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anstalt wird der Frage der Exportmöglichkeit näher
treten. Das Holz von Lophirn alata wird als Nut-
holz sehr geschätzt.
Poga oleosa. Den als „Niove-Niole“ aus Ossi=
dinge bekannten Baum fand ich in vereinzelten Exem-
plaren von Campo bis Duala, dagegen kommt er am
Kamerungebirge nicht vor. Bei dem seltenen Vor-
kommen ist eine Ausfuhr trotz der hervorragenden
Eigenschaften des Ols ausgeschlossen.
Carapa procera ist in der ganzen Küstenzone,
in einzelnen Gegenden in großer dh vertreten, so
daß die Nüsse wohl ein Exportprodukt werden könnten.
Die Früchte sind infolge eines geringen Gehalts an
Strychnin giftig. Die Frage der Exportmöglichkeit ist
von der Versu aanstalt in Angriff genommen.
Coula cdulis hat das gleiche Verbreitungs=
ebiet wie Poga oleosa, nur tritt er bei weitem häu-
Hieer auf. Da er ein Speisefett liefert und die
Rückstände ein gutes Viehfutter bilden, ist ein Export
nicht ausgeschlossen.
Irvingia Babonensis tritt an der ganzen Küste
auf. Fruchtfleisch und Samen werden von den Ein-
geborenen gern genossen. Für den Export sind die
Nüsse oder Samen nicht geeignet.
Plukenctia conophora. Diese Liane habe ich
nur in ganz vereinzelten Exemplaren gefunden. An-
gebaut wurde sie in dem durchreisten Gebiet nirgends,
auf dem Olmarkte Siche sich für die Nuß ein reges
Interesse, weil das Ol ähnliche Eigenschaften wie das
jetzt sehr teure Leinöl besitzt. Die Anbauversuche im
brnkansschen Garten Victoria haben zu definitiven Er-
gebnissen noch nicht geführt. Vorläufig ist ein Export
ausgeschlossen.
wWestatrikanische Pflanzungsgesellschaft „Victorta“.“)
Die in den letzten Jahren angestrebte und in-
zwoischen fast überall erreichte Vereinfachung unseres
Gesamtbetriebes führte im Verein mit sehr guten
Ernteverhältnissen und einer allgemeinen Besserung
der wirtschaftlichen Lage im Schubgebiet Kamerun zu
einem recht erfreulichen Jahresergebnis
Pflanzungs--Abteilung.
Kakao. Die Ernteerträge haben nach Vcer
lund stetiger Steigerung in dem abgelaufenen Jahre
829 Sack zu je 50 kg und dangt die gesbchste Ziffer
2 Bestehen Dau Gesellschaft erreicht. Wir lassen die
Ergebnisse der einzelnen Geschäftsjahre wesh
folgen: 7: e zu je 50 k 898:
121, 1900: 230, 1901: 1041, 1902: 14116 *“ 3
1904: 10 665, 1905: 9662, 1906: 10850, 1907;: 13240.
1908: 19 014, 1909: 26 008, 1910: 27 829 Säcke.
Die Kakaokulturen umfassen zur Zeit 2528,26 ha,
von denen 134,60 ha noch nicht fruchttragend 7220, "6
deb rg Hektar fruchttragenden Kakaos etwa 1138 Sack
582,5 kg versandfertiger Bohnen geerntet wurden.
it Rücksicht auf größere Anlagen in Olpalmkulturen
wurde- von einer Erweiterung der Kakaobestände ab-
gesehe
ausgezeichneter Wirlung erwies sich wiederum
die A##ustrchet Schädlinge traten nur ganz ver-
einzelt auf und konnten überall mit Erfolg bekämpft
werden.
Der Kakaomarkt machte im verflossenen Jahre
einen Neinen Anlauf zur Besserung. Die Preise stiegen
*) Aus dem Jahresbericht für 1910.
sehr laungsam von 47.4 bis gegen Ende des Jahres
auf 54.6 pro Sack. Für Kamerun-Kakao ist jetzt auch
eine willigere Aufnahme auf dem deutschen Markte zu
beobachten als bisher. Im Auslande begegnet er aber
immer wieder ganz besonderem Interesse. So erhielten
wir von mehreren ausländischen Weltfirmen Angebote
gemacht, die darauf hinzielten, unsere Jahresproduk=
tionen jeweils ganz aufzukaufen.
