Volltext: Volkslieder aus dem Erzgebirge

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Thu' ich mich erschießen — 
Komm' ich weg von dieser Welt, 
Darf mich's nicht verdrießen. 
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Ganz ver lassen. 
Owie dunkel sind die Mauern, 
Und wie sind die Ketten schwer! 
Owie lange wird's noch dauern! 
Giebt's denn keine Rettung mehr? 
Ach ich bin ja ganz verlassen, 
Niemand nimmt sich meiner an, 
Freund' und Feinde thun mich hassen, 
Ich bin veracht't von jedermann. 
Einen Vater, den ich hatte, 
Der ist fort in's fremde Land, 
Meine Mutter liegt im Grabe, 
Diese hab'’ ich nicht gekannt. 
Lieber Jüngling, hast's im Ernste? 
Oder treibst du mit mir Scherz? 
Denn bei Gottl es ist gefährlich 
Für ein junges Mädchensherz.