Full text : Das Goldene Buch des Deutschen Volkes an der Jahrhundertwende.

Dr.  juris,  bierauf  bis  1850  in  preussischem  Staatsdienst,  seitdern  kaufınännisch  als
bedeutender  Montanindustricler  Rheinlands  und  Mestfalens  thälig;  Begründer  nrd
Üsrsilzender  des  Vereins  für  die  bergbanlichen  Interessen  im  Öberbergamtsberirk
Dorimund.-  Seit  1864  Mltglied  des  preussischen  Abgeordneienhauses,  186908  mit
kurzen  Unterbrechungen  auch,  Mitglied  des  deutschen  Reichstags,  Mitbegriinder  der
nationalliberalen  Partei,  1854  des  Deutschen  Kolönialvereins.  hervorragender  Verireter  der
wirischaftlichen  Inleressen  und  eines  massvollen  Schufzzeils  fiir  die  dewische  Produktion,
die  er,  ebenso  wie  die  Einführung  des  Staatsbahnsysiems  für  Preussen,  wirksam
beiftrwortete.  Vermittelte  mil  Erfolg  bei  dem  grossen  Ausstaude  der  rheinischwestfälischen
  Bergleute  1889,

Hammerstein-Loxien,  Ernst  Treiberr  von,  preussischer  Minister,  geboten  am
2.  Oktober  1827  zu  Loxten  in  faunover,  studierte  in  Göllingen  Rechtswissenschaft,
siieg  im  hannoverschen  Staatsdienst  bis  zum  Referenten  im  Ministerium  des  Innern
auf  und  wurde  1867  zur  Disposition  gestellt.  Uon  1884-85  war  er  Kreisbaupimann
fir  den  Kreis  Bersenbrülc  und  Amishauptmann  des  Amts  Bersenbriick  in  der  Provinz
bannover,  won  1885—8$  Eandrat  des  Kreises  Bersenbrilck,  1585—94  Landesdirekhtor
der  Provinz  Hannover,  daneben  mehrere  Jahre  hindurch  Mitglied  des  Staatsrais  und
Nolkswirtschalistats,  Vorsitzender  des  deutschen  Landwirtschaffsrats  und  Stellverirefender
Vorsitzender  des  preussischen  Landes  Dekonomiekollegiums.  Seit  1894  preussischer
Minister  für  Landwirtschaft,  Domänen  und  Forsten  und  Bevollmächtigter  zum  Bundesrat.

hänel,  Albert,  Rechislehrer  und  Parlamentarter,  geboren  am  10.  Juni  1833  In  Leipzig.
siudierie  in  Wien,  Leipzig  und  Heidelberg,  185%  Privaldozent  in  Leipzig,  1860  Pro
fessor  in  Königsberg,  selt  1863  Professor  in  Kiel.  1867-93  und  seit  1898  Mitglied
des  deutschen  Reichstags  (Freisinnige  Vereinigung),  1867—$$  auch  des  preussischen
Abgeordnetenhauses,  Schrieb:  „Das  Beweissystem  des  Sachsenspiegels“  (1858);  zur
schleswig-holsteinischen  Erb-  und  UVerlassungstrage:  „Das  Wahlrecht  der  Stände“,
„Lie  Ceilungen  von  1564  und  1582“,  „Das  Recht  der  Ersigeburl“,  „Die  Garantien
der  Grossmächte  für  Schleswig“  (864—  65);  „Studien  zum  deutschen  Staatsrechi“
(1873—53),  „Das  Kaiserlum“  (1892),  „Deutsches  Staatsrecht“  (Bd.  I,  1899  u.  a.

hann,  Julius,  Physiker,  geboren  am  23.  März  1839  in  Schloss  Haus  bei  Linz  an  der
Donau,  war  1564—67  Lehrer  an  den  Öberrealschulen  in  Wien  und  Linz,  wurde  1860
Privatdozent  in  Wien,  1374  ausserord.  Proi.  fr  physikalische  Geographie,  1877  ord.
Proi.  und  Direktor  der  meteorologischen  Zentralanstaht,  sowie  wirkliches  Mitglied  der
kaiserlidden  Hkademie  in  Wien,  1897  ord.  Pral.  in  Graz.  Hauptwerke:  „Aelronomische
und  physische  Geographie”  (5.  Aull.  1896),  „Bandbuch  der  Klimatologie"  (1883,
2,  Aufl.  1897),  „Lemperaturverhältnisse  der  österreichischen  Alpenländer*  (188485),
„Atlas  der  Meteorologie”  (1887  als  drille  Abteilung  von  Berghaus’  Physikalischem
Ailas,  „Verleilung  des  Euftdrucks  über  TMittel-  und  $Adeuropa“  (1887).  Einer  der
hervorragendsten  und  einTlussreichsten  Lertreter  der  meteorologischen  Wissenschaft.

