Full text : Gesetzsammlung für das Fürstenthum Schwarzburg-Rudolstadt. Zweiundzwanzigster Jahrgang. 1861. (22)

1861.  1

Die  Necommandations-Gebühr  ist  jederzeit  zugleich  mit  dem  Porto  einzuheben.

Wemn  der  Absender  die  Beibringung  einer  Empfangsbescheinigung  des  Adressaten
(Retour-Recepisse)  ausdrücklich  verlangt,  so  steht  der  absendenden  Postanstalt  frei,  dafür
  eine  weitere  Gebühr  bis  zur  Höhe  von  2  Sgr.  oder  10  Oesterr.  Neukreuzern  oder
6  Kreuzern  Südd.  Währ.  von  dem  Absender  zu  erheben.  »

Die  Recommandation  von  Kreuzband-  und  Mustersendungen  ist  gestatlel.  Für
dergleichen  recommandirte  Sendungen  wird  nebst  dem  dafür  festgesetzten  Porto  (Art.  22
und  23)  die  Necommandationsgebühr  wie  für  Briefe  erhoben,  und  es  finden  auf  dieselben
  auch  im  Uebrigen  dic  für  recommandirte  Briese  erlassenen  Vorschristen  Anwendung.


Art.  25.

#rsahlegung.  Fir  einen  abhanden  gekommenen  recommandirten  Brief  wird,  mit  Ausnahme
  eines  durch  Krieg  oder  unabwendbare  Natureignisse  herbeigeführten  Verlustes,
dem  Absender  eine  Entschädigung  von  14  Thlrn.  oder  21  fl.  Oesterr.  oder  24)  fl.
Südd.  Währung  geleistet.  Das  Reclamationsrecht  erlischt  nach  Ablauf  von  6  Monaten,
  vom  Tage  der  Aufgabe  an.

Diese  Bestimmung  kommt  in  Anwendung  für  alle  zwischen  zwei  Vereinsbezirken
gewechselten  recommandirken  Briefe,  ohne  Rücksicht  auf  die  hinsichtlich  der  Ersatzleistung
  in  den  einzelnen  Bezirken  etwa  bestehenden  abweichenden  Vorschriften.

Dem  Absender  gegenüber  liegt  die  Ersahpflicht  derjenigen  Postverwaltung  ob,
in  deren  Bezirke  der  Brief  aufgegoben  worden  ist.  Wenn  eine  Postvenwaltung  für
einen  erweislich  nicht  in  ihrem  Bezirke  verloren  gegangenen  Brief  dem  Absender  Ersat
  geleistet  hat,  so  ist  sie  sofort  von  derjeuigen  Verwaltung  zu  entschädigen,  welche
die  Sendung  von  ihr  übernommen  hat.  Diese  lehtere  Verwaltung  ist  befugt,  in
gleicher  Weise  ihren  Regreh  gegen  die  nächstfolgende  Verwaltung  zu  nehmen  und  so
sort.  Den  Schaden  trägt  schließlich  diejenige  Verwaltung,  welche  weder  die  richtige
#ael,  noch  auch  die  Ueberlieferung  an  eine  andere  Postverwaltung  nachweisen

2  Verluste,  welche  auf  dem  Trausporte  durch  eine  dem  Vereine  Nicht  angehörige
Beförderungsanslalt  eintreten,  findet  ein  Ersaßauspruch,  den  Vereins.Postverwaltungen
gegenüber,  nicht  statt.  Dagegen  haben  bed  diesfallsigen  Reclamamonen  zunächst  diejenigen
  Postverwaltungen,  von  welchen  die  Sendungen  unmittelbar  dem  Auslande
zugeführt  worden  sind,  den  Absender  zu  vertreten,  und  demselben,  falls  ihre  Bemühungen
  erfolglos  bleiben  sollten,  alle  vorliegenden  Mittel  (Urkunden  über  die  Ab.

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