Mit dem Scheitern der großen Reimsoffenswe des
Monates Juli 1018, zu der die Oberste Heeresleitung
noch einmal alle irgend verfügbaren Kräfte (bis auf be—
stimmte Reserven an frischen Divisionen und schwerer
Artillerie, die bei der Heeresgruppe Rupprecht für den
„Hagen“-Angriff zurückgehalten wurden) zusammengerafft
hatte, bestand für mich kein Zweifel mehr darüber,
daß sowohl die Vorgänge an der Front wie auch die
Entwicklung der Dinge in der Heimat dem endgülkigen
Zusammenbruch unfehlbar zusteuerten, wenn nicht noch
in zwölfter Stunde große Entschlüsse gefaßt und rücksichtslos
durchgeführt wurden. Mein Chef, Graf von
der Schulenburg, hat meine Auffassung vollkommen ge—
teilt, und so haben wir schon im Anschluß an die große
feindliche Offensive von Villers-Cokkereks kein Mittel
unversucht gelassen, um die O. H. L. vor allem für zwei
Maßnahmen zu gewinnen, deren eine die Zustände im
Felde, deren andere die Verhältnisse in der Heimat auf
gesundere Grundlagen stellen sollte.
Mit Hinblick auf unsere äußerst schwierig gewor—
dene militärische Situation hielten wir die sofortige,
nach vorherbestimmten Etappen geregelte Rückverle—
gung der gesamten Front in die Antwerpen—Maas—
Stellung für geboten. Diese Stellung hätte damals
eine ganze Reihe von Vorteilen mit sich gebracht. Zu—
nächst hätte man sich damit einmal weit genug vom
Feinde abgesetzt und so Zeit zur Erholung und Auf—
frischung der stark ermüdeten und seelisch gedrückten
Verbände gewonnen. Ferner wäre die ganze Front er—
heblich verkürzt worden, und die durch ihre natürliche
Gliederung sehr starke Maasfront in den Ardennen
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