Hansemaun,  Adolf  von,  Bankchef  und  Kolonfalpolitiker,  geboren  am  27.  Juli  1826
zu  Aachen,  wurde  1857  Milinhaber  der  von  seinem  Vater,  dem  preussischen  Staats
mann  D.  J.E.  5.  gegründelen  Diskontogesellschall.  Nach  dem  am  4.  Auaust  1364
eriölgfen  Ableben  des  Vaters  übernahm  er  die  Leitung  der  Diskontogesellschaft.
1872  wurde  er  in  den  erblichen  Adelstand  erhoben.  Crat  durch  seine  kolonialen
Breirebungen  besonders  hervor  und  wurde  1891  Mitglied  des  Koloniatrales.

Hanslick,  Eduard,  Musikgelehrter,  geboren  am  11.  September  1825  zu  Prag,  studiere
hier  und  in  Wien  Philosophie  und  Rechiswissenschaft,  1856  Dozent  für  Geschichte  und
Hesthelik  der  Musik  am  der  Universität  Wien,  1861  ausserord.,  späler  ord.  Prof,  dar
selbst,  eniwickelle  eine  umlangreiche  und  einilussreiche  musikkritische  Chäligkeit  in
der  Presse  Wiens.  ‚Ein  Meister  des  musikalisch-kritischen  Teullleions.  @egner  der
„uukunktsmusik“  R.  Wagners,  Schriften:  „Vom  Musikalisch-Schönen“  (1854,  8.  Hufl,
1891),  „Geschichle  des  Konzeriwesens*  (1871),  „Die  modeme  Oper“  (1375-02,
„Konzerie,  Komponisten  und  Virussen“  (3.  Aufl.  1837),  „Aus  meinem  Leben“

Haraack,  Adolf,  protestanlischer  Cheolog  bistorisch-kriäscher  Richtung,  geboren  am
7.  Mal  1858  zu  Dorpat,  studierte  1$69—72  in  seiner  Dalersiadt,  wurde  1874  Privaldozeni,
  1876  ausserond,  Prol.  in  Leipzig,  ord.  Prof.  1879  in  Giessen,  1886  in  Marburg
und  1538  in  Berlin,  1506  Mitglied  der  Akademie  der  Wissenschaften  daselbst.  Wird
der  Ritschl-Richlung  zugezähll.  Gehört  zu  den  anregendsten  und  Iruchibarsten
Kirchenhistorikern  der  Gegenwart.  Seine  überaus  zahlreichen  Schrillen  behandeln  meist
die  ältere  Kirchengeschiähte.  Sein  epochemachendes  Hauptwerk  „Lehrbuch  der  Dogmengeschichle"
  3.  Aufl.  1856—  90),  derner  „Zur  Quellenkritik  der  Geschichte  des  Enostizismus“
  (1873),  „Das  Mönchtum,  seine  Ideale  und  Geschichte“  (I$8H,  „Das  apostolische
Glaubensbekenntnis"  (1892),  „Marlin  Luiber  u.  s.  w.“  (2.  Hutl.  1886),  „Geschichte  der
alidristlichen  Eitferatur  bis  Eusebius“  (1593),  verfassie  ausserdem  eine  grosse  Anzahl
anderer  kleinerer  Werke  und  Schriften.  TON  O.  von  Gebhardı  „Texte  und  Lntersuchungen
  zur  Geschichte  der  altchristliden  Litteratur“  (Bd.  113,  188295.  Seil
1551  ist  er  Milberausgeber  der  „Cheologischen  ELitteraturzeilung".

