Full text: Das Königreich Württemberg. Erster Band. (1)

284 Land und Natur. 
dem Strom= und Heuchelberg durch ein auffallend schönes und mildes Thal, das 
Zabergäu, reich an Obst, Wein und Wald, fließt; sie entspringt bei Zaberfeld am 
Nordrand des Strombergs, sammelt viele Wasser des Strom= und Heuchelbergs 
und mündet bei Lauffen ein. Richtung ihres Laufs genau östlich. 
k) Die am Nordabhang des Heuchelbergs oberhalb Kleingartach entspringende 
Lein, früher Gartach, fließt in bescheidenem Thal an Schwaigern und Großgartach 
vorüber und mündet bei Neckargartach, /4 Stunden unterhalb Heilbronn. 
1) Nur eine halbe Stunde weiter unten mündet die 3 ½ St. lange Biberach. 
Von rechts her empfängt der Neckar, von seiner Quelle an ge- 
rechnet, sämmtliche Abflüsse der Nordseite der schwäbischen Alb, ein außer- 
ordentlich reiches, vielverzweigtes und großes Wassernetz; fließen ja selbst 
die im äußersten Nordosten der schwäbischen Alb entspringenden Flüsse, 
Kocher und Jagst, in weiten Bögen das württembergische Hügelland, 
die schwäbischen Waldberge, durchkreisend, noch in den Neckar. Deshalb 
hat er rechts ein viel größeres Wassergebiet, als links. Auch gehen 
alle größten Flüsse des Schwarzwaldes unmittelbar in den Rhein. Das 
rechte Wassergebiet des Neckars umfaßt ein Areal von etwa 8 934 qkm, 
während das linksseitige Gebiet nur etwa 5 024 qkm enthält. Er hat 
also auf der rechten Seite ein um 3910 qkm größeres Regengebiet. 
So sammelt der Fluß auf seinem Lauf von rechts her sämmtliche 
Wasser des Nordrandes der Alb, die der weit ausgedehnten schwäbischen 
Waldberge und, im Boadischen, der Südhälfte des Odenwaldes. 
Zuflüsse von rechts: 
a) Die Prim, entspringt bei Balgheim am Dreifaltigkeitsberg, 751 m über 
dem Meere, unweit der Quellen des Faulenbachs, der in gerade entgegengesetzter 
Richtung in die Donau geht; ein kaum bemerkbarer 687,7 m über dem Meere 
liegender Thalsattel trennt beide Thäler; fließt durch das Spaichinger Thal und bei 
Altstadt (Römerstadt) vor Rottweil in den Neckar. Richtung ihres Laufes nordwest- 
lich, Länge 21,7 km. 
b) Die Schlichem, reißend und tief, entspringt bei Thieringen an der Lochen, 
883,9 m über dem Meere, zieht bei Schömberg vorüber und mündet bei Epfendorf; 
auch ihr Thal hängt mit dem des nach der Donau ziehenden Beerathales fast wag- 
recht zusammen, die Paßhöhe liegt 806 m über dem Meere. Richtung ihres Laufs 
westlich. 
c) Der nur 3 ½ Stunden lange, bei Wittershausen, O. A. Sulz im Urbrunnen, 
507,4 m hoch entspringende, aber viele Mühlen treibende Mühlbach, der unterhalb 
Mühlheim an der hohenzollerschen Grenze mündet. 
d) Die bei Pfeffingen, in der Höhe von 831,8 w entspringende Eyach, läuft 
erst südlich bis Lautlingen, dann westlich und nordwestlich, hierauf in nördlicher 
Richtung über Balingen, Haigerloch und Bad Imnau und mündet gegenüber von 
Börstingen; Länge ihres Laufs 56,1 km. Das Thal, oben eng und lieblich, wird 
von Lautlingen an großartig, weit und von Felsbergen gesäumt und hängt ostwärts 
mit dem Ebinger in das Schmiechathal mündenden Thal durch eine schwache 741 m 
über dem Meere liegende Bodenanschwellung zusammen; tritt bei Balingen in die 
freundlichen Hügel dieser Gegend heraus und zwängt sich bei Haigerloch im Muschel- 
kalk durch die seltsamsten Felsbildungen.