Volltext : Deutsches Kolonialblatt. XXII. Jahrgang, 1911. (22)

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anstalt  wird  der  Frage  der  Exportmöglichkeit  näher
treten.  Das  Holz  von  Lophirn  alata  wird  als  Nutholz
  sehr  geschätzt.

Poga  oleosa.  Den  als  „Niove-Niole“  aus  Ossidinge
  bekannten  Baum  fand  ich  in  vereinzelten  Exemplaren
  von  Campo  bis  Duala,  dagegen  kommt  er  am
Kamerungebirge  nicht  vor.  Bei  dem  seltenen  Vorkommen
  ist  eine  Ausfuhr  trotz  der  hervorragenden
Eigenschaften  des  Ols  ausgeschlossen.

Carapa  procera  ist  in  der  ganzen  Küstenzone,
in  einzelnen  Gegenden  in  großer  dh  vertreten,  so
daß  die  Nüsse  wohl  ein  Exportprodukt  werden  könnten.
Die  Früchte  sind  infolge  eines  geringen  Gehalts  an
Strychnin  giftig.  Die  Frage  der  Exportmöglichkeit  ist
von  der  Versu  aanstalt  in  Angriff  genommen.

Coula  cdulis  hat  das  gleiche  Verbreitungsebiet

  wie  Poga  oleosa,  nur  tritt  er  bei  weitem  häu-Hieer
  auf.  Da  er  ein  Speisefett  liefert  und  die
Rückstände  ein  gutes  Viehfutter  bilden,  ist  ein  Export
nicht  ausgeschlossen.

Irvingia  Babonensis  tritt  an  der  ganzen  Küste
auf.  Fruchtfleisch  und  Samen  werden  von  den  Eingeborenen
  gern  genossen.  Für  den  Export  sind  die
Nüsse  oder  Samen  nicht  geeignet.

Plukenctia  conophora.  Diese  Liane  habe  ich
nur  in  ganz  vereinzelten  Exemplaren  gefunden.  Angebaut
  wurde  sie  in  dem  durchreisten  Gebiet  nirgends,
auf  dem  Olmarkte  Siche  sich  für  die  Nuß  ein  reges
Interesse,  weil  das  Ol  ähnliche  Eigenschaften  wie  das
jetzt  sehr  teure  Leinöl  besitzt.  Die  Anbauversuche  im
brnkansschen  Garten  Victoria  haben  zu  definitiven  Ergebnissen
  noch  nicht  geführt.  Vorläufig  ist  ein  Export
ausgeschlossen.

wWestatrikanische  Pflanzungsgesellschaft  „Victorta“.“)

Die  in  den  letzten  Jahren  angestrebte  und  inzwoischen
  fast  überall  erreichte  Vereinfachung  unseres
Gesamtbetriebes  führte  im  Verein  mit  sehr  guten
Ernteverhältnissen  und  einer  allgemeinen  Besserung
der  wirtschaftlichen  Lage  im  Schubgebiet  Kamerun  zu
einem  recht  erfreulichen  Jahresergebnis

Pflanzungs--Abteilung.

Kakao.  Die  Ernteerträge  haben  nach  Vcer
lund  stetiger  Steigerung  in  dem  abgelaufenen  Jahre

829  Sack  zu  je  50  kg  und  dangt  die  gesbchste  Ziffer
2  Bestehen  Dau  Gesellschaft  erreicht.  Wir  lassen  die
Ergebnisse  der  einzelnen  Geschäftsjahre  wesh
folgen:  7:  e  zu  je  50  k  898:

121,  1900:  230,  1901:  1041,  1902:  14116  *“  3
1904:  10  665,  1905:  9662,  1906:  10850,  1907;:  13240.
1908:  19  014,  1909:  26  008,  1910:  27  829  Säcke.

Die  Kakaokulturen  umfassen  zur  Zeit  2528,26  ha,
von  denen  134,60  ha  noch  nicht  fruchttragend  7220,  "6
deb  rg  Hektar  fruchttragenden  Kakaos  etwa  1138  Sack

582,5  kg  versandfertiger  Bohnen  geerntet  wurden.
it  Rücksicht  auf  größere  Anlagen  in  Olpalmkulturen
wurde-  von  einer  Erweiterung  der  Kakaobestände  abgesehe


ausgezeichneter  Wirlung  erwies  sich  wiederum
die  A##ustrchet  Schädlinge  traten  nur  ganz  vereinzelt
  auf  und  konnten  überall  mit  Erfolg  bekämpft
werden.
Der  Kakaomarkt  machte  im  verflossenen  Jahre
einen  Neinen  Anlauf  zur  Besserung.  Die  Preise  stiegen

*)  Aus  dem  Jahresbericht  für  1910.