Harı,  Belurich,  Dichter,  geboren  am  30.  Dezember  1355  zu  Wesel,  besuchte  die
Universitäten  Halle  und  München,  sowie  die  Akademie  in  Münster,  wo  er  Geschichte,
Philosophie  und  neuere  Sprachen  studierte,  war  seit  1878  in  Bremen,  Glogau  und
Kiel  als  Joumalist  ihätig  und  hat  seit  1881  seinen  ständigen  Wohnsitz  in  Berlin.
Er  schrieb:  „Wellpfingsien.  Gedichte  eines  Idealisten“  (1878),  „Sedan,  Eine  Cragädie*
11853),  das  Epos  „Das  Lied  der  Menschheit”  (1838  11),  das  auf  eiwa  20  Einzel.
dichlungen  angeleat  ist,  und  „Kinder  des  Lichts“,  novellistische  Skizzen  (394).  IT
selnem  Bruder  Julius  gab  er  heraus:  „Deutsche  Monatsblälter“  1375-79),  „Kritische
Walfengänge“  (135284),  die  den  Anstoss  zur  jungrealistischen  Bewegung  in  Deulschlanıd
  gaben,  und  das  „Kritische  Jahrbuch“  (1889—00).

Bart,  Julins,  Dichter  und  Schriftsteller,  geboren  am  9.  April  1859  zu  Mälnster  in  Olestialen,
  studierte  an  der  donigen  Akademie  und  der  Berliner  Universitäl.  Frühzeitig
wandte  er  sich  jedoch  der  schriftstellerischen  und  jeurmalistischen  Kaulbahn  zu  und
gab  im  Üereine  mit  seinem  Bruder  verschiedene  fitterarische  Zeitschrillen  und  kritische
Unternehmungen  heraus.  Seil  1887  Ist  er  Cheaterkriiiker  der  „Täglichen  Rundschau",
In  den  „Kritischen  Waffengängen“  (1882),  den  „Deuischen  Monatsheften“  (1884),
sowie  in  der  Andholsgie  „Modeme  Dichlercharaktere”  (1885),  die  ar  mit  seinem
Beuder  zusammenstellie,  raten  beide  als  die  Ersten  mit  den  Ideen  hervor,  die  zu  der
sogenannten  „inodernen  Hewegung“  in  der  zeitgengssischen  Litteratur  lilhrten.  haupt.
werke:  Die  Gedichtsammlungen  „Sansara“  (1878),  „bemo  sum“  (1891,  „Criumph
des  Lebens“  (15093),  die  Prosadichlungen  „Sehnsucht”  (1893)  und  „Stimmen  der

Biographien  18

hacht“  (1898);  ausserdem  „Geschichte  der  Meitlitteratur“  (1806)  und  „Zukunftsland,
Im  Kampl  um  eine  Weltanschauung“  (1809).

hartel,  Wilhelm  Ritter  von,  Philolog,  geboren  am  2%.  Mai  1839  zu  Fol  in  Mähren,
habilitienie  sich  1866  in  Wien  und  wurde  186%  ausserord.,  1872  ord.  Prolessor  der
klassischen  Philologie  daselbst,  1582  durch  Verleihung  des  Ordens  der  Eisernen  Krone
adelig,  1891  Direktor  der  Bofbibliothek  und  lebenstängliches  Mitglied  des  Derrenhauses
  des  ästerreichischen  Reichsrates,  1896  Erster  Sehtionschel  im  ästerreichischen
Ünterrichtsministerium  und  1897  Wirkl.  Gebeimrat.  Bauptwerke:  „Bomerische  Studien“
11-74),  „Demosihenische  Studien“  (1877—  78),  „Studien  über  atlisches  $taatsrecht
und  Ürkundenwesen“  (1878),  „Ueber  die  griechischen  Papyrl  Erzherzog  Rainer"  (1836),
„Palristische  Studien”  (1890),  25  Rusgaben  der  Werke  Eyprians,  Luchter  Ealarllanur‘,
Ennodies"  und  Paulinus‘,  Er  ist  Mitherausgeber  des  von  der  Wiener  Akademie  ver
ansialtefen  „Eorpus  scriplorum  ecclesiasiicorum"  und  war  von  187696  Mitredakteur
der  „zellschrili  Tür  österreichische  Gymnasien“,  1809  Unterrichisminister.

