Metadata : Königlich Württembergisches Staats- und Regierungs-Blatt vom Jahr 1809. (4)

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1)  Zwar  verbieten  Wir  allen  Koͤniglichen  Souverainetaͤts-  und  Patrimonial-Beamten,
und  zwar  das  erstemal  bei  einer  Strafe  von  Fünszig,  das  zweitemal  von  Einhunvert
  Reichsthalern,  das  drittemal  aber  bei  zu  gewartender  Emlassung  vom  Amte,
daß  sie  keinen  Inquisiten,  er  möge  In=  oder  Ausländer,  er  möge  einer  Religion  zugethan
  seyn,  welcher  er  wolle,  durch  thätliche  Behandlung,  durch  Seoßen,  D  itschen,
Schlagen,  oder  Zufügung  irgend  eines  körperlichen  Leidens,  zum  Bekenmiß  der
Wahrheit  nöthigen  sollen.

2)  Würde  hingegen  ein  halsstarriger  oder  verschlagener  Inquiste  entweder  durch  gänzliches
Verweigern  der  Antwort,,  oder  durch  beharrliches  Längnen,  oder  durch  sreche  Lügen
und  Erdichtungen  sich  der  Strafe  entziehen,  oder  seine  Mieschuldizen,  oder  den  Ort,
wo  die  zum  That-Bestande  gehörige  Sache  verborgen  ist,  nicht  angeben  wollen:  würde
  er  daher  schon  im  Lause  der  Inquisition  eine  ahndungswürdige  Handlung  begangen
  haben;  so  hat  in  solchen  Fällen  der  inquirirende  Beamte  dem  Koönigl.  Ober  Justtz-Collegio
  ersten  Senats  unter  Beischlusse  des  Protokolls  und  eines  ärzrlichen  Zengnisses
  über  die  körperliche  Beschaffenheit  des  Inquisiten,  auch  genauer  Schilderung  seines
Prädikats  und  Lebenswandels,  hievon  die  Anzeige  zu  machen.

Wir  berollmächtigen  sofort  dieses  Königliche  Coklegium,  Zwangsemittel,  welche  der  Beschaffenheit
  des  Berbrechens  und  dem  Grade  des  Verdachts  anzupassen  sind,  und  die  entweder
  in  Entziehung  der  bessern  Kost,  oder  in  einem  härteren  Gefäángnisse,  oder  in  einer  in
dem  Rescripte  genau  zu  bestimmenden  Zahl  von  Streichen  oder  Schlägen  bestehen  dürfen,
durch  ein  Reseript  anzuerdnen;  wo  sodann  der  inquirirende  Beamte  das  Erkenntniß  des
erssen  Senats  in  Beiseyn  der  UrkundsPersonen,  insofern  die  Art  der  Zwangemittel  lezteres
  nöthig  mache,  zu  vollziehen,  über  die  Vellziehung  ein  genaues  Prokokoll  zu  führen,  und
unter  dessen  Anschlutz  wieder  Bericht  zu  erstatten  hat.  Daran  geschieher  Unser  Königlicher
Wille  2c.  Stuttg.  im  Königl.  Staats-Ministerio,  den  23.  April  1809.

Ad  Hleudatum  #ecra  Kexia  Majestatis  proprium.
Seneral-Verordnung.  Die  Freigebung  des  Einkaufs  und  Verkaufs  der  Hauß-Asche  und  Prtasche,
und  die  Errichtung  der  Potaschen  Sierertyen  letr.  d.  d.  19.  Apr.  1809.

Se.  Königl.  Maj.  haben  in  Betracht,  daß  die  bisher  bestandenen  Beschränkungen

ih  Ansehunz  des  Einkaufs  und  Verkaufs  der  Hauß-Asche  und  Potasche  einer  wohlgeordneten
  Gewerbe-Freiheit  zuwider  Knd,  alle  bisher  ertheilte  Cencessionen,  Privilegien  und
Patente  zum  ausschließlichen  Aschen-Handel  aufgehoben,  und  jedermann  die  Erlaubniß  ertheilt,
  in  den  Königl.  Staaten  überall  Haußasche  und  Potasche  gegen  Entrichtung  der  gesezlichen
  Abgaben  einzukaufen  oder  zu  verkaufen.
.  Zugleich  haben  Allerhoͤchst  Dieselbe  verordnet,  daß  diejenigen,  welche  eine  Potasche-Siederey
  zu  errichten,  und  zu  betreiben  gedenken,  die  Concessten  hiezu  bei  dem  Königl.
Bergwerks-Departement  nachsuchen  sollen;  welches  andurch  zur  allgemeinen  Wissenschaft
und  Nachachzung  bekannt  gemacht  wird.  Stutegart,  in  Königl.  Ober-Regierung,  Ob.  Pelle
zet:  Departement,  den  19.  April  1809.

Ad  M#nd.  S.  K.  Maj.