 

sehr  laungsam  von  47.4  bis  gegen  Ende  des  Jahres
auf  54.6  pro  Sack.  Für  Kamerun-Kakao  ist  jetzt  auch
eine  willigere  Aufnahme  auf  dem  deutschen  Markte  zu
beobachten  als  bisher.  Im  Auslande  begegnet  er  aber
immer  wieder  ganz  besonderem  Interesse.  So  erhielten
wir  von  mehreren  ausländischen  Weltfirmen  Angebote
gemacht,  die  darauf  hinzielten,  unsere  Jahresproduktionen
  jeweils  ganz  aufzukaufen.

ODlpalmen:  Das  Abernten  der  wildwachsenden
Olpalmen,  die  über  das  ganze  Pflanzungsgebiet  verteilt
sind  und  auf  etwa  220  000  Bäume  geschätzt  werden,
von  denen  die  Hälfte  fruchttragend  sein  dürfte,  erweist
sich  nur  zum  kleinsten  Teil  als  möglich  und  erfordert
besonders  geschulte  Arbeitskräfte.  Die  zur  Ausnutzung
dieser  Olpalmen  aufgestellte  Versuchsanlage  hat  im
allgemeinen  befriedigend  gearbeitet.  Ein  regulärer
Betrieb  konnte  vorerst  nur  auf  die  Dauer  von  vier
Monaten  durchgeführt  werden,  da  besonders  während
der  Regenperiode  die  Versorgung  mit  dem  nötigen
Rohmaterial  noch  auf  Schwierigkeiten  stößt.  Das
Falmölwert  produzierte  55  Faß  Ol  zu  je  600  kg  sowie

7  Säcke  Palmkerne  zu  je  60  kg,  für  die  die  höchsten
Nara  ergielt  wurden.

Wir  werden  der  Olpalmkultur  für  die  Folge  erhöhte
  Aufmerksamkeit  zuwenden.  Im  vergangenen
Jahre  wurden  meugepflen  t:  Olpalmen  als  Zwischenkultur
  mit  Kakao  134,51  ha,  mit  Kautschuk  43,83  ha,
mit  Planten  220  08  ha.  Die  Kulturen  sind  alle  gut
angegangen.  Bis  zu  ihrer  Ertragsfähigkeit  rechnet
man  etwa  acht  Jahre.

Kautschnk.  Zum  erstenmal  wurde  ein  größerer
apsochich  an  den  älteren  Bäumen  unternommen.
as  Ergebnis  war  1274.,57  ka  Gummi  tadelloser

Znantäts  die  auf  dem  Markte  eine  sehr  gute  Bewertung
fand.  Quantitativ  blieb  der  Erfolg  hinter  den  Erwartungen
  zurück  und  regt  nicht  gerade  zu  größeren  Neuanlagen
  in  Kautschuk  an,  zumal  in  Fachkreisen  für  die
nächsten  Jahre  aller  Wahrscheinlichkeit  nach  mit  einer
Überproduktion  an  utschuk  und  damit  fallenden
RPreisen  gerechnet  wird.  Die  in  der  letten  Zeit  wiederhelt
  erörterte  Frage,  ob  in  dem  Synthetisch  hergestellten
autschuk  dem  deutschen  Plantagenkautschuk  eine  Gefahr
drohe,  scheint  vorläufig  durch  die  weit  billigeren  Gesiehungstesten.
  des  letzteren  nicht  besorgniserregend  zu
muß  bei  der  unnnterbrochen  fortrer
  Sriallun  unserer  Technie  auch  mit  der
öglichkeit  eines  konkurrenzfähigen  Kunstprodukts  einmal
  gerechnet  werden,  wie  das  die  Geschichte  des  künstlichen
  Indigos  und  Kampfers  lehrt.  Es  wird  daher
Aufgabe  jeden  Kautschuk  bilanzenden.  Unternehmens
sein,  dahin  zu  streben,  nur  erstk  assige  und  preiswerte
Produkte  zu  erzeugen,  um  auch  für  einen  solchen  Konkurrenzkampf
  später  gerüstet  zu  sein.

An  Kautschukbeständen  sind  auf  der  Pflanzung

vorhanden:  Kickxia  111,35  ha,  Hevena  brasiliensis

184,07  ha,  Kickxia  und  Heves  88  ha,  Manihot  glaziovü
3,12  ha,  Ficus  elastica  12,05  ha,  als  Zwischenkultur  mit
Kakao,  Hevea  21,52  ha,  als  zwischenkultur  mit  Olpalmen,
  Hevea  48,88  ba.

Elanten,.  An  Plantenkulturen  besitzen  wir
125.  Die  gewonnenen  Früchte  dienten  auski
  der  Arbeiterernährung.

Alle  Kulturen  unserer  Pflanzung  zusammengenommen
  nusfabten  am  Jahresende  1910  eine  Fläche
von  1,69  h

 

 

 

Handels-Abteilung.
Die  Geschäfte  zeigen  gegen  das  Vorjahr  eine
Besserung.  Wir  sind  augenblicklich  dabei,  dem  Handel