Hartmann,  EAuard  von,  Philosoph.  geboren  am  23.  Februar  1842  zu  Berlin,  1860
bie  1865  Offizier  Im  Gardearlilleriereginent,  musste  wegen  Krankheit  seinen  Abschied
nehmen,  promovierte  1867  und  widmete  sich  ganz  seinen  philosophischen  Sttdien,
Haupfwerke:  „Die  Philosophie  des  Unbewussten’  (1869,  10.  Aufl.  1300),  „Phänsmenolögte
  des  sittlichen  Bewusstseins"  (1879,  2.  All.  u.  d.  T.:  „Das  sittliche  Bewnsst:
sein“,  1850),  „Das  religiöse  Bewusstsein  der  Menschbeit  im  $tufengange  seiner  Entwirkelung”
  (1851),  „Die  Religion  des  Geistes“  (1822),  „Die  deutsche  Hesihetik  selt
Kant“  (1880),  „Bit  Philosophie  des  Schönen“  {1887},  „Das  Örundproblem  der
Erkenntnisiheorie“  (1850),  „Zwei  Jahrzehnte  deutscher  Politik”  (1889),  „Die  sozialen
Kernfragen“  (1804),  „Kategorienichre"  (1896),  „Geschichte  der  Metaphysik“  {1899
und  1900).  Kichtstrahlen  aus  Barkmanns  Werken  gab  Schneidewin  1882  heraus.

Hartmann,  Ernst,  Schauspieler,  geboren  am  $.  Januar  1844  auf  dem  Gute  Beme
bei  Hamburg,  betrat  IS61  zum  erstenmal  die  Bühne,  wurde  1864  arı  das  Burgtheater
zu  Wien  berufen,  an  dem  er  seht  1869  als  Regisseur  tbälig,  ist.  Glänzrollen  von  ihn:
Elavigo,  der  Prinz  in  „Emilia  Gate“,  Feintich  V.  und  Bolz  fin  den  „Journalisten“.

Hartmann,  Euaen,  Mechaniker,  geboren  am  26.  Mai  1853  in  Nürtingen  am  Neckar,
studierte  von  1874—77  nach  einer  mehrjährigen  praktischen  Chätigkeit  im  In  und
Ausland,  übernahm  dann  die  technische  Ceilung  der  $teinheilschen  asironomischen
Werkstätte  in  München,  errichtete  1870  in  Würzburg  eine  Werkstätte  fir  wissen
schallliche  Insirumenie,  die  seit  1884  in  Frankfurt  a.  IM.  im  Verein  mit  dem  Kaufmann
Wunibald  Braun  als  Grossbeirleb  weitergeführt  wird.  Aus  dem  ganz  eigenarligen,
nm  grossen  wissenschalilichen  Bilfsmilteln  ausgerüstelen  Institute  sind  zahlreiche  neue
Konsiruklionen  und  TMessmelhoden  hervorgegangen,  die  einesteils  zur  Verfeinerung
wissenschafllicher  Massbestirnmungen,  andemteils  zu  ausserordentlicher  Vereinfachung
Leben  gerufenen  elekirotechnischen  Lehranstalt  des  Phusikalischen  Uereins.

haeseler,  Gottlieb  Ferdinand  Mibert  Alexis  Grat  von,  preussischer  General  der
Kavallerie,  geboren  am  I9.  Januar  1836  zu  Polsdam,  1853  Leuinant  im  Zieteniheisaren:
regiment,  1864  Hauptmann  im  Generalsiab,  nabm  an  den  Feldzilgen  1964,  1866  und
1670—  I  im  Stabe  des  Prinzen  Friedrich  Karl  teil,  1866  Ritimelster  im  15.  Husarenregiment,
  1867  Major,  1871  Oberquarliermeister  bei  der  Öccupatlonsarmee  in  Frankreich,
1873—70  Öbersi  des  I.  Ulanenregiments.  1879  Abteilungschel  der  ktiegsgeschichtlichen
  Abteilung  des  Grossen  Generalstabes,  1880  Kommandeur  der  12.  Kavallerigbrigade,
  1881  Generalmajor,  1883  Kommandeur  der  31.  Kaualleriebrigade,  1386  General.
leuinant  und  Kommandeur  der  20.,  dann  der  6.  Division,  18539  Obergiarliermeister
im  Generalstäbe,  seht  1890  kommandierender  General  des  XV.  Armeekorps  und
General  der  Kavallerie.

