Während der Zug nochmals defilierend abrückte, strömte
eine unabsehbare Menge vor dem Schloß zusammen und
schier endlos erklangen die Hochrufe und bekundeten, in
wie begeisterter Hingebung das Volk zu seinem Landesherrn
stehe. Unter dem Eindruck, dieser spontanen Ovationen, in
denen die vox populi in so unmittelbarer Ursprünglichkeit
und Echtheit zum Ausdruck kam, sendete der König noch
am selben Abend ein Telegramm an den Oberbürgermeister
seiner Residenz, dessen Inhalt recht deutlich bekundet, wie
freudig den Landesherrn diese Kundgebungen berührt hatten.
Er schrieb:
Nach Beendigung des von den Studierenden
der akademischen Lehranstalten Mir gebrachten
Fackelzuges habe Ich von seiten des Publikums
auf dem Schloßplatze eine aus dem Herzen des
Volkes hervorgegangene begeisterte Huldigung
empfangen, wie eine solche seit langer Zeit nicht
in Meiner Residenzstadterfolgt ist. Dieses Zeichen
von Liebe hat Meinem Herzen überaus wohlgetan.
Ich bitte Sie, diesen Meinen Dank in einer Ihnen
angemessen erscheinenden Art und Weise zur
Kenntnis Meiner lieben Dresdner zu bringen.
Friedrich August.