a.  O.  181  ff.;  Altmann  und  Bernheim
a.  8.  O.  41fl.;  Zeumer,  Quellenslg.  184;  dazu  Zeumer,  Ludwigs  des  Bayern
Königswabl  esetz  Licet  ges,  Neues  Archiv  80  85  ff.

Oertel  a.a.0.50ft.;  Lehmann  a,  a.O  182ff.;,  Altmann  und  Bernheim
a.  a.  O.  47ff.;  Zeumer,  Quellenslg.  192  ff.;  Joh.  Pet.  Ludewig,  Vollständige
Erläuterung  der  Goldenen  Bulle,  2.  Ausg.,  2  Bde.,  Frankfurt  und  Leipzig  1752.
v.  Olenschlager,  Neue  Erläuterung  der  Goldenen  Bulle  Kaiser  Karls  IV.,
Frankfurt  und  Leipzig  1766.  Diese  ältere  Literatur  ist  jetzt  durchweg  überholt
  von  Zeumer,  Die  Goldene  Bulle  Kaiser  Karls  IV.,  Bd.  2  seiner  Quellen
und  Studien  (oben  N.  1a.E.),  Heft  1:  Entstehung  und  Bedeutung  der  G.B.,
Heft  2:  Text  der  G.B.  und  Urkunden  zu  ihrer  Erläuterung.

5  Oertel  a.  a.  O0.  118ff.;  Neue  und  vollständigere  Sammlung
3  1ff.;  Lehmann  a.  a.  O.  209  ff.;  Altmann  und  Bernheim  a.  a.  O.  254  fl.;
Zeumer,  Quellenslg.  281  ff.

6  Neue  und  vollständigere  Sammlung  2  6ff.;  Lehmann  a.a.O.
213  f.,;  Zeumer,  Quellensig.  2834  fi.

?  Neue  und  vollständigere  Sammlung  8  43ff.;  Zeumer,
Quellenslg.  371  ff.

8  Schmauß  a.  a.  O.  898  ff.;  Zeumer,  Quellenslg.  443  ff.

°  Joh.  Limnaeus,  Capitulationes  imperatorum  et  egum  Romano-Germanorum
  Caroli  V,  Ferdinandi  I,  Max.  II,  Rudolphi  II,  Matthiae,  Ferdinandi
  H,  Ferdinandi  Ill,  Ferdinandi  IV,  Leopal  i  I.  Argentorati  1674.
Jos.  Ant,  v.  Riegger,  K.  Josephs  II.  harmonische  Yahlkapitulation  mit  allen
den  vorhergehenden  Wahlkapitulationen  der  vorigen  Kaiser  und  Könige,
wie  auch  mit  dem  Projekt  der  beständigen  Wahlkapitulation  verglichen  und
zum  Gebrauch  seiner  Zuhörer  eingerichtet,  Irae  1781  u.  1782.  F.  A.  Schmelzer,
Kaiserliche  Wahlkapitulation  Sr.  Maj.  Franz’  II.,  Helmstedt  1798.  A.F.  W.
Crome,  Die  Wahlkapitulation  der  römischen  Kaiser  Leopold  II,  u.  Franz  II.,
Lemgo  1794.  Kommentare  zu  den  Wahlkapitulationen  der  Kaiser  Karl  VIL,
Franz  I.,  Josef  II.  von  J.  J.  Moser.  Vgl.  ferner  Frensdorff  in  2.R.G.(G.)
%  115ff.;  Siemsen,  Kurbrandenburgs  Anteil  an  den  Kaiserl.  Wahlkapitulationen
  von  1689—1742  (Zeumers  Quellen  u.  Studien  [oben  N.  1  a.  E.]  Bd.  8
Heft  3,  1909).  Die  Wahlkapitulationen  Karls  V.  und  Franz  II.  sind  abgedruckt