Volltext : Deutsches Kolonialblatt. XXVIX. Jahrgang, 1918. (29)

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3.  Landmesser,  welche  durch  ein  in  Deutschland  oder  im  Ausland  erworbenes  Landmesser-Berufszeugnis
  oder  Patent  den  Befähigungsnachweis  erbringen,  erhalten  auf  Antrag  die  Erlaubnis
zur  Ausführung  derartiger  Vermessungen.  Die  Lizenzgebühr  beträgt  für  Privat-Landmesser
jährlich  50  Mark.

II.  Feldarbeit.

1.  Die  Vermessung  von  Grundstücken  innerhalb  des  früheren  Munizipalitätsbezirks  und  in
Dorflagen  geschieht  durch  Koordinatenaufnahme  und  polygonometrische  Messung;  die  Vermessung  von
Plantagen-Grundstücken  bis  zu  250  ha  Größe  in  und  außerhalb  dieser  Bezirke  durch  polygonometrische
  Aufnahme  ohne  Triangulation,  solange  eine  Landestriangulation  noch  nicht  ausgeführt  ist.
Flächen,  welche  größer  als  250  ha  sind,  sind,  falls  ein  Anschluß  an  eine  Landestriangulation  nicht
möglich  ist,  durch  eine  Kleintriangulation  mit  Basismessung  aufzunehmen.

2.  Die  Winkelmessung  ist  mit  dem  Theodoliten  auszuführen.  Die  Streckenmessung  muß
mit  dem  20-m-Stahlmaßband  oder  mit  geeichten  Meßlatten  erfolgen,  welche  mit  Normalmetern  zu
vergleichen  sind.  Ein  Urmaß  und  eine  Komparator-Einrichtung  befindet  sich  für  Bergleichzwecke  in
den  Geschäftsräumen  des  Gouvernements.

3.  Die  Dreieckpunkte  von  Kleintriangulationen  und  die  Polygonpunkte  sind  durch  Dränröhren
  von  0,35  bis  0,40  m  Länge  und  bis  zu  0,08  m  lichte  Weite  oder  durch  Steine  (Basalt
oder  Zementmörtelguß)  in  den  Abmessungen  0,15  zu  0,15  m  Querschnitt  und  0,55  m  Länge  zu
vermarken.  Die  Oberfläche  dieser  Marken  soll  mit  der  Erdoberfläche  abschneiden.  Die  Mitte  dieser
Steine  ist  durch  ein  zentrisches  Loch  zu  bezeichnen.

4.  Die  Anzahl  der  Grenzpunkte  darf  nicht  unnötig  vergrößert  werden;  es  genügt  im  allgemeinen
  für  jede  noch  so  lange  Grenzlinie  die  Vermarkung  der  beiden  Endpunkte,  welche  gegenseitig
sichtbar  sein  müssen.

5.  Die  Vermarkung  der  Grenzpunkte  muß  durch  gut  behauene  Basaltsteine  oder  Zementmörtelgußsteine
  in  den  Dimensionen  0,20  zu  0,20  zu  0,65  m  erfolgen.  Die  Vermarkungssteine
sollen  das  umgebende  Erdreich  um  höchstens  10  cm  überragen.

Für  die  Fälle,  in  denen  vorstehende  Vermarkungsmittel  nur  mit  großen  Kosten  zu  beschaffen
sind,  können  gegebenenfalls  auch  Erdhügel  oder  aufgetürmte  Steinpyramiden  verwendet  werden.  Alle
diese  Grenzzeichen  sind  außerdem  noch  unterirdisch  zu  vermarken.  Am  besten  eignen  sich  hierzu  leere
Flaschen,  deren  Boden  durchstoßen  oder  abgesprengt  ist.

6.  Die  topographische  Aufnahme  des  Innern  eines  Grundstückes  soll  nur  ein  skizzenhaftes
Eintragen  der  Terraingestaltung  sein.  Notizen  über  den  geologischen  Charakter  des  Grundstücks,  die
Bodenbeschaffenheit,  Bodengüte,  Wegeverhältnisse,  Höhenlage,  Wasserversorgung  und  Vegetation  sind
dem  Feldbuch  beizufügen.

7.  Werden  die  Grenzen  durch  natürliche  Objekte,  wie  Wege,  Wasserläufe,  Gebirgskämme  usw.,
dargestellt,  so  sind  diese  Grenzen  durch  besondere  Messungslinien  genau  aufzunehmen.

III.  Ausarbeitung  der  Karten.

1.  Jeder  Gouvernements=  und  Privat-Landmesser  hat  zwecks  Prüfung  seiner  Arbeiten  zwei
Karten  an  das  Gouvernement  einzusenden.  Das  eine  Exemplar  auf  gutem  Zeichenpapier  verbleibt
im  Archiv,  das  zweite  Exemplar,  eine  Kopie  auf  Pausleinwand,  geht  nach  Revision  mit  Prüfungsvermerk
  an  den  Landmesser  behufs  Aushändigung  an  den  Auftraggeber  zurück.

Der  Maßstab  der  Verjüngung  ist  für  Waldkomplexe  1:2500  oder  1:5000,  für  parzellierte
Feldlagen  1:1000  oder  1:1250  und  für  Dorf=  und  Stadtlagen  1:  1000,  1:  500  oder  1:250.

2.  Außerdem  ist  ein  Feldbuch  in  Aktenformat  beizubringen,  welches  folgende  Anlagen
und  Daten  erhält:

a)  Eine  ungefähr  maßstäbliche  Zeichnung  des  Grundstücks  mit  den  Originalmaßen  der
Messungs=  und  Grenzlinien  in  Zentimeter.
Die  Resultate  der  polygonometrischen  und  trigonometrischen  Winkelmessung  in  Sekunden
des  in  350  Grade  geteilten  Kreises.
e)  Die  Koordinatenberechnung  und  die  Koordinaten  der  Dreiecks=  und  Polygonpunkte
in  Zentimeter.
d)  Die  doppelte  Berechnung  der  Flächeninhalte  in  Hektar,  Ar  und  Quadratmeter.
e)  Die  Namen  der  Eigentümer  und  Angrenzer.
.  Das  Format  der  Karten  muß  sein:
a)  50  X  34  cm,  sofern  dies  aber  zur  notwendigen  zusammenhängenden  Darstellung
umfangreicher  Flächen  nicht  ausreicht,

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