16.
Ma soeur
je t'écris pour t'annoncer, daß ich spätestens am s. Marz
bei Dir in Angermünde eintreffen werde, wenn Du mir nicht
bis dahin schreibst, daß Du mich nicht haben willst. Ich denke
Dir dann, nachdem ich mich 2 bis 3 Tage an Deinem Anblick ergötzt
haben werde, Deinen Gemal zu entführen, um mit ihm
einer Sitgung des Vereins für das Wohl der arbeitenden KRlasse,
am 7. #märz in Hotsdam beizuwohnen. WMeine früher intendirte
Wbreise hat sich durch allerhand Deich-, Prozeß- und Jagd-Geschäfte
verzögert, so daß ich erst ungefähr am 28. hier abgehn
werde. Ich soll hier mit der gewichtigen Charge eines Oeichbauptmanns
bekleidet werden; auch habe ich ziemlich sichre Aussicht,
in den sächsischen (d. h. nicht den Dresdner) Landtag gewählt
zu werden. Die Annahme der erstern Stelle würde entscheidend
für die Wahl meines Wohnsiges, bier, sein. Gehalt
ist weiter nicht dabei, aber die Verwaltung der Stelle ist von
Wichtigkeit für Schönhausen und die andern Güter, indem es
von ihr vorzugsweise abhängt, ob wir gelegentlich wieder 1) unter
Wasser kommen oder nicht. Auf der andern Seite dringt mein
Sreund Senflfst2) in mich, der mich durchaus nach Ostpreußen schicken
1) Wie im Frühsahr 1445 durch den Fischbecker Dammbruch.
) Ernst Senfsft von Hilsach, nachmals Oberpräsident der Hrovinz Hommern,
geb. 29. Mai 7795, gest. 15. November 1187.
3 Briefe Bismarcks an Schwester und Schwager 53