ODlpalmen: Das Abernten der wildwachsenden
Olpalmen, die über das ganze Pflanzungsgebiet verteilt
sind und auf etwa 220 000 Bäume geschätzt werden,
von denen die Hälfte fruchttragend sein dürfte, erweist
sich nur zum kleinsten Teil als möglich und erfordert
besonders geschulte Arbeitskräfte. Die zur Ausnutzung
dieser Olpalmen aufgestellte Versuchsanlage hat im
allgemeinen befriedigend gearbeitet. Ein regulärer
Betrieb konnte vorerst nur auf die Dauer von vier
Monaten durchgeführt werden, da besonders während
der Regenperiode die Versorgung mit dem nötigen
Rohmaterial noch auf Schwierigkeiten stößt. Das
Falmölwert produzierte 55 Faß Ol zu je 600 kg sowie
7 Säcke Palmkerne zu je 60 kg, für die die höchsten
Nara ergielt wurden.
Wir werden der Olpalmkultur für die Folge er-
höhte Aufmerksamkeit zuwenden. Im vergangenen
Jahre wurden meugepflen t: Olpalmen als Zwischen-
kultur mit Kakao 134,51 ha, mit Kautschuk 43,83 ha,
mit Planten 220 08 ha. Die Kulturen sind alle gut
angegangen. Bis zu ihrer Ertragsfähigkeit rechnet
man etwa acht Jahre.
Kautschnk. Zum erstenmal wurde ein größerer
apsochich an den älteren Bäumen unternommen.
as Ergebnis war 1274.,57 ka Gummi tadelloser
Znantäts die auf dem Markte eine sehr gute Bewertung
fand. Quantitativ blieb der Erfolg hinter den Erwar-
tungen zurück und regt nicht gerade zu größeren Neu-
anlagen in Kautschuk an, zumal in Fachkreisen für die
nächsten Jahre aller Wahrscheinlichkeit nach mit einer
Überproduktion an utschuk und damit fallenden
RPreisen gerechnet wird. Die in der letten Zeit wieder-
helt erörterte Frage, ob in dem Synthetisch hergestellten
autschuk dem deutschen Plantagenkautschuk eine Gefahr
drohe, scheint vorläufig durch die weit billigeren Ge-
siehungstesten. des letzteren nicht besorgniserregend zu
muß bei der unnnterbrochen fort-
rer Sriallun unserer Technie auch mit der
öglichkeit eines konkurrenzfähigen Kunstprodukts ein-
mal gerechnet werden, wie das die Geschichte des künst-
lichen Indigos und Kampfers lehrt. Es wird daher
Aufgabe jeden Kautschuk bilanzenden. Unternehmens
sein, dahin zu streben, nur erstk assige und preiswerte
Produkte zu erzeugen, um auch für einen solchen Kon-
kurrenzkampf später gerüstet zu sein.
An Kautschukbeständen sind auf der Pflanzung
vorhanden: Kickxia 111,35 ha, Hevena brasiliensis
184,07 ha, Kickxia und Heves 88 ha, Manihot glaziovü
3,12 ha, Ficus elastica 12,05 ha, als Zwischenkultur mit
Kakao, Hevea 21,52 ha, als zwischenkultur mit Ol-
palmen, Hevea 48,88 ba.
Elanten,. An Plantenkulturen besitzen wir
125. Die gewonnenen Früchte dienten aus-
ki der Arbeiterernährung.
Alle Kulturen unserer Pflanzung zusammen-
genommen nusfabten am Jahresende 1910 eine Fläche
von 1,69 h
Handels-Abteilung.
Die Geschäfte zeigen gegen das Vorjahr eine
Besserung. Wir sind augenblicklich dabei, dem Handel