Full text: Die Gefahren des Geburtenrückganges.

I. Die Bevölkerungspolitik und der 
Nahrungsspielraum. 
Bevölkerungszahlen im Altertum und 
ittelalter. " 
Vom Standpunkte der Bevölkerungspolitik aus kann 
man die Geschichte eigentlich in zwei Zeitalter einteilen: 
in die alte Zeit, die etwa schlankweg genommen mit 
dem 18. Jahrhundert zu Ende geht, und in die moderne 
Zeit, die mit dem Jahre 1800 beginnt. 
Bis Anfang des vorigen Jahrhunderts vermehrt 
sich die Bevölkerung in allen Ländern nur schwach. Wir 
haben allerdings darüber nur wenige leidlich zuverlässige 
Zahlen. Ordentliche Volkszählungen gab es bis dahin 
nicht. Einiges sei angeführt: Agypten soll schon im Al- 
tertum seine heutige Bevölkerung von 7 Millionen ge- 
habt haben, etwa 200 auf den Quadratkilometer. Auch 
China ist wohl schon immer sehr stark bevölkert ge- 
wesen. Das westliche Kleinasien dürfte im ersten Jahr- 
hundert nach Chr. 8 bis 9 Millionen Menschen gezählt 
haben, mindestens eben ungefähr soviel wie heute, Grie- 
chenland mit Ausschluß von Kreta und Mazedonien 
2¼ Millionen, ebenfalls reichlich soviel wie heute. 
Das alte Spanien zählte zur Zeit der Antonine 
schon 9 Millionen, ging dann bis auf 11 Millionen 
unter Karl V. in die Höhe, sank dann aber unter 
Philipp II. sehr stark und kam erst 1787 wieder auf 
10,26 Millionen, heute 18 Millionen. England hat im 
11. Jahrhundert 14 Millionen Menschen, im 12. Jahr- 
hundert etwa 2¼ Millionen. Dann lichtete der schwarze 
Tod die Bevölkerung sehr stark, so daß man noch im 
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