sige — Sieg, mete — Met, bette — Bett, kinne
— Kinn u. Ss. w., oder sie nehmen statt dessen die
Endung -en an: weize = Weizen, rücke — Rücken,
fride —= Frieden, schate — Schalten, nur wenige
sind unverändert erhalten: kaese = Käse, ende
— Ende u...
Bei den sächlichen Hauptwörtern hat im Nhd. Piuraldie
Piuralendung -er, die schon im Mhd. weitere bildung der
Ausdehnung gewonnen hatte, ihr Gebiet noch be- Neutra.
trächtlich vergrössert: diu kint — die Äinder, diu
kleit = die Äleider u. s. w. Unbekannt ist auch
dem Mhd. die nhd. Pluralbildung auf -e bei den
Neutra: diu wort — die Worte, diu schif = die
Schiffe, diu ding = die Dinge u. s. w. Der
endungslose mhd. Plural ist im Nhd. noch vereinzelt
erhalten; so „die ass“ = die Fässer in
der Böttchersprache, oder bei Massbezeichnungen:
3 Pfund, 5 Mass (Bier), ıo S/äck, während die
üblichen Plurale: Pfunde, Masse, Stücke sind.
Das Mhd. unterschied bei den weiblichen Hauptwörtern
die starke A-Dekl. von der i-Dekl., auch
noch in der Einzahl. Im Nhd. sind die Substantive
der ä-Deklination im Plural in die schwache
Deklination übergetreten; der Singular ist, wie
schon gesagt, bei allen Femininen endungslos. Es
-entspricht sich mhd. diu €re, plur. die re und nhd. Pfluraldie
Zhre, Ehren, diu rede, plur. die rede und die bildung der
Rede, Reden u. s. w. Bei vielen Femininen ist im Feminina.
Singular das auslautende e abgefallen: mhd. schiure
— Scheuer, huote = Hut, schame = Scham u. Ss. Ww.
Den Femininen der i-Deklination kam ursprünglich
der Umlaut im Plural zu: kraft, krefte = Äraft,
Aräfte, doch sind viele von ihnen im Nhd. in die
a-Klasse übergetreten, bilden also ihren Plural
Feist, Die deutsche Sprache. 13