Hasse,  Ermst,  Hergassessor,  geboren  am  21.  März  1862  zu  Moers,  1883  Bergbaubeilissener,
  1887  Bergreferendar,  1891  BHergassessor.  In  dem  Ieizigenannien  Jahre
wurde  ihm  die  Stelle  eines  Bütteninspeklors  auf  der  Friedrichshülte  in  Oberschlesien
zunächst  auftragsweise,  später  fest  überlragen.  Er  bereiste  während  seiner  Musdildungszeit
  und  später  im  Aultrage  des  handelsminfsters  zu  seiner  Belehrung  Ausser
den  preussischen  Werken  die  wichligsten  Hüllenwerke  Sachsens,  Böhmens,  Ungarns,
der  österreichischen  Alpenländer  und  Belgiens.  1899  schied  er  aus  dem  Staatsdienste,
um  die  ihm  angefragene  Stelle  eines  Generatdireklors  der  Rheinisch-Tlassauischen  Berg
werks-  und  Bülten-Ahliengesellschaft  zu  Stolberg-Rhl.  zu  übernehmen,

Hasse,  Erust,  Statistiker  und  Politiker,  geboren  am  14.  Tebruar  1846  zu  Deulilz  bei
Wurzen,  siudierle  in  Leipzig  Rechts-  und  Staatswissenschaften,  war  1866-75  Offizier
und  wurde  1875  Direklor  des  Statistischen  Amtes  der  Stadt  Leipzig,  1886  auch
ausserond.  Prof.  an  der  Universität  daselbs(.  Ord.  Mitatied  des  intemtationalen  $tatist,
Instituls.  Seit  1803  verrit  er  Leipzig  im  denischen  Reichstage  {nationalliberal).
Vorstandsmitglied  der  Deutschen  Kolonialgesellschaft  und  seit  1803  geschäftsflührender
Präsident  des  Alldewischen  Verbandes.  Er  schrieb:  „Geschichte  der  Leipziger  hessen“
(1885),  „Die  Wohnungsverhälinisse  der  ärmeren  Ueiksklassen  in  Leipzig”  (1886),
„Die  Organisation  der  amtlichen  Statistik"  (1888),  „Kolonien  und  Kolonialpolitik"
(1801),  „Deutsche  Wellwirschaft“  (1897).

hassier,  Theodor  von,  Erossinduisirieller,  geboren  am  3,  Juli  1828  zu  Ulm,  besuchte
das  Polyiechnikum  zu  Karlsruhe,  war  seit  1850  als  Ingenieur  in  Augsburg  thälig,
übernahm  1560  die  technische  Leitung  der  von  ihm  milbegründelen  Baumwollspinnerei

zu  Kolbermösr  in  Oberbayern  und  führte  1868—89  die  Generaldireklien  der  Baumwollspinnerei

  am  Stadtbach  in  Augsburg.  1859  wurde  er  zum  bayrischen  Kommerzienral,
1893  zum  lebenslänglichen  Reichsrat  der  Krone  Bayern  ernannt,  Seit  1880  ist  er
1.  Vorstand  des  Vereins  süddeutscher  Baumwollindusirieller,  seit  1878  1.  Uarsiizender
vom  Direkloriumn  des  1875  von  ihm  milibegrändeten  Zentralverbandes  deutscher  In
dusirieller,  seit  1870  Vorstand  des  1868  von  ihm  reorganisierien  Technischen  Uereins
Augsburg.  1886  wurde  er  Mitalied  des  Reichsversicherangsamis,  1397  vom  Bundesral
zum  Mitglied  des  Börsenausschusses  ernannt.  Won  den  Regierungen  des  Reiches,
Preussens,  Bayerns  und  Wärttembergs  wurde  er  in  handelspelitischen  und  industriellen
ragen  oft  zu  Rate  gezogen.  Besondere  Erwähnung  verdient  sein  arbeilerireundliches
  Wirken,  namentlich  seine  Chätigkeit  im  Sachen  der  Kranken-  und  Cnfallversicherung.


Batschek,  Hans,  Dr.  juris,  Syndikus  der  Bandelskanmer  zu  Frankfurt  a.  IM,  geboren
am  15,  Mai  1860  zu  Croppau,  schrieb:  „Baushalt  der  grössten  ästerreichischen  Stadt»
gemeinden“  (1884),  „Fabrikordnungen  und  Fabrikkrankenkassen“  (1885),  „Zur